Vergleich BMW R1200RT, Kawasaki 1400GTR und Triumph Trophy SE

Vergleich BMW R1200RT, Kawasaki 1400GTR und Triumph Trophy SE


Winterkreuzfahrt mit Reisedampfern

Den Tourervergleich der R1200RT, der 1400GTR und der Trophy SE legten wir aufgrund der vergangenen Winter bewusst auf den Beginn der Testsaison. Anfang bis Mitte März sollte das Gröbste wettertechnisch ja durch sein. Falls es doch etwas kühl ist, sorgen die Fulldresser ja für Geborgenheit. Denkste – gegen den hartnäckigen und vor allem nervigen Winter 2013 halfen auch die dicksten Tourer wenig.

Gleich zu Testbeginn versanken die Motorräder im Schnee. Gemütliche 10 cm Neuschnee hatten es sich auf den Mopeds gemütlich gemacht. Keine guten Voraussetzungen für den Testbetrieb. Doch dann hatte der Winter ein Einsehen,  legte in Sachen Niederschlag eine Pause ein und wir konnten den Schwergewichten auf die Zähne fühlen.

Vor allem BMW und Triumph stehen imposant auf den Rädern. Die im Grunde genommen nicht gerade klein geratene Kawasaki wirkt im direkten Vergleich fast zierlich. Frappierend ist die Ähnlichkeit von R1200RT und Trophy. Letztgenannte wirkt wie die überarbeitete Version der Konkurrenz. Speziell der Blick auf die Gestaltung des Knieschluss am Tank bestätigt den ersten Eindruck. Deckt man den Rest der Motorräder ab, ist es mit der Unterscheidung vorbei. Weiter geht es bei den Verkleidungen. Breit und voluminös, mit mächtigen Windschilden trotzen Trophy und RT der Umwelt. Ganz anders die GTR. Die nimmt im Vergleich eine geduckte Haltung ein, ist deutlich flacher als BMW und Triumph. Ebenso das Windschild. Flacher gehalten, steht es nicht so aufrecht im Wind wie die Exemplare der Konkurrenz.

01 Triumph Trophy SE

Der erste Eindruck täuscht selten. Auch hier bestätigt er sich nach genauerer Überprüfung. BMW und Triumph sind reinrassige Tourer, die Kawasaki hat eine ordentliche Portion Tourensportler in den Genen. Auf der R1200RT findet der Fahrer ein sehr wohliges Plätzchen für sich. Die Sitzposition ist aufrecht, weder Lenker noch Fußrasten zwingen dem Piloten zu Kompromissen. Der Fahrer thront praktisch in der Maschine. Gleiches gilt für die Trophy SE. Lediglich die Fußrasten sind etwas höher montiert als an der BMW. Dafür hat man gefühlt etwas mehr Platz. Die Verkleidung ist ein Stück weiter vom Fahrer weg, ebenso die Instrumente. Ein ganz anderes Bild ergibt sich auf der 1400GTR. Man sitzt mehr auf als in dem Motorrad. Der Lenker ist zwar ausladend montiert, dennoch muss sich der Fahrer leicht nach vorne beugen um ihn zu erreichen. Die Fußrasten sitzen etwas weiter hinten. Damit ergibt sich eine immer noch sehr komfortable Sitzposition, allerdings mit sportlichem Touch.

01 Triumph Trophy SE

In Sachen Bedienung ist die Kawasaki ganz weit vorne. Dies liegt allerdings vor allem an der reduzierten Ausstattung. Weniger zum Bedienen bedeutet halt auch weniger Bedienelemente. Verstellbare Scheibe, Griffheizung sowie Traktionskontrolle und unterschiedliche Betriebsmodi. Das war es im wesentliche bei der Kawa. All das ist auch bei der Konkurrenz dabei, aber halt noch viel mehr. Elektrisch verstellbare Fahrwerke, Audiosysteme, Sitzheizung für Fahrer/Beifahrer. Die Liste ist ellenlang. Entsprechend sieht es allerdings auch an den Lenkerenden von BMW und Triumph aus. Wer die Vielfalt nutzen will, kommt um ein Studium der Handbücher nicht herum. Speziell die Trophy fordert die Besatzung heraus. So versteckt sich die Verstellung des Fahrwerks tief in der Menüstruktur. Bei der R1200RT genügt ein Druck auf den passenden Knopf, sind die wichtigsten Funktionen einfacher abrufbar. Hier hätten wir uns mehr Ähnlichkeit gewünscht. In Sachen Bedienung kann die Trophy von der RT noch einiges lernen.

01 Kawasaki 1400GTR

Aber wer will schon die Mäusekinos bedienen? Uns zieht es auf die Straße, trotz der Eiseskälte. In Sachen Windschutz ist man auf allen 3 Kandidaten gut untergebracht. Die Windschilder in die höchste Stellung fahren, schon ist der lästige Fahrtwind Geschichte. Jetzt noch die Griffheizungen aufdrehen, dann fallen auch die Hände nicht ab. Für ein wohliges Sitzgefühl sorgen auf der RT und der Trophy die Sitzheizungen. Auf der BMW liegen die Fahrerfüße hinter den Zylindern gut geschützt im Wind. Die wärmenden Schlappohren hat nun mal nur der Boxer. Einmal in Fahrt lassen sich die Schwergewichte erstaunlich einfach bewegen. Natürlich können sie sich nicht mit einem leichten Naked Bike in Sachen Handlichkeit messen. Dennoch ist man überrascht wie gut sich die Windjammer in Schräglage bringen lassen. Speziell die BMW spielt hier den Trumpf ihres niedrigen Schwerpunkts aus. Fast spielerisch geht die RT von einer Schräglage in die andere. Erst in engen Kehren macht sich das Gewicht bemerkbar. Dann wirkt sie schwer auf der Front und will gefühlt immer etwas größere Bögen fahren.

00 BMW R1200RT

Ganz ähnlich verhält sich die Triumph. Sie verlangt nach etwas Nachdruck, zieht dann aber zuverlässig und stabil ihre Bahn. Überhaupt ist Stabilität eine gute Umschreibung für die Trophy. In allen Lagen vermittelt sie großes Vertrauen, hat fahrwerkseitig fast immer eine Antwort. Wo die BMW auf welligem Geläuf mit steigender Geschwindigkeit schaukelnd um Fassung ringt, liegt die Triumph wie ein Brett. Und die 1400GTR? Ist trotz sportlicherer Auslegung kein Ausbund an Handlichkeit. Dafür vermittelt sie deutlich besseres Feedback, hat der Fahrer mehr Gefühl für das Vorderrad. Bei zügiger Fahrweise gewinnt man auf der Kawa schneller Vertrauen, allerdings ohne tatsächlich schneller als die Konkurrenz zu sein.

00 Triumph Trophy SE

Der sportliche Eindruck der GTR setzt sich auch beim Motor in Szene. Der Reihenvierer hat Druck in allen Lagen, speziell über 4.000 Umdrehungen legt die Maschine nochmal kräftig nach. In Sachen Spitzenleistung lässt die Kawa den Tourern keine Chance. Es folgt natürlich ein ABER. Denn im Tourenbereich zählt der spontane Antritt bei niedrigen Drehzahlen im hohen Gang. Und hier schlägt die Konkurrenz zu. Speziell der Boxer reagiert unmittelbar auf jede Bewegung der rechten Gashand. Zwar geht ihm kurz darauf auch gleich wieder die Luft aus, dennoch kaschiert der kräftige Antritt das vorhandene Leistungsmanko. Der Triple der Triumph zieht ähnlich stark davon, legt aber über ein breiteres Drehzahlband mächtig Kohlen nach. Sprich: ihm geht nicht die Puste aus wie der BMW. Erst im 2 Personenbetrieb und auf der Autobahn können Triumph und speziell die Kawasaki der BMW deutlich davon ziehen.

00 Kawasaki 1400GTR

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