Buell Ulysses XB12XT

Buell Ulysses XB12XT


Expedition ins Neuland

Ein bereits vorhandenes Modell zu überarbeiten und dabei ein völlig anderes daraus zu machen kann funktionieren – andere Hersteller tun dies ja auch ständig. Der Weg von Buell zur Ulysses XB12XT: Die Ulysses überarbeiten, mit Koffern und Top Case ausstatten und hoffen, dass der betagte luftgekühlte Motor diese Last vorwärts kriegt. Das funktioniert beinah, ist aber wirklich nur etwas für eingefleischte Buell-Fahrer.

Der 1203er Motor aus der Thunderstorm spuckt ein fettes Drehmoment aus und blubbert ab 100 km/h sehr erfreulich vor sich hin. Auch die Gemischversorgung gibt keinen Anlass mehr zu Fragen, die XB12XT bekam eine neue ECU mit mehr Rechenleistung für optimale Einspritzung.  Allerdings macht die aufsteigende Hitze vom luftgekühltem Motor lange Strecken zu einer warmen Angelegenheit, der Lüfter läuft ununterbrochen und ist wirklich nervtötend. Zwar basiert die XB12XT auf der Ulysses mit längeren Federwegen, bei der XT-Version sind die Showa Federbeine aber auf ein normal hohes Niveau einer Straßenmaschine reduziert und sehr weich. Die voll einstellbare Gabel lässt sich für alle Fahrbedingungen justieren, von Solo bis Duo mit Gepäck. Das Handling ist typisch Buell: agil, leichtfüßig und für ein 211 Kilogramm schweres Bike sehr handlich.

   

Koffer, Top-Case, eine brauchbare Scheibe, Handprotektoren und Bordwerkzeug sind genauso serienmäßig wie 12V-Steckdose für Zubehörteile. Wenn das Top-Case mal zu Hause bleibt, kann man für die Sozia eine Rückenlehne hochklappen. Bestes technisches Detail ist unzweifelhaft der Zahnriemenantrieb; kein Schmieren, minimale Einstellarbeiten und super haltbar. Ebenfalls unzweifelhaft ist das Größte Problem der Buells immernoch ihre Verarbeitungsqualität. Die Beschichtung der Endtöpfe zum Beispiel geht schnell ab. Buell versichert, dass diese Kinderkrankheiten der Vergangenheit angehören und sie in Zukunft auf Augenhöhe bei den „Großen“ mitspielen.

Buell Ulysses XB12XT -2

Mit der XB12XT betritt Buell nun auch das Tourensegment. Ob dies mit der XB12XT gelingt, bleibt abzuwarten. Preislich liegt die Buell bei immerhin 12.299 Euro und damit fast auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.   

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