Kawasaki VN1700 Classic

Kawasaki VN1700 Classic


Neuer Macho-Cruiser mit mächtigem V-2 Triebwerk

Das zweite Mitglied aus Kawasakis neuer VN1700 Cruiser-Familie hört auf den Namen "Classic". Schlicht, schwarz, flach und breit, erfüllt die VN1700 Classic schon auf den ersten Blick vier sehr elementare Anforderungen aus dem Cruiser-Profil. Und mit 12.990 Euro tritt sie auch beim Preis recht dezent auf.

Klar, bei einem Cruiser steht der Motor im Mittelpunkt. Es muss ein V-2 sein. Darin sind sich alle Hersteller einig. Dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist, außer durch noch mehr Hubraum, ist allerdings eine Weisheit, die langsam nicht mehr greift. Auf dem VN2000 Aggregat basierend gingen die Kawasaki Ingenieure diesmal einen Schritt zurück und schenkten lediglich 1700 ccm ein. Dafür gibt's genau wie bei der Voyager statt langsam arbeitender Stoßstangen als Ventiltrieb nun die flotten, oben liegenden Nockenwellen des 1600er Aggregates, die in Verbindung mit der völlig neu entwickelten, elektronischen Drosseklappensteuerung für optimierten Gemischdurchsatz und somit, trotz Hubraumverlust, für kultivierte, leistungsgesteigerte, Performance über das gesamte Drehzahlband sorgen.

Geschwisterliebe

Anders als bei den Schwestermodellen VN1700 Classic Tourer und VN1700 Voyager werden die Abgase durch zwei, gemeinsam auf der rechten Seite verlegte Chrom-Auspuffrohre entsorgt, die den Schalldruck dezent ins Freie entweichen lassen. Umso direkter geht bei der VN1700 der Antrieb über den neu entwickelten Kohlefaser-Riemen ans Hinterrad vonstatten. Durch die, im Vergleich zu den Schwestermodellen fehlenden Ruckdämpferfedern der Kupplung, sowie einer etwas anderen Abstimmung des Motormanagements, mit schon bei 500 U/min eher anliegenden Leistungsmaxima, bemerkt der Fahrer ein wesentlich ungestümeres Antreten der 345 Kilo schweren Flunder. Drehfreudig und nachdrücklich bollernd setzt sich dieser Schub bis zur Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h durch die deutlich einrastenden 5 Gänge mit nachfolgend extra lang ausgelegtem Overdrive fort. Letzterer wirkt sich nicht nur entspannend auf der Autobahn, sondern auch noch sparsam auf den Verbrauch aus. Die Classic ist zweifellos das Spaßgerät unter den drei neuen Cruisern. Es glänzt mit enormem Druck, spontaner Gasannahme und einer coolen Optik. Besonders, aus der Perspektive des Fahrers, der den unverbauten Blick über den mächtigen Tank, die schön gestalteten Dashboard-Instrumente und die chromifizierte Gabel mit dem wunderbar klassisch eingefassten Scheinwerfer auf die endlosen Kurvenkombinationen vor sich gleiten lassen kann. Der breite Lenker liegt gut in der Hand und auch die Sitzposition ist äußerst komfortabel. Verarbeitungsmäßig setzt Kawasaki mit den Cruisern der VN1700er Reihe Maßstäbe. Besonders die Verstellmimik der Hebeleien ist äußerst gelungen und macht einen sehr wertigen und stabilen Eindruck, der sich über das ganze Bauwerk hinweg fortsetzt. Schnöde verchromtes Plastik ist so gut wie gar nicht verbaut und sogar die Fender sind aus Metall gefertigt.

Text: Pabi Weitere Testberichte Kawasaki Chopper/Cruiser
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