Triumph Street Triple

Triumph Street Triple


Fun hoch 3

Wann immer ein Modell aus dem Hause Triumph mit dem Namenszusatz Triple im Testfuhrpark steht, kriegen die Herren Tester das Grinsen nicht aus dem Gesicht. War auch bei der aktuellen Street Triple nicht anders. Die Vorfreude war groß. Als es dann soweit war, stellte Triumph die Kollegen hart auf die Probe. Darf ein solches Spaßgerät in einem solchen Farbkleid auf die Straße? Kann man(n) sich damit an den Treff wagen?

Eindruck Triumph Street Triple

Was soll man machen. Da steht sie nun, die Street Triple in Imperial Purple. Wer wissen will welche Diskussionen die Farbe auslöste, sollte sich mal die Kommentare auf unserer Facebook Seite anschauen, da sind alle Emotionsbereiche drin. Der Traum in Lila soll vor allem die Motorradfahrerinnen ansprechen. Bei einer unserer Kolleginnen ist dies auch sofort gelungen – allerdings hat sie keinen Führerschein. Schwamm über die Farbe. Die Street Triple folgt in der Optik nun der großen Schwester Speed Triple. Die Scheinwerfer strahlen immer noch doppelt, sind aber nicht mehr rund. Ansonsten ist das Design weitgehen gleich geblieben. Auf den ersten Blick als Triple erkennbar – ob Street oder Speed erst auf den zweiten oder dritten. Geblieben ist auch die fast perfekte Sitzposition. Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, Kniewinkel sportlich bis entspannt. Der Fahrer ist optimal in die Maschine integriert. Die Bedienung ist ein Kinderspiel, die Instrumente die bekannte Kombi aus analogem Drehzahlmesser und digitalem Display. Hervorragend ables- und bedienbar – also volle Konzentration auf die Fahrt. Weniger zu lachen hat da der Beifahrer. Das kurze Heck mit den beiden hoch montierten Endtöpfen ist und bleibt einfach geil. Raubt dem Mitfahrer aber auch Platz und Komfort.

Triumph Street Triple 08

Motor Street Triple

Triple – Dreizylinder, das Markenzeichen der Spaßgesellschaft von der Insel. Der Reihendrilling mit 675 Kubik bringt es auf 106 PS Spitzenleistung für die dann 11.700 Umdrehungen fällig sind. Das maximale Drehmoment von 68 NM liegt bei 9.200 U/Min an. Die Hornet 600 hat ähnliche Eckdaten (102 PS/12.000 und 64 NM/10.500). Ist also auch die Triumph ein quirliges Bike mit Hang zu hohen Drehzahlen? Mitnichten. Der Dreier legt bereits ab 2.000 Umdrehungen einen vehementen Vorwärtsdrang an den Tag, der den Fahrer grinsen und den Vierzylinder erbleichen lässt. Dabei lässt der Triple bis zur Nenndrehzahl nicht locker, bei 4.000 U/Min gibt es noch einen Extraschub. Beste Performance also bei niedrigen und mittleren Drehzahlen, wunderbar lineare Kraftentfaltung über den gesamten Drehzahlbereich. Die Laufkultur ist zwar nicht seidenweich, aber durchweg gut. Geradeso das der Fahrer spürt das der Dreizylinder ordentlich arbeitet. Weiteres Highlight? Der Sound! Die Street Triple röhrt, röchelt und trompetet das man nicht genug davon bekommen kann. Schub und Sound sind die direkte Folge jeder Bewegung der Gashand, Gänsehaut garantiert. Leider kann das Getriebe da nicht ganz mithalten. Mitunter hakelt es beim Schalten, die Gänge 1 und 2 gehen meistens nur mit dem beliebten Klonk rein. Nix dramatisches, aber erwähnenswert.

Triumph Street Triple 14

Fahreindruck

Die Street Triple fährt sich genauso wie man es erwartet. Das reinste Spaßgerät für Kurvenbolzerei jeder Art. Die Kombination aus bequemer aber auch fahraktiver Sitzposition, bärenstarkem Motor und handlichem Fahrwerk macht die Streetie zum echten Kurvensuch(t)gerät. Völlig egal ob enge Kehre, Wechsel- oder langgezogene Kurven – Hauptsache Unmengen davon. Es ist einfach unglaublich wie leicht sich die Triumph bewegen lässt. Das freut sowohl den Profi als auch den Einsteiger. Die Street Triple vereint die Durchzugstärke größerer Motoren mit niedrigem Gewicht. Eine Speed Triple ist immerhin 25 kg schwerer. Die Fahrwerkabstimmung ist sportlich straff bei gutem Restkomfort. Die Gabel ist etwas weicher abgestimmt als das Federbein, in der Zusammenarbeit bieten beide dem Piloten eine gute Rückmeldung. Wer es noch straffer und sportlicher mag, kann auf die Street Triple R mit entsprechender Abstimmung zurückgreifen. Deren sportliche Vorzüge lassen sich außerhalb der Rennstrecke eher nicht ausloten. Wer schnell unterwegs ist, braucht gute Stopper. Auch hier enttäuscht die Triple nicht. Guter Druckpunkt, gute Dosierbarkeit und mächtig Verzögerung. Was fehlt ist ein ABS, leider ist auch gegen Aufpreis keines erhältlich. Schade, die Konkurrenz hat dies in der Regel serienmäßig, zumindest aber gegen Cash. Hier muss Triumph nachbessern.

Triumph Street Triple 05