Helmtest Baehr Sonic S2 Blue-Line

Helmtest Baehr Sonic S2 Blue-Line


Gespräche unterwegs

„Schaa-atz, hast du schon die Helme aufgeladen?“ Kein Scherz, keine Zukunftsvision, keine Fiktion. So könnte demnächst tatsächlich die Tourenrunde am Wochenende oder die nächste Motorradreise beginnen – wenn man im Besitz des neuen Baehr-Helmes mit Blue-tooth-Communication ist.

Der Einstieg in diese neue Blue-tooth-Technik bringt einige Vorteile in Sachen Kommunikation auf dem Motorrad: Keine Kabelverbindungen mehr und simple Einhandbedienung. Sender- und Empfängergerät sind bereits im Helm integriert und finden sich nach dem Einschalten gegenseitig automatisch. Ein blinkendes grünes Lämpchen am hinteren Ende des Helms – gut sichtbar für den Sozius während der Fahrt – signalisiert die Einsatzbereitschaft. Die etwas exponierte Blackbox, ebenfalls hinten am Helm, beherbergt den Akku und dient gleichzeitig als Bedieneinheit.

Plauderstunde

Haben sich Fahrer- und Soziushelm virtuell „gefunden“, heißt es nur noch Aufsetzen, losfahren und weiterquatschen. Der Anschluss ans Bordnetz entfällt, durch die integrierten Akkus, die natürlich regelmäßig aufgeladen werden wollen. Durch kurzes Pusten in das Mikrophon im Kinnteil wird die Kommunikation aktiviert – wenn einige Zeit nicht gesprochen wird, geht das System von selbst auf „stand by“-Modus. Über das Bedienelement am Hinterkopf mit den eurogroßen Tasten können das Ein- und Ausschalten, sowie die Lautstärke während der Fahrt geregelt werden. Wobei der Helmträger bei der schwergängigen Mechanik schon kräftig gegenhalten muss, damit ihm der Kopf nicht „weggedrückt“ wird.

Helmtest Baehr Sonic S2 Blue-Line Bild 4

Grenzen der Technik

Ist einmal alles eingestellt, kann man sich tatsächlich genauso unterhalten, als säße man im Auto nebeneinander. Kein Brüllen nötig, die Lautsprecher sind gut über den Ohren positioniert und auch mit Gehörschutz sehr gut zu verstehen. Auch das Mikro ist empfindlich genug, um jedes Räuspern zu übertragen. Jede Technik hat aber ihre Grenzen und diese beginnt beim BlueCom bei 100 km/h. Die erheblichen Windgeräusche werden trotz des Topspoilers so störend, dass man sich kaum noch versteht. Spätestens bei 110 km/h ist endgültig Schluss – ab hier sollte sich der Fahrer aber vielleicht ohnehin mehr auf den Verkehr konzentrieren als um die Kommentare des Beifahrers kümmern. Wer außerdem ein Handy mit aktivierter Blue-tooth-Funktion bei sich trägt, kann unterwegs auch damit telefonieren – leider verband sich im Testbetrieb der Fahrerhelm teilweise auch ungewollt mit dem Telefon anstatt mit dem Soziushelm. Weitere Blue-tooth-Geräte also am besten ausschalten.

Helmtest Baehr Sonic S2 Blue-Line Bild 6

Jenseits der Technik

Nun ist das Kommunikationssystem des Sonic etwas besonderes, aber ein Helm in dieser Preisklasse braucht natürlich noch weitere Features und die hat der Sonic auch. Im Sommer besonders hilfreich: Eine integrierte Sonnenblende kann mit einem kleinen Hebel am Kinnteil während der Fahrt heruntergeklappt werden und ersetzt perfekt die Sonnenbrille beziehungsweise ein getöntes Visier. Die Aerodynamik bekommt allerdings nur ein befriedigend, da sich der Sonic trotz des Topspoilers ab 150 km/h stark aufschaukelt. Die Passform an sich ist aber angenehm, dank der dicken Riemenpolsterung und dem schmalen Einstieg. Auch das herausnehmbare und waschbare Innenfutter ist ohne störende und auf Dauer drückende Knöpfe oder Klettverbindungen so geschickt eingearbeitet, dass das technische Innenleben nicht stört.