Honda NC 700 S

Honda NC 700 S


Wenn Gutes nicht nur günstig ist

Die NC 700 S ist preislich gesehen der günstigste Einstieg in Hondas NC-Familie. Gerade einmal 5.755 Euro (inkl. Nebenkosten) verlangt Honda für die 700er inklusive ABS. Eine echte Kampfansage. Dabei hat die Schwester S in unserem Test ihre Qualitäten unter Beweis gestellt und auch noch richtig Spaß gemacht.

Die Ansage seitens Honda ist einfach. Warum ein gebrauchtes Motorrad kaufen, wenn man für gleiches Geld ein neues bekommen kann? Zumal der Hersteller noch mit weiteren Kaufanreizen lockt. So gewährt Honda für Einsteiger einen Führerscheinzuschuss in Form von 10% Rabatt bei Neukauf. Macht für die NC 700 S schon mal 575 Euro weniger. Dann gibt es die 50/50-Finanzierung. Hier zahlt man bei Kauf 50% des Motorrads, die restlichen 50% sind dann nach 2 Jahren fällig, wohl gemerkt: Zinslos! Nach den 2 Jahren kann man die 50% sogar wieder finanzieren, zahlen oder das Moped einfach zurückgeben. Im Klartext: kombiniert man beide Aktionen, geht die NC 700 S (beim teilnehmenden Händler) für 2.590 Euro vom Hof.

Honda NC 700 S 08

Bedenken ob man dafür eine aufgeblasene 125er bekommt, können wir gleich zerstreuen. Die NC 700 S ist ein erwachsenes Motorrad. Optisch etwas zurückhaltender als die Crossover-Variante NC 700 X, aber was die Größe betrifft erwachsener als eine ER-6n oder Suzuki Gladius. Fußrasten, Lenker und Bedienung – alles passt auf Anhieb. Lediglich die rein digitalen Instrumente lassen sich bei Sonneneinstrahlung nicht so doll ablesen. Die Drehzahl ist auch bei passenden Lichtverhältnissen nicht gut erkennbar. Eine Extravaganz leistet sich die S (wie auch ihre Schwestern X und Integra) dennoch: wo der gemeine Motorradfahrer den Tank vermutet, findet sich bei den NC-Modellen ein geräumiges Staufach. Sogar ein Integralhelm findet dort Platz, Brötchen und kleine Einkäufe sowieso. Der Tank weicht dafür unter die Sitzbank aus, der Einfüllstutzen versteckt sich unter dem hochklappbaren Soziussitz.

Den Antrieb und Fahrwerk teilt sich die S mit den anderen Familienmitgliedern. Der Reihenzweier leistet 48 PS bei moderaten 6.250 U/Min. Das Drehmoment von 60 NM liegt sogar schon bei 4.750 Umdrehungen an. Honda legte mehr Wert auf gute Fahrbarkeit und einen kräftigen Antritt bei niedrigen Drehzahlen als auf eine hohe Spitzenleistung. Dies ist rundum gelungen. Der Twin gibt sich ab Standgas antrittsstark und kräftig, vermittelt mehr Leistung als er tatsächlich hat.

Honda NC 700 S 19

Drehfreude und hohe Drehzahlen sind allerdings nicht seine Stärke. Wer glaubt über Drehzahl mehr Leistung rausholen zu können, rennt dann recht hart in den Begrenzer. Besser früher schalten und das Drehmoment schieben lassen. Im Alltag erfreut die NC 700 S dann mit hoher Praxistauglichkeit. Bequeme Sitzposition und spritziger Antrieb machen die Honda zum flotten City-Hopper. Im Berufsverkehr lässt man die Blechlawine hinter sich. Der tägliche Krimskrams verschwindet im Staufach.

Honda NC 700 S 12

Aber die NC 700 S kann mehr als nur pendeln. Auf der Landstraße kann die Honda ebenfalls begeistern – wenn man nicht allzu große Erwartung an die motorseitige Performance stellt. Das flinke Handling passt nicht nur im Berufsverkehr sondern noch besser auf der Hausstrecke.  Lammfromm folgt sie der eingeschlagenen Richtung und verzeiht großzügig Korrekturen jeder Art. Kein Aufstellmoment beim Bremsen, kein Zucken bei unsicherer Kurvenfahrt. Genau richtig für Einsteiger. Schnell gewinnt man Vertrauen zu den Fähigkeiten der S und traut sich mehr zu.

Honda NC 700 S 04

Fortgeschrittene winkeln die 700er blitzschnell ab und erfreuen sich in Wechselkurven ob der Leichtigkeit der Schräglagenwechsel. Allerdings setzt die Honda recht früh mit den Fußrasten auf. Hier muss die komfortable Sitzposition ihren Tribut zollen. Das Fahrwerk hat da noch Reserven. Die Federelemente sind zwar komfortabel abgestimmt, haben aber genug Dämpfung um das (kleine) Schiff vom Schaukeln abzuhalten. Eine Überraschung ist die Bremse. Auf den ersten Blick traut man der einen Scheibe im Vorderrad nicht viel zu. Im Testeinsatz gab es jedoch nix zu bemängeln, der Wunsch nach einer zweiten Scheibe im Vorderrad kam nicht auf.