Ducati Diavel

Ducati Diavel


Teuflisch gut

Die Ducati Diavel macht alle verrückt. Sie ist leicht, schnell und ausgeklügelt, so genial handlich und spaßbringend. Und sie stellt alle Regeln die bis jetzt für sogenannte Cruiser galten, auf den Kopf. Oder anders gesagt: Die Diavel bringt Qualitäten in die Cruiser-Klasse die bis dato nicht denkbar waren. Sprich: sie setzt dieser Motorradklasse noch eins an Performance und sportlicher Fähigkeit oben drauf, was es davor einfach noch nicht gab.

Motor Ducati Diavel

Der Testastretta 11° Motor der Ducati Diavel ist im Wesentlichen identisch mit dem der Multistrada 1200. Ein anderer Auspuff und eine geänderte Airbox setzen jedoch 12 zusätzliche PS frei, insgesamt 162 Pferdchen stehen zur Verfügung. Aber auch das Drehmoment ist alles andere als enttäuschend. 128 NM stemmt der Motor auf die Kurbelwelle. Da ist also ordentlich Dampf auf dem Kessel. Umschaltbare Fahrmodi geben einem die Wahl zwischen Urban- (100PS), Touring- (sanfte 162 PS) oder Sportmodus (knackige 162 PS). Im Urban-Modus wird nicht nur die Leistung gekappt, auch die Traktionskontrolle regelt deutlich früher. Bei Nässe oder auf Strecken mit Rollsplit und Co. durchaus vorteilhaft. In allen Modi klingt die Ducati Diavel wie man es erwartet. Bollernder V2-Sound der Marke Gänsehaut. Wenn man den als Klingelton auf dem Handy nutzt, zerlegt der Sound das Smartphone wahrscheinlich in sämtliche Einzelteile.

Fahrverhalten und Handling

Es ist tatsächlich nicht ganz nachzuvollziehen wie Ducati Motorrad es geschafft hat ein solches Moped auf die Straße zu stellen, wenn man den langen und niedrigen Straßenkreuzer und das fette Rückrad betrachtet. Dieser Trumm von einem Bike lässt sich super bewegen, geht in die Kurve als gäbe es kein Halten und verblüfft den Fahrer immer mehr. Man sitzt auf und erwartet wenig Drehfreude, wenig Bodenfreiheit, mäßige Bremsen und aufgrund der Hinterradwalze ein diffiziles Handling. Von sportlichen Talenten ganz zu schweigen. Cruisertypisch halt. Und man wird in allen Punkten enttäuscht. Die Diavel geht eher wie ein Naked Bike als ein Cruiser. Dies liegt zum einen an dem konkurrenzlos niedrigen Gewicht: 210 kg Trockengewicht geben die Italiener an. Zum Vergleich: eine Yamaha V-Max bringt es hier auf knapp 300 kg. Sogar der fette 240er hinten bringt keine Unruhe ins Gebälk. Im Unterschied zur Konkurrenz sitzt der Hinterreifen auf einer 17 Zollfelge. Kein tänzelndes Heck bei Unebenheiten, sauber hält die Walze die Spur. Dazu kommen noch die sportlichen Gene. Bremsen direkt von Ducatis Supersportler, ergänzt um ABS von Bosch. Anfangs überwiegen noch die Erwartungen an einen Cruiser. Also geht man die Sache gemächlich an. Aber mit jeder Kurve legt man die Messlatte etwas höher und wird immer wieder von neuem überrascht. Top Handling, stabile Kurvenlage und keine kratzenden Fußrasten oder sonstige aufsetzende Teile. So langsam hält man nach dem ersten Frechdachs Ausschau, der meint er könnte den dicken Brummer vor sich Versägen. Von wegen! Der wird sich wundern!

Ducati Diavel 09

Ausstattung Diavel

Die Diavel ist vollgepackt mit High Tech, darunter ABS, Traktionskontrolle, 3 verschiedenen  Fahrmodi, TFT-Instrumente, Bremsen mit hoher Qualität, schlüsselloser Zündung, neuartiger LED-Strahler, Schlusslichtleiste im Streetfighter-Style und, und, und. Das alles für 16.690 Euro. Da langt die Konkurrenz zumindest preislich ordentlich zu. Die Vmax ist für 22.500 zu haben, für eine V-Rod Muscle sind 18.445 Euro fällig. Da geht die Duc glatt als Sonderangebot durch. Erst die mit leichteren Rädern und etlichen Carbonteilen aufgewertete Diavel Carbon stößt mit 19.690 Euro in die preislichen Regionen der Konkurrenz vor.

Ducati Diavel 01