Kawasaki VN 1700 Voyager

Kawasaki VN 1700 Voyager


Erster V2 Full Dress Cruiser aus Japan

Kawasaki präsentiert mit der VN 1700 Voyager ein 404 Kilo schweres Reise-Eisen, das dem Fahrer alle Annehmlichkeiten serviert, die ein richtiger "Passenger" hinter der voluminösen Windjammer-Verkleidung auch erwarten kann.

Instrumente, wie in einem amerikanischen Muscle-Car der 70er Jahre. Rund, in Chrom gefasst, aufs Nadelstreifen Armaturenbrett montiert. Und natürlich ein richtiges Autoradio mit MP3-Player, den der geneigte Käufer als Präsent dazu erhält, sollte er sich für die Voyager entscheiden. Dazu ein Informationsdisplay im modernen Digitalambiente, das zentral platziert über die Befindlichkeiten der Fuhre unterrichtet. Cruise-Control an der rechten Armatur und die Steuerung für die soundgewaltige Kapelle an der Linken, kann die Reise der Vollbekofferten im vollelektronisch gesteuerten V2-Beat beginnen. Im Preis von 17.990 Euro ist außerdem ein hochmodernes Kombi-Bremssystem mit ABS enthalten, das die Bremsballance ganz automatisch optimal regelt, egal, welchen der beiden Bremhebel der Fahrer wie stark betätigt. K-ACT (Kawasaki Advanced Coactive-braking Technology) heißt das bei den Japanern aus Akashi. Und funktioniert ganz wunderbar!

Geschwungene Linien

Die ersten Fahrproben im nasskalten Südfrankreich offenbarten überdies gute Verarbeitung des üppig voluminös ausgefallenen Bodyworks im verspielten Stil der 60er Jahre, überraschende Agilität des neuen Fahrwerks im anspruchsvollen Kurvenparadies, so lange man Cruiser typische Geschwindigkeiten walten lässt und eine überragende Stabilität bei Geradeausfahrten. Doch verdammt, wo sind die Heizgriffe? Und wie viel Mann Besatzung darf ich eigentlich mitnehmen? Wobei wir bei der eigentlichen Krux des neuen Cruiser-Flaggschiffes angelangt wären. Offiziell erlaubte 167 Kilogramm Zuladung reichen gerade mal aus, um den inklusive Ledermontur gut zwei Zentner schweren Kapitän samt einer grazilen Begleitung zu transportieren. Der Rest der Mannschaft und der Proviant, für den eigentlich viel Platz in den voluminösen Koffern gewesen wäre, muss im Hafen zurückbleiben. Ein Umstand, den Kawasaki bei der Zulassungsstelle vielleicht noch mal überprüft lassen sollte.

Kawasaki Voyager Bild 2

Preisvorteil in Kleinwagengröße

Untenrum regiert das üppige Drehmoment des neuen V2 Aggregates und verströmt Cruiser typische Gemütlichkeit. Man lauscht dem französischen Liedgut aus den beiden mächtigen Boxen in der Frontverkleidung und möchte eigentlich den ganzen Tag so vor sich hin tuckern. Wenn da nicht dieser flotte Franzose wäre, der auf der 900er Light Cruiser den Speed vorgibt. Schnell schraddeln die gummierten, vibrationsentkoppelten Trittbretter auf dem Asphalt. Handling und Fahrwerk stellen mich bei der flotten Gangart vor keinerlei Probleme. Nahezu unglaublich agil wechselt der Dampfer von einer Schräglage in die Andere. Nur irgendwann setzen auch die, schön symmetrisch und tief unter den Seitenkoffern verlegten Chromtüten auf und geben dann den Radius der Kurve vor. Also besser gemütlich bleiben. Dann bleibt man auch auf der eigenen Fahrbahn und der Chrom am Rohr. Wer die Voyager dem direkten Vergleich mit ihrem (unverkennbaren) Vorbild, der Harley Davidson Ultra-Classic-Elektra-Glide unterzieht, mag einige kleine Defizite ausmachen, sollte aber auch nicht vergessen, dass er sich im Preisvergleich noch locker einen der heutzutage gern verscherbelten netten umweltfreundlichen Kleinwagen zur Voyager dazu kaufen könnte, in dem er dann die Beifahrerin samt Proviant gut unterbringen kann. Natürlich nur für den Fall, dass Kawasaki das mit der Zuladung nicht noch geregelt bekommt.

Kawasaki Voyager Bild 4

Text: Pabi

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