Honda CB1000R

Honda CB1000R


Alleskönner mit Charme

Den Dinosaurier CB1000 aus den 90er-Jahren bitte gleich wieder vergessen und die abgespeckte 900er Hornet bitte auch. Mit der CB1000R macht Honda ein komplett neues Fass auf: Europäisches Design, eine überarbeitete Version des 2007er Fireblade-Motors, 2008er Fireblade Gabel und Bremsen, eine wunderschöne Einarmschwinge und ein absolut fabelhaftes Antlitz. Das einzige was der CB1000R ein bisschen fehlt ist etwas Herz und der Sound einer Brutale oder Speed Triple.

In der CB1000R steckt ein in Drehmoment und mittlerem Drehzahlbereich überarbeiteter 2007er Fireblade Motor. Es ist der gleiche wie in der CBF1000, jedoch deutlich weniger gezähmt. 130 PS sind zwar viel, aber es sind eher das Drehmoment und die Art wie die Leistung zur Verfügung gestellt wird, die beeindrucken. Früher oder später kommt man nämlich zu dem Punkt, wo der sechste Gang schon bei 50 km/h drin ist und dennoch - zwar ohne Ruckeln -  aalglatt zulegt. Wenn man das so liest, klingt es vielleicht nicht ganz so aufregend wie es ist, aber: es ist so! Doch die Honda kann auch anders: wer hohe Drehzahlen bevorzugt, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Die Drehfreude kommt keinesfalls zu kurz. Hier machen sich die Gene der Fireblade bemerkbar. Dabei vergisst die CB1000R nie ihre Manieren. Der Vierzylinder läuft über den gesamten Drehzahlbereich seidenweich.

Die CB1000R wirkt rundum aggressiv, will dich aber niemals abwerfen. Im Vergleich zur Speed Triple ist sie nicht so rau, und überhaupt ist sie einfacher zu fahren als alle ihre Konkurrenten. Die große Stärke der Honda ist ihre Ausgewogenheit. Das Fahrwerk der CB1000R ist weicher als Fahrwerke der Konkurrenz, aber es fühlt sich komfortabel und dennoch ausreichend sportlich an. Die meisten Fahrer wollen eh kein Bike das knüppelhart ist, sondern nur wissen, was die Reifen gerade tun. Man will auch kein Motorrad, das beim Gas geben oder Bremsen ständig buckelt. Honda bietet diesen Bikern das perfekte Motorrad. Egal ob gemütliche Überlandfahrt, oder kurvenkratzen auf der Hausstrecke. Das Fahrwerk hat stets die richtige Antwort parat. Auf der Rennstrecke mag sie etwas hinter den Rivalen zurück bleiben, aber im richtigen Leben, wo sich Polizisten in Mülltonnen verstecken, um Raser mit der Laserpistole zu erwischen, die Straßen am Wochenende immer voller werden und der Asphalt kein Rennstreckenbelag ist, da ist die Honda CB1000R ein prima Motorrad – unschlagbar. Der ausgeglichene Motor und das herrliche Fahrwerk ergänzen sich zur optimalen Kombination für den Alltag. Selten war ein so starkes Motorrad so einfach zu fahren. Aber hier liegt auch der Hase im Pfeffer: man muß sich auf der CB1000R schon ordentlich zurückhalten. Weil alles so einfach ist, fällt die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit immer höher aus als man denkt.

Honda CB1000R-08

Die Verarbeitung ist hondaüblich auf einem Toplevel. Die Gabel stammt aus der 2008er Fireblade, allerdings mit anderem Innenleben. Auch die Bremsen stammen von der 2008er Fireblade, haben aber die kleineren 310mm-Bremsscheiben, einen anderen Bremszylinder und andere Schläuche. Die LCD-Armaturen sehen sehr schick aus, sind aber nicht immer problemlos abzulesen. Ansonsten ist die Bedienung der Honda intuitiv, alles ist da wo es hingehört, das Studium der Handbuchs daher überflüssig.

Honda CB1000R-02

10.690 Euro ruft Honda für die CB1000R aus, leider ist ABS nicht serienmäßig und schlägt nochmal mit 600 Euronen zu Buche. Schade eigentlich, die aktuellen Konkurrenten haben den Blockierverhinderer in der Regel serienmäßig. Alles in allem dennoch ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Erhält man doch mit der CB1000R ein Moped mit potentem Motor, super Fahrwerk und einer Top-Verarbeitung.

Honda CB1000R-01
 

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