Test Vanucci ART XIV

Test Vanucci ART XIV


Ganz in Leder

Beim Frühjahrsevent von Nolan und Louis in Almeria hatten wir die Gelegenheit auf dem Racetrack die zweiteilige Lederpelle Vanucci Art XIV zu testen. Ist die Kombi so sperrig wie ihr Name – oder überzeugt sie im sportlichen Fahrmodus? Hier unsere Erfahrungen.

Wenn es zügig mit einer Lederkombi ums Eck gehen soll, sind vor allem zwei Eigenschaften enorm wichtig: Als aktiver Beitrag zur Sicherheit sind das Material und Protektoren, auf der passiven Habenseite sollte eine satt sitzende Passform mit einem entsprechenden Schnitt für Turnübungen stehen. Im Fall eins wartet die Vanucci Art XIV mit mindestens 1,2 Millimeter starkem Rindleder auf, verfügt über Lederdoppelungen an sturzgefährdeten Stellen wie Schultern, Ellenbogen, Knien sowie Hintern und setzt auf Super Shield HTP-Protektoren. Die Teile bestehen aus viskoelastischem Polyurethan, schmiegen sich satt an den Fahrerkörper und vermitteln schon im Stand viel bequeme Sicherheit. Dass an der Hüfte nur ein Protektorenfach, aber kein „Super Shield“-Bruder vorhanden ist, trübt die ansonsten gute Performance in Sachen Schutz ein wenig. Aber immerhin ist die Rückentasche der Jacke nicht leer und trägt damit zur Fahrersicherheit bei. Die Basis in puncto „Safety first“ passt also.

Jetzt schnell Hose und Jacke angezogen und raus auf die Rennstrecke von Almeria. Positiv fällt dabei sofort der im Leder von Jacke und Hose vernähte, lange Verbindungsreißverschluss auf. Das wirkt solide und stabil. Arm- und Beinabschlüsse passen auch und der schicke Neoprenkragen der Jacke verwöhnt mit nicht erwartetem Komfort – super! Auch auf dem Bike macht die Art XIV von Vanucci eine gute Figur. Sinnvoll platziertes Stretchmaterial an Armen und Leisten unterstützt den sportlichen Tatendrang. Zumindest solange, bis die Jagd nach Bestzeiten zur Hauptaufgabe wird. Für den ganz engagierten Einsatz ist der Zweiteiler nicht konsequent genug geschnitten, versucht eben doch den Spagat zwischen sportlichem Landstraßentreiben auf einem Nakedbike und dem „Bückling“ auf der Rennstrecken-Zeitenfeile. Aber wie geschrieben: Das tritt erst deutlich zu Tage, wenn das eigene Engagement auf dem Motorrad schon in Richtung Rundenzeiten-Performance geht. Spätestens dann sollten der Griff zum Leder-Einteiler – für den perfekten Sitz sogar nach Maß – und ein separater Rückenprotektor ein Selbstverständnis sein. Für alles andere diesseits dieser Anforderung – sei es das ein oder andere Sicherheitstraining auf der nächsten Rennstrecke oder der zügige Landstraßenausflug – ist die Vanucci Art XIV aber bestens geeignet und verdient einen dicken Tipp. 

Erhältlich sind sowohl Jacke und Hose in den Größen 48 bis 58 und den Grundfarben Schwarz und Weiß. Zwei Innen- und eine Handytasche runden die gute Ausstattung des Zweiteilers für 699,90 Euro ab, allerdings ohne Knieschleifer. Bodenkontaktjünger, die nicht ohne das Kratzen von Plastik auf Asphalt auskommen, müssen an dieser Stelle also noch nachrüsten.

Bestell- und Farbinformationen findet ihr hier.

Text: Jens Möller

Bilder: RACEPIXX.DE