Honda VT1300CX

Honda VT1300CX


Japans Kampfansage: Chopper Marsch!

Ganz entsprechend den japanischen Gepflogenheiten, ist Hondas neue VT1300CX der derzeit beste Harley-Klon auf dem Markt. Für japanische Verhältnisse ist die VT1300CX ziemlich radikal, sie sieht eher wie ein rausgeputzter Chopper, denn ein braver Cruiser aus – Hondas Team für „amerikanisches“ Design darf hierfür applaudiert werden.

Hondas Erfolgsrezept? Man nehme einfach einen hondatypischen Motor, perfekte Einspritzung und Schaltbox, plus wartungsfreien Kardanantrieb. Oder haben sie doch nicht das richtige Gesamt-Rezept? Unglücklicher Weise wirkt die Honda mit dem ganzen verchromten Plastik überall auf den ersten Blick eher billig. Vom Schutzblech bis zum Motorseitendeckel, alles Plastik. Es sind die Details die bei der VT1300CX Punkteabzug geben. Nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber die Honda ist wassergekühlt, der Lüfter sitzt zwischen den vorderen unteren Rahmenstreben. Für einen großvolumigen (1312 Kubik) V-Twin schaltet man sich erstaunlich exakt und weich durch die kurze Übersetzung, die immerhin 100 Newtonmeter drückt. Zusammen mit der perfekt arbeitenden Elektronik und Einspritzung ergibt das ein gut am Gas hängendes 303 Kilogramm-Bike, mit langem Radstand, das sich einfach handhaben und lässig fahren lässt.

Es ist schwer zu glauben, daß ein Bike mit 1805 Millimeter Radstand, 21er Vorderrad und dem mühlensteingroßen Goodyear-Anker hintendrin, sich irgendwie anders, als statisch verhalten könnte. Aber die VT1300CX hat´s drauf. Die weiche Federung schluckt auch die größten Schlaglöcher, nimmt aber auch jedes Feedback der Reifen weg. Nicht, dass man auf unwirtlichem Boden groß Mäxchen mit der Fury machen könnte… Die Sitzposition mit den vorverlegten Fußrasten ist lange nicht so unbequem wie sie aussieht, eigentlich ist sie sogar recht  fahrerfreundlich. Der Sitz ist dick gepolstert und eher sportlich, der hohe Lenker und die Lampe halten etwas den Wind vom Fahrer ab.

Allerdings gibt es auch nichts Spektakuläres an der Honda. Es sei denn man zählt die Dunkelblau-Lackierung oder den Kardan dazu. Die VT1300CX wird weder mit Bugspoiler, noch Windscheibe oder Soziuspad ausgeliefert das sind alles optionale Zubehörteile. Alles in allem: Der Kardan ist prima und die verchromten Teile glänzen zumindest schön… Zuverlässigkeit war noch nie eines von Hondas Problemen und auch alle mechanischen Teile der VT1300CX sind endlos getestet, weil sie so oder anders schon in anderen Modellen verbaut wurden. Über Qualität ließe sich allerdings streiten. Die lackierten Teile sind zwar gut, aber die billig verchromten Plastikteile und die nicht polierten Metallteile, wie zum Beispiel die lackierten Felgen und der Seitenständer, lassen die Honda teilweise billig aussehen. Und warum gibt es nur einen 12,8 Liter-Tank?

Honda VT1300CX-2010 03

Preislich ist die Fury mit rund 14.000 Euro ein gutes Stück unter Harley üblichen Preisen angesiedelt, und ihr Geld wert. Andererseits ist sie eben auch keine Harley und man fragt sich, ob eine japanische Replika 14.000 Euro wert ist. Falls es Honda gelingt aus der Fury eine lange Modellreihe zu entwickeln, mit Owners-Groups, Lifestyle-Produkten und Accessoires, dann werden die Gebrauchtpreise der Fury vielleicht mal steigen, anstatt zu fallen, wie bei allen anderen japanischen Modellen.

Honda VT1300CX-2010 06
 

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