Moto Guzzi V7 Racer

Moto Guzzi V7 Racer


Junge Italienerin in altem Design

Moto Guzzi hat mit der neuen V7 Racer mal wieder voll ins Schwarze getroffen. Die V7 Racer ist optisch ein Traum und katapultiert einen in die Vergangenheit. Böse Zungen mögen behaupten dass dies jede Guzzi tut. Aber die Racer ist der optisch leckerste serienmäßige Café Racer auf dem Markt.

Eindruck V7 Racer

Was würde man für einen Café Racer an einem Moped alles um- und dranbauen?  Die Moto Guzzi V7 Racer hat alles. Das Highlight ist der glänzende 17-Liter-Benzintank, der aus Kunststoff mit speziellem Chromeffekt besteht und täuschend echt aussieht. Dazu kommt noch der lederne Tankriemen. Die Moto Guzzi hat weiterhin einen handgefertigten blutroten Rahmen, wunderschöne Speichenräder mit mattschwarzen Felgen, mattsilbernen Speichen und der roten Nabe. Die hinten nach oben gezogenen und natürlich verchromten Racetöpfe. Und der Einzelsitz mit Wildlederbezug. Man merkt, der Autor gerät ob der Racer ins Schwärmen. Aber sie ist einfach aus jedem Blickwinkel eine Schönheit. Jedes Detail passt und wirkt liebevoll umgesetzt. Da fällt dem Retro Fan maximal der digitale Part der Instrumente negativ ins Auge. Aber dann ist man schon ein wirklicher Purist. Stolze 9.235 Euro verlangt Moto Guzzi für die V7 Racer. Eine Menge Geld für letztendlich wenig Leistung und alte Technik.

Motor V7

Hier wird es dann wirklich klassisch. Von modernen Aggregaten ist bei Moto Guzzi immer noch nix zu finden. Der V2 schreibt dann auch fröhlich die Familiengeschichte fort: luftgekühlt, 744 Kubik, 2 Ventile, 5-Gang-Getriebe und Kardantrieb. Auf gerade mal 49 PS bringt es der V2. Wenigstens muss er dafür nicht mit hohen Drehzahlen gequält werden. Die Spitzenleistung liegt bei moderaten 6.800 Umdrehungen an. Auch das Drehmoment ist mit 55 NM nicht gerade üppig, dafür steht es schon bei 3.600 Umdrehungen parat. Damit ist die Racer dann tatsächlich kein Renner. Dennoch hat er seine Qualitäten. Der V2 schüttelt sich so sympathisch und bollert herrlich den typischen Guzzi-Sound aus seinen beiden Tüten, da geht einem einfach das Herz auf. Schon am Sound kann sich die Retro-Konkurrenz Triumph Bonneville eine oder sogar zwei Scheiben abschneiden. Ansonsten liefert der 750er-V2 was man erwartet. Es reicht für zügiges Vorankommen, Dank des Drehmoments verhungert man keineswegs untenrum. Aber 49 Pferdchen sind halt mal eine überschaubare Herde.

Moto Guzzi V7 Racer 13

Fahrverhalten und Handling

Die V7 Racer ist maximal ein Café Racer. Für den Renneinsatz – egal welcher Art – ist sie nicht zu gebrauchen. Auch hier pflegt sie die Guzzi üblichen Traditionen. Man kann sehr flott unterwegs sein, wenn man sich an die Gepflogenheiten der Italienerin hält. Also mit leichtem Zug am Gas durch die Kurven, dann klappt es wie geschmiert. Bremsen und Beschleunigen in der Kurve mag keine Guzzi. Dann bringen Lastwechsel Unruhe in die Fuhre. Also rechtzeitig vor der Kurve runter mit der Geschwindigkeit, Moped umlegen, mit Zug durch die Kurve und dann auch gerne ordentlich rausbeschleunigen. Dazu das herrliche Bollern des V2 genießen. Oder grundsätzlich eher gemütlich durch die Gegen fahren, klappt immer. Nüchtern betrachtet, können andere Motorräder das viel einfacher und schlichtweg besser. Sie bieten aber nicht das Fahrerlebnis der V7 Racer. Und nicht den Sound. Und schon gar nicht die Optik.

Moto Guzzi V7 Racer 00