Yamaha YZF-R1

Yamaha YZF-R1


Die Rennsport-Legende für zu Hause

So ist bisher noch nie ein Reihen-Vierzylinder konstruiert worden. Einfach genial. Der Ultra-Kurzhuber der Yamaha R1 hat eine Crossplane-Kurbelwelle mit einem Hubzapfenversatz von 90 Grad und ungleichmäßiger Zündfolge – direkt aus Valentino Rossis MotoGP YZF-M1 importiert.

Im Stand dreht der Motor hoch wie ein Zweitakter und während der Fahrt schnurrt die R1 wie ein Kätzchen, aber egal welche Drehzahl, Leistung steht überall zur Verfügung. Dank der cleveren Motorkonstruktion beschleunigt die R1 wie ein V-Twin aus der Kurve, mit hervorragendem Feedback vom Hinterreifen und jagt wie gestochen die Gerade entlang – wie nur ein richtig böser Reihen-Vierzylinder das eben kann. Und das Beste: Sie hört sich an wie Rossis M1 bei Vollgas. Wegen der neuen Crossplane-Kurbelwelle (alle anderen Reihen-Vierzylinder haben um 180 Grad gekröpfte Nocken) hat die R1 den kürzesten Arbeitstakt aller 1000er, und auch den größten Zylinderdurchmesser aller bisherigen R1: Modell 2007/2008: 77 x 53,6mm, Modell 2009: 78 x 52,2mm. Normalerweise würde das zum Anstieg der Spitzenleistung führen, aber Nockenwelle und Einspritzzeiten stärken den 1000er Motor eher im unteren und mittleren Drehzahlbereich.

Die Höchstgeschwindigkeit ist gleich geblieben, aber das Drehmoment hat zwei Newtonmeter zugelegt: 182 PS bei 12.500 U/Min und 115,5 Nm bei 10.000 U/Min. Größter Unterschied zur Vorgänger-R1 sind vor allem die Kurvengeschwindigkeiten die man mit der neuen R1 fahren kann.Erhalten geblieben sind: aus Aluminium geschmiedete Kolben, keramisch beschichtete Zylinderbuchsen, Einlass- und Auslassventile aus Titan und die Slipper-Kupplung. Den Ingenieuren gelang es außerdem, einen größeren Tank zu kreieren, der trotzdem flacher baut und zwischen den beiden Hauptrahmenprofilen Platz findet.  

Verglichen mit den vorherigen Yamaha R1 Modellen ist die 2009er zwar noch schärfer konturiert, aber ohne ihr vertrautes neutrales Yamaha-Gesicht zu verlieren. Der Aluminium-Deltabox-Rahmen und die Schwinge sind Druckgussteile, eins zu eins aus der M1 übernommen, und somit unflexibel. Andere Bauteile des Rahmens aus stranggezogenem Alu bilden die flexiblen Bereiche des Rahmens. Der Motor steht nun 9 Grad steiler und 8,2 Millimeter weiter vorn als vorher, um mehr Gewicht auf die Front zu verlagern. Die Gewichtsverteilung verteilt sich 52,4% vorn zu 47,6% hinten. Die Sitzposition wurde kompakter, der Lenker kommt 10 Millimeter an den Fahrer heran, der Sitz rückt 7,6 Millimeter und die Fußrasten 10 Millimeter vor. Die Achse senkt sich um fünf Millimeter auf 1415 Millimeter ab. Zur weiteren Massenzentralisation dienen das Rahmenheck aus Magnesium von der R6, die kürzeren Titan-Endtöpfe und der kürzere Tank. Die Fußrastenanlage ist zweifach einstellbar, 155 Millimeter hoch und 3 Millimeter zurück.

Yamaha YZF-R1 03

Die Druckstufen-Dämpfung im linken Gabelholm arbeitet völlig unabhängig von dem Zugstufen-Dämpfungssystem im rechten Gabelholm. Yamaha sagt, dass das die Dämpfung der 43mm-Gabel verbessert. Da die Holme über die Brücke und Radachse verbunden sind, ist das ganze System gut ausbalanciert. Das neue, oberhalb der Schwinge über ein Hebelsystem, angelenkte Federbein lässt sich in Federvorspannung per hydraulischen Stellmechanismus justieren. Die Dämpfungsdruckstufe reagiert elektronisch auf Low- und Highspeed-Bereich. Die 2009er Yamaha R1 hat immer noch die gleichen Sechs-Kolben-Bremszangen mit den 310mm-Scheiben wie die letzten Modelle, die Bremsanlage ist aber etwas leichter geworden. Der neue Handhebel am Hauptbremszylinder wurde überarbeitet und hat nun 25 Gramm weniger Gewicht. Der Hinterradreifen ist für besseren Seitengrip von einem 50er auf einen 55er angewachsen. Die Yamaha R1 ist mit allem ausgestattet: Scheinwerfer mit beweglicher Blende für Abblend- und Fernlicht, ride-by-wire-System, variable Längen der Ansaugtrichter vor den Ansaugkanälen, voll einstellbares Fahrwerk, Slipper-Kupplung, Sechs-Kolben-Bremszangen, einstellbares Motormapping, jede Menge Titan-Teile (Auspuff, Einlassventile), einstellbare Fußrastenanlage und so weiter.

Yamaha YZF-R1 07

Der Yamaha R1 eilt der Ruf voraus einen bombenfesten Motor zu haben, auch wenn dieser auf der Rennstrecke und in härteren Gangarten gefahren wird – kein Grund, warum das bei der neuen R1 anders sein sollte. Durch die neue Crossplane-Kurbelwelle ist der Motor bei hohen Drehzahlen sogar noch stabiler geworden. Die Verarbeitungsqualität ist wirklich eine der besten. Zum ersten Mal kratzt die R1 an der 15.500 Euro-Marke. Eine Menge Geld, wenn man bedenkt, dass die erste R1 rund 21.000 Mark gekostet hat. Aber die guten Zeiten sind eben vorbei. Wenn man jedoch sieht wie nah die neue R1 an Rossis M1 dran ist, ist es auch viel Motorrad für den Preis.

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