Honda VT1300CX

Honda VT1300CX


Länge läuft!

Wenn Japaner nach den Sternen am Chopperhimmel greifen…

Dafür sind die Nipponesen viel zu gewieft um sich da nicht einschlägig beraten zu lassen von denen, die es von jeher wissen. Die Vorgabe, endlich einen Serien-Lowrider aus dem Hause Honda auf den Markt zu bringen, widmeten sich die Ingenieure des Stammhauses in Japan (HGA) mit ganzer Kraft und Hingabe unter Mithilfe der Honda Research Amerika (HRA) im sonnigen Kalifornien. Mit der RUNE versuchten sich die Hondianer dereinst an den USA-Chopper-Attitüden lang, breit und stark, hielten sich aber den Amerikanischen Markt mit dieser schier unbezahlbaren und raren Kreation vor. Jetzt ist die Zeit reif: der Chopper-Sektor ist laut aktuellen Markterhebungen massiv auf dem Vormarsch wie die raumgreifende Kontinentalverschiebung. Da musste endlich ein tiefer gelegter V-Twin her, der vorwitzig seine langen Gabeln nach all den Easyriders auszustrecken vermag.

Welt der Cruiser

Seit einem halben Jahr bereits unter dem Namen „Fury“ in Amerika vorgestellt, will sich der flüssigkeitsgekühlte 52° V-Twin in Europa den Fankreis unter dem noch schmucklosen Namen VT1300CX erobern. Die Zeichen der Zeit stehen auf „Länge läuft“ mit dem längsten Radstand ever an einer Honda. Ganze 1.805 mm Achsenabstand lassen Platz für das luftige Dreieck aus dem 58 PS-Motor (bei 4.250 Touren) mit Doppelzündung der vertrauten VT1300 hin zur weit vor gereckten Telegabel mit einem Lenkkopfwinkel von 32° und einem 90 mm Nachlauf. Das üppig verchromte Triebwerk mit seinen 107 Nm schon ab 2.250 U/min vermag das für diese Klasse charakteristische Cruiser-Feeling gemütlich auszuspielen.

Honda VT1300CX Bild 24

Der hohe Anspruch an die Hondianer bestand darin, die Balance zwischen relativ extremer Fahrwerksgeometrie und das für diese Marke typische locker-leichte Handling zu erzielen. Somit erhielt der nach modernsten Gesichtspunkten kreierte Cruiser auch nicht mehr als ein wendig zu bewegendes Räderpaar mit 18 Zoll Bereifung vorn und 200er Pelle hinten, im Gegensatz zu den immer breiter werdenden Gummis der Chopper-Fraktion an der Hinterhand. Die schlanken Gußfelgen folgen dem anspruchsvollen Design-Gedanken ebenso wie der tropfenförmige Tank, der trotz grazilem Exterieur ein recht tourenfreudiges Volumen von 12,8 Liter vorweisen kann.  Vom adäquaten Scheinwerfer im Old-School-Styling bis hin zum optisch vereinten Doppelrohr der Auspuffanlage weis der Honda-Cruiser mit seinem edlen, von viel Chrom glänzendem Design zu überzeugen. Ein Customizer-Gebot erhält die Serienmaschine schon von Haus aus ein: so wenig wie möglich an Versorgungsschläuchen und –kabeln dürfen zu sehen sein. Die Ingenieure verlegten sogar einen Kühlerschlauch in den Zylinderdeckel.

Honda VT1300CX Bild 30

Solch Akribie wird ihren Widerhall bei der werten Kundschaft finden – und dennoch Platz lassen für individuelle Gestaltungsmerkmale oberhalb der japanischen Schlichtheitsgrenze. Die Lackierungen in stahlblau und schwermetall-schwarz bieten die geeignete Kulisse für Pin-Striping oder Airbrush gemäß eigenem Befinden. Jedem nach seiner Fasson, jeder sein eigener Customizer. Dieser Chopper bietet die beste Basis für die Qual der Wahl.

Honda VT1300CX Bild 21


Text: Sabine Welte
Fotos: Welte/Agnomic/Honda

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