Honda CBF 1000 F

Honda CBF 1000 F


Anfänger oder Profis

Nach gut zwei Monaten doppeltem Einsteigerdasein kann ich die Honda CBF 1000 F auch einem mitdenkendem Anfänger und Einsteiger nur empfehlen. Aus behütetem Elternhaus kommend mit obligatorischem Motorrad kommt überhaupt nicht in frage erfüllte ich mir mit 45 Jahren den Traum und absolvierte im Mai 2011 im Schnelldurchgang den Führerschein Klasse A, auch inspiriert durch meine zukünftige Frau, Unfallchirurgin, 30 Jahre alt und ebenso Motorradfahrerin.

Beginnend auf einer 125er und dann die weiteren Fahrversuche auf einer gedrosselten 600er überzeugte ich meinen Fahrlehrer der mich dann die letzten der insgesamt 14 zu absolvierenden Pflichtstunden (mehr brauchte ich auch nicht) auf eine offene 600er setzte. Parallel schielte ich beim Motorradhaus Zehren immer schon einmal herein.

Mein Augenmerk fiel auf eine CBF 600, bordeauxrot, daneben stand eine schwarze CBF 1000 F , zu lesen waren 107 PS auf dem Preisschild. „ Nie und nimmer setz ich mich da drauf“, war meine Reaktion, doch meinte Jonny, die ist ganz zahm und man hat Reserven. Gut , das mußte sich erstmal setzen lassen, als vielreisender Rechtsanwalt verschlug es mich zum Bundesarbeitsgericht nach Erfurt, noch ein bisschen Luft zum Termin, dortigen Hondahändler aufgesucht, meinen Standardspruch angebracht : „ Anfänger ....“ und : der nette und freundliche Herr dort riet mir ebenfalls zu einer CBF 1000 F, die meisten Käufer einer 600er kämen im ersten halben Jahr wieder und stiegen um. Aha.

Führerscheinprüfung morgens um 9.30 Uhr, bestanden, die Kennzeichen des bereits eine Woche zuvor gekauften Motorrades im Auto, schnell an der Führerscheinstelle vorbei und neuen Führerschein abgeholt und gegen 13.00 Uhr saß ich dann auf meinem ersten eigenen Motorrad: der schwarzen CBF 1000 F

Honda CBF 1000 F 03

Taktisch wohlüberlegt das Teil erstmal von Meissen nach Dresden an der Elbe entlang gesteuert, Landstraße und gerade aus, kann ja nicht viel passieren, dann durch den Stadtverkehr in Dresden bis zum Poloshop, da hatte ich die Motorradkleidung gekauft und gleich mein Versprechen eingelöst, bei bestandenem Führerschein vorbeizuschauen.

Hatte nie so einer richtig geglaubt, 45 und der Führerschein. Und vom ersten Tag an die zuvor mich beschleichende Angst vor 230 km/h Spitzengeschwindigkeit und 107 PS unter dem Gesäß abgelegt, sie war und ist wirklich super zu fahren, die 1000er. Schaltfaul in der Stadt umhergondeln oder auch mal die 10.000 Umdrehungen ausbeschleunigen. Auf der Geraden versteht sich und wenn Strecke frei und Trocken. Gut, ich mache keinen Hehl aus meiner zügigen aber dennoch – im Zweifel stehen bleiben, im Zweifel nicht überholen und im Zweifel bremsen – Fahrweise keinen Hehl nebst neofarbener Motorradjacke oder der Dunklen Jacke mit Warnweste von Reusch.

Honda CBF 1000 F 05

Genial ist die Bremse, hinten Bremsen und vorne zieht ein Kolben mit, reicht für normales Fahren völlig aus. Der Verbrauch liegt bei mir um die 5 Liter/100 km. Drunter geht auch, ohne Koffer und nicht schneller als 100, aber so ein bißchen lebt das Motorrad ja von der Beschleunigung (nicht Geschwindigkeit) wie der Fahrprüfer (nicht Fahrlehrer !) vor der Prüfungsfahrt zu mir meinte (sicherlich fragwürdig – weiß nicht was ein 18jähriger darunter verstanden hätte und will es mir auch nicht ausmalen).

Auch zu zweit – mein Sonnenschein durfte Soziusdummie spielen – liegt die CBF 1000 F von einem Anfänger gesteuert so souverän auf der Straße, dass einem nicht die Angst vor der eigenen Courage überkommt.

Gefechte liefer ich mir noch mit der Frontscheibe, rauf oder runter, oder dazwischen, vielleicht meiner Körpergröße im mittleren Bereich geschuldet, Verwirbelungen stellen über 100 km/h so ein, dass ich stets mit Scheibe runter fahre, dass kann man nach Bedarf durch einen kleinen Zusatzwindabweiser sicherlich in den Griff bekommen, sieht dann aber nicht mehr so sportlich aus.

Honda CBF 1000 F 12