Vergleich BMWF800R und Triumph Street Triple

Vergleich BMWF800R und Triumph Street Triple


Zwei- oder Dreisatz-Sieg?

Mittelklassevergleich – klingt nicht wirklich spannend. Nimmt man die Kontrahenten F800R und Street Triple allerdings genauer unter die Lupe, grinst der Tester sich eins. Sind doch beide astreine Kurvenwetzer mit hohem Spaßpotential.

Eindruck

Die Street Triple kommt für das Modelljahr 2013 mit einem Novum. Der bis dato stilbildende Underseat-Auspuff gehört der Vergangenheit an. Die Triumph trägt den Schalldämpfer jetzt massenoptimiert und leider auch –kompatibel brav an der Seite. Ansonsten bleibt die Optik weitgehend erhalten. Das etwas kantigere Designkommt insgesamt gut an. Erfreulich ist das jetzt lieferbare ABS. Weniger schön: es kostet 400 Euro Aufpreis. Gleiches gilt für die am Testmotorrad montierte Instrumentenabdeckung für 219 Euro. Damit steigert sich der Grundpreis von 8.090 auf 8.709 Euro.

03 Triumph Street Triple

Und liegt damit auf Augenhöhe mit dem Grundpreis der F800R. Da sind ABS und Instrumentenabdeckung im Grundpreis von 8.900 Euro bereits enthalten. Wem dies nicht reicht, findet im sehr umfangreichen Zubehörangebot von BMW noch einiges an Möglichkeiten die F800R zu pimpen. Sehr empfehlenswert: das Komfort-Paket für 500 Euro. Darin enthalten: Bordcomputer, Gepäckbrücke, Hauptständer, Heizbare Griffe, Kofferhalter und eine Steckdose.

03 BMW F800R

Antrieb

Halten wir es mit dem Alphabet und fangen mit der BMW an. Die wird von dem mittlerweile altbekannten 798 Kubik Zweizylinder angetrieben. Der Twin leistet 87 PS bei 8.000 Umdrehungen und drückt bereits bei 6.000 Umdrehungen das maximale Drehmoment von 86 NM auf die Rolle. Triumph setzt auf den 675 Kubik großen Reihendreier. Der leistet 106 PS bei 11.850. Umdrehungen und bringt es auf 68 NM bei erst 9.750 U/Min. Beiden gemeinsam: 6-Gang-Getriebe und Hinterradantrieb per Kette.

07 Triumph Street Triple

Liest man die Leistungsdaten, scheinen die Rollen klar verteilt. Die BMW mit weniger Power wirft das üppige Drehmoment in die Waagschale. Die Triumph hat mehr Leistung, wird aber sicher hohe Drehzahlen brauchen. Weit gefehlt. Die BMW punktet natürlich mit ihrem Drehmoment. Großer Gang und niedrige Drehzahl? Kein Problem. Bereits knapp unter 2.000 Umdrehungen nimmt der Twin sauber das Gas an und verwandelt den Kraftstoff unmittelbar in Vortrieb. Dabei ist die F800R kein Leisetreter und produziert sowohl ein gutes aber nicht unangenehmes Maß an Vibrationen sowie einen frechen Twin-Sound aus dem etwas groß geratenen Schalldämpfer. Soweit so gut.

07 BMW F800R

Dummerweise hat der Triumph-Drilling auf nahezu alles die passende Antwort – und mehr. Unglaublich welche Kraft der Dreier trotz Hubraum-Handicaps zur Verfügung stellt. Und da wo der BMW die Puste ausgeht, legt die Street Triple nochmal kräftig Futter nach. Dazu gesellt sich ein Sound der kein Auge trocken lässt. Die Kombination aus Ansauggeräusch und Triple-Trompeten lässt einem sämtliche Haare zu Berge stehen. 

Fahreindrücke

Mit solchen Geräten geht es am besten auf die Hausstrecke. Sowohl F800R als auch Street Triple sind absolute Könner ihres Fachs. Und stellen einmal mehr die Frage nach der notwendigen Maximalleistung. Mehr Motorrad braucht kein Mensch – zumindest nicht wenn man kurvige Landstraßen bevorzugt. Absoluter Handling-Meister ist die BMW. Kaum ein anderes Motorrad lässt sich so spielerisch bewegen wie die BMW. Links, rechts – locker flockig geht der Kurvenwechsel von der Hand. Fast schon zu einfach. Geht das? In diesem Fall schon. Denn in Kombination mit der handlingfördernden Michelin Bereifung ist es tatsächlich fast zu viel des Guten. Leistungsstarke Big Bikes und Supersportler haben da schon lange das Handtuch geworfen. Und der F800R-Treiber grinst sich einen.

01 BMW F800R

Allerdings geriet die Abstimmung für den Ritt auf der letzten Rille etwas zu komfort-orientiert. Wird der Belag etwas welliger, kommt leichte Unruhe ins Fahrwerk. Dann muss der Pilot korrigierend eingreifen. Und in genau diese Bresche schlägt die Triumph. Das Handling nicht ganz so frappierend wie das der BMW, legt sie mit ihrem strafferen Fahrwerk eine messerscharfe Präzision an den Tag. Einmal in Schräglage gebracht, lässt sich die Street Triple durch nichts aus der Ruhe bringen. Dabei ist sie kein bretthartes Foltergerät, sondern reagiert sensibel auf den Belag. So kann sich der Fahrer ganz auf seine Linie konzentrieren. Einfach klasse!

02 Triumph Street Triple

Wer braucht da noch mehr Motorrad? Zum Beispiel wer gerne mit 2 Personen und Gepäck unterwegs ist. Hier bietet die BMW einen halbwegs akzeptablen Beifahrerplatz und einen hervorragenden Koffersatz im Zubehörprogramm. Die Triumph kann in diesem Fall nicht glänzen. Der hintere Platz ist ein Fall für den Scheidungsanwalt und in Sachen Gepäck sieht es eher düster aus.

Vergleich BMW F800R und Triumph Street Triple 03

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