BMW R 1200 RT

BMW R 1200 RT


Tolle Tourenmaschine

Im Sommer 2010 war es mal wieder so weit. Ein neues Bike musste in die Garage. Für mich kam sowieso nur ein tourentaugliches Mopped in Frage. Nur, welche Stilrichtung war noch nicht klar. Beim Freundlichen von Yamaha stand die neue 1200er im Pseudo-Endurokleid und posierte was sie konnte. Sie kam aber über ein Probesitzen nicht hinaus. Ich liebe die Supertourer!

Nach dem Studium von haufenweiser Fachpresse kristallisierte sich heraus, es sollte eine Maschine aus den bajuwarischen Landen sein. Emotionen hin, Emotionen her, ich will fahren! Viel und ungestört!!Also darf die Kiste ruhig perfekt sein. So, Problem. Vier Zylinder oder zwei? Also rauf auf die R1200RT und eine Probefahrt gemacht. Das Ding fühlt sich gut an. Auf der Landstraße um die Ecken genauso, wie auf der Autobahn. Erstaunlich, wie leicht der doch heftig plastikbewehrte Brocken um die Ecken geht. Wie er aus eben diesen herausdrückt, wenn ich am Kabel ziehe und wie sich das anhört und –fühlt. Geil! Doch Emotionen? Nun, nach dem Test der vierzylindrigen 1300er und der Feststellung, dass ich meinen Führerschein nicht im 10er Block erworben habe (das rattenscharfe Bike ist einfach immer und überall zu schnell), stand die Entscheidung fest „Marcel, mach mir die RT fertig!“ Die ersten Ausfahrten mit meinem Bruder und meinem Kumpel auf ihren Harley Motorrädern im lockeren Cruiser-Tempo waren für ein erstes Kennenlernen in Ordnung, aber bald schon wollten die Kurven hier im Sauerland getestet werden. Der erste Eindruck bestätigte sich, die Karre geht einfach toll.

BMW R 1200 RT fahren seitlich_2

Die Fahrwerkseinstellung der R1200RT per Knopfdruck auf komfortabel, normal und sportlich sowie die Vorspannung auf den Beladungszustand funktioniert wirklich. Und nicht nur ein bisschen. Blöd nur, dass sich die Scheibe elektrisch nicht mehr verstellen lässt und der Tempomat nicht mehr mitspielt. Die Schaltereinheit links wird im Oktober bei 4.500km zum ersten Mal auf Garantie gewechselt.
Aber was ist mit meinem Pöppes? Wenn ich mehrere Stunden auf meiner Q sitze, brennt mir der Ar… da muss jedenfalls noch nachgearbeitet werden. Der Sattel ist mal höchstens Mittelmaß und hinten scheint es eher schlechter zu sein. Jetzt ist es an der Zeit, die bayrische Lady nach meinem Geschmack zu trimmen. Also kommt rheinisches Zubehör aus Sinzig an den Bock. Bei den Wunderlichs bestelle ich mir neben einer höheren Scheibe und den dazu passenden Flaps noch Sturzbügel, eine Lenkererhöhung und –verbreiterung sowie tiefer gelegte Fußrasten. Nachdem ich von Touratech noch Licht nachgerüstet und mir bei Tante Luise (Detlev Louis) das Airhawk Sitzkissen gegönnt habe, bin ich für die große Tour gerüstet.

BMW R 1200 RT Vollausstattung

Dummerweise wird es gerade Winter. Dieser eignet sich aber wunderbar zum planen. Also tu ich es. Als es wieder losgeht gibt es wieder Probleme mit der Schaltereinheit links. Sie muss zum zweiten Mal gewechselt werden. Da der Erstausrüsterreifen bei 8.300km langsam etwas dünn wird und ich langsam das Gefühl bekomme, in den Kurven keinen geraden Strich mehr fahren zu können, ziehe ich den Pilot Road 3 von Michelin auf. Plötzlich sitze ich auf einem neuen Motorrad! Wenn die Kiste nur von weitem eine Kurve sieht, fängt sie an zu zittern vor Freude. Man, wie kurvengeil ist die Dicke geworden! Nun geht es im April los. Im frühen Frühjahr geht es dann Richtung Süden, durch die Sierra Nevada bis nach Portugal, dann quer durch Spanien, Frankreich und Belgien zurück.  

Über Ausfälle der R1200RT brauchen wir uns nicht zu unterhalten, die fallen aus. Auf den perfekten Straßen in Südspanien kann ich von der großen Hauptverkehrsstraße bis zum kleinsten Nebensträßchen alle fast ohne Verkehr testen. Sowohl mit, als auch ohne Gepäck, lässt sich diese Maschine mit Genuss durch die Berge treiben. Selbst eine unfreiwillige Offroadeinlage mit kleinen Bach- und Schlammdurchfahrten lässt sich ohne größere Probleme bewältigen. Auch die Nonstop-Tour von Nordspanien in das Sauerland hat, Airhawk sei es gedankt, keine Schrecken aufzuweisen. Es folgen nun diverse Ausfahrten, kleinere Ausflüge und der fast tägliche Gebrauch des BMW Motorrads. Es gibt keine Ausfälle, wenn man mal vom dritten Tausch der Schaltereinheit Ende Juni 2011 bei ca. 20.000 km absieht, der Tempomat hatte mal wieder keine Funktion. Etwas überrascht hat mich die Laufruhe. Natürlich gibt es Vibrationen, aber dergestalt, dass sie  Hände und Füße massieren. Niemals die vom Vierzylinder bekannten eingeschlafenen Extremitäten.  Nach 13.000km habe ich den Reifensatz der R1200RT nochmals gewechselt. Da ich bisher total zufrieden war, habe ich wieder den Pilot Road 3 gewählt. Außerdem habe ich bei der Gelegenheit die vorderen Bremsbeläge gewechselt. Der Durchschnittsverbrauch hat sich bei 5,3l/100km eingependelt. Meistens tanke ich Super. Das geforderte Super Plus bringt meines Erachtens keine Vorteile.

BMW R 1200 RT Motorschnitt

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