BMW F800GT

BMW F800GT


Konkurrenz im eigenen Haus

Die F800GT stellt im BMW-Programm den Einstieg in die Tourenwelt dar. Wer die Tourenbomber RT und GT zu schwer, ausladend oder schlichtweg zu teuer findet, könnte in der 800er eine passende Alternative finden. Die Eckdaten passen jedenfalls, dazu gibt es ab Werk Zubehör ohne Ende. Gab es bei der Vorgängerin allerdings auch. Und die führte ein Mauerblümchen-Dasein während sich die 800er-Schwestern R und GS verkauften wie geschnitten Brot. Ob der neuen GT das gleiche Schicksal droht? Wir glauben nicht.

Es ist schon ein Kreuz mit der Familie. Ist ja nicht nur bei BMW so. Bei Kawasaki ist die ER-6n der Dauerbrenner im Programm, während ER-6f und Versys trotz ähnlicher Qualitäten nicht so richtig in die Pötte kommen. Und so schlägt sich auch BMW`s Tourensportler mit der buckligen Verwandtschaft rum. Die F800R ist der Publikumsliebling und in Sachen Langstrecke macht die F800GS mit langen Beinen und Trecking-Outfit das Leben schwer. Also verpasste BMW dem Einstiegstourer eine kräftige Überarbeitung und präsentierte die F800GT. Die wirkt jetzt deutlich frischer, bei aller Ähnlichkeit zur Vorgängerin weniger kantiger und gefälliger. Dabei legten die Bajuwaren großen Wert auf verbesserte Tourentauglichkeit. Am Windschutz sowie der Ergonomie wurde gefeilt, der Motor erhielt mehr Leistung.

BMW F800GT 06

Tatsächlich fühlt man sich auf der F800GT großzügiger untergebracht als auf der nackten Schwester. Durch die Verkleidung hat man das Gefühl auf einem größeren Motorrad zu sitzen. Dabei passt die GT wie ein gut sitzender Handschuh. Man fühlt sich auf Anhieb wohl. Die Sitzbank ist bequem, der etwas höher montierte Lenker hält den Oberkörper angenehm aufrecht und liegt gut in der Hand. Dazu kommt die auch bei Vollausstattung narrenfreie Bedienung, die trotz Funktionsvielfalt das Studium des Handbuchs weitgehend unnötig macht. Im Serientrimm ist die GT für 10.300 Euro zu haben, seit diesem Jahr ist bei BMW endlich das ABS bei allen Modellen serienmäßig. Die Optionsliste ist gewohnt lang und bietet einige mehr als empfehlenswerte Features. So sollte beim Safety-Paket für 690 Euro unbedingt ein Häkchen gemacht werden. Es beinhaltet die Traktionskontrolle ASC, das elektrische Fahrwerk ESA und eine Reifendruckkontrolle. Im Komfortpaket für 450 Euro sind Bordcomputer, Hauptständer, Heizgriffe und Kofferhalter enthalten.

Unsere Testmaschine steht in Light-White-uni und nahezu in Vollausstattung da. Komfort- und Safety-Paket, Kofferset und Topcase gestalten den täglichen Umgang sehr angenehm, wenn auch zu einem stattlichen Preis. Aber erst einmal geht es um die Fahrqualitäten. Und die können sich sehen lassen. Der 798 Kubik große Reihentwin leistet jetzt glatte 90 PS und stellt bereits bei 5.800 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 86 NM zur Verfügung. Dementsprechend gut lässt sich die F800GT im Alltag bewegen. Bereits ab Standgas nimmt die BMW klaglos Gas an und sorgt für ordentlichen Durchzug im Drehzahlkeller. Wer es gerne sportlich mag, kann die Gänge länger ausfahren. Drehzahlen über 7.000 Umdrehungen sind aber selten nötig. Vibrationen halten sich dabei erfreulich in Grenzen. Der Wunsch nach mehr Leistung kommt maximal im 2-Personenbetrieb mit Gepäck auf.

BMW F800GT 01

Das Fahrwerk verkraftet auch maximale Beanspruchung klaglos. ESA sei Dank. Volle Besetzung und Gepäck? Kein Thema, wird kinderleicht per Knopfdruck entsprechend eingestellt. Die Beladungseinstellung funktioniert nur im Stand, die Grundeinstellung Komfort, Normal und Sport lässt sich auch während der Fahrt ändern. Mit diesen Möglichkeiten findet sich eigentlich immer die passende Antwort auf unterschiedliche Fahrbahnzustände. Die Anfahrt über Schnellstraße komfortabel, die flotte Runde über kurviges Geläuf sportlich und für den täglichen Einsatz tut es die Standardeinstellung Normal. Einfach so, auf Knopfdruck.

BMW F800GT 05

Auf der Langstrecke bietet die F800GT dank effektiver Verkleidung  guten Komfort und ermöglicht dauerhaft höhere Geschwindigkeiten. Der Oberkörper ist gut von Winddruck entlastet, dennoch ist der Fahrer nicht von der Umwelt und dem Wetterzustand entkoppelt. Auf der Landstraße übernimmt die GT dann die Rolle der Kurvenräuberin. Das Handling reicht zwar nicht ganz an die hakenschlagende F800R heran, ist dennoch als fast spielerisch zu bezeichnen. Speziell in schnellen Wechselkurven will die GT im Vergleich zu ihrer nackten Schwester mit etwas mehr Nachdruck bewegt werden. Dabei begeistert sie mit hoher Lenkpräzision und guter Rückmeldung. Auch bei den Bremsen gibt es nichts zu mäkeln. Die Verzögerung ist gut, der Hebel liefert einen guten Druckpunkt und macht es dem Fahrer dementsprechend leicht.

BMW F800GT 23

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