Suzuki Gladius

Suzuki Gladius


Würdiger Nachfolger mit Sahnehäubchen

Die alte SV650 war ein gutes Motorrad und um ehrlich zu sein, brauchte es für Suzuki nicht viel, ein neues gutes Motorrad auf den Markt zu bringen. Aber sie haben noch einen drauf gesetzt und mit der Gladius ein exzellentes Motorrad daraus gemacht. Im Aussehen offensichtlich überarbeitet, steckt die wahre Schönheit aber unter der Oberfläche: Der kleine, liebenswerte, sanfte, aber kraftvolle V-Twin. Der Fahrspaß kommt, wie gehabt, als Bonus oben drauf.

Man merkt sofort, dass Suzuki den Motor 10 % effizienter gemacht hat. Er läuft weicher und mit weniger Widerstand, insgesamt ist die Gladius im mittleren Drehzahlbereich kräftiger und oben raus drehfreudiger.  Die Brennstoffversorgung ist ähnlich wie bei der GSX-R-Reihe: mit Zehn-Loch-Einspritzanlage und zwei Drosselklappen pro Ansaugkanal. Der 645 ccm große V2 liefert immerhin 72 PS bei 8.400 Umdrehungen ab. Das Drehmoment von 64 NM liegt bereits 2.000 Umdrehungen früher an. Zum Vergleich: bei der 650er Bandit liegen 62 NM erst bei 8.900 U/Min an. Genau hier liegt die Stärke der Gladius. Sie liefert trotz kleinem Hubraum ordentlich Power bereits bei niedrigen Drehzahlen ab. Im Vergleich zur Bandit wirkt sie wesentlich kraftvoller im Antritt, muß nicht so gedreht werden. Soundmäßig ist ein V2 ohnehin immer auf der Gewinnerseite. Dumpf bollernd legt sich die Gladius ins Zeug, zieht sauber durch und lässt die 4-zylindrige Konkurrenz hinter sich.

Die Suzuki Gladius führt die Traditionen der alten SV650 fort, soll heißen, immer noch leicht zu fahren für Einsteiger, bietet aber auch ordentlich Fahrspaß für erfahrenere Biker. Es gibt keine bösen Überraschungen, die Gladius verzeiht viel. Das macht es für den Einsteiger einfach, schnell gewinnt man Vertrauen in die Gladius und wagt sich in fortgeschrittenere Bereiche. Und da geht es auch: selbst wenn die Fußrasten schon schleifen, benimmt sie sich die Gladius noch vorbildlich. Das Fahrwerk ist nicht einstellbar und eher komfortabel abgestimmt. Harte Gangart bringt es kann es dann schonmal aus der Fassung bringen, aber dann ist man in der Regel schon deutlich jenseits der StVO unterwegs. Die Bremsen sind Standardware, vorne wird per 290er Doppelscheibe mit Doppelkolben gebremst, die hintere Scheibe hat 240 mm und einen Kolben. Dennoch geben die Stopper gutes Feedback und werden erst schmierig, wenn sie bei Zweierbesetzung richtig hart rangenommen werden. Ein ABS ist bereits serienmäßig an Bord.

Suzuki Gladius 20

Bei dem günstigen Preis von 6.890 Euro ist natürlich kein Platz für technische Gimmicks: Keine Anti-Rutsch-Kupplung oder vielfach einstellbares Fahrwerk. Die Bremsen – wie vorher schon gesagt – Standardware, aber immerhin mit ABS. Aber selbst bei kritischer Betrachtung wirkt die Gladius nicht wie ein günstig zusammengeschustertes Sonderangebot. Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen: Ganganzeige, Uhr, Restreichweite und alles adrett verpackt. Auch Finish und Lackqualität passen, da hat Suzuki in der Vergangenheit schon mal Probleme gehabt. Bei der Gladius definitiv nicht. Da schon die SV650 mit hoher Zuverlässigkeit glänzte, dürfte auch die Gladius das Zeug zum Dauerläufer haben. Zumal die Verarbeitungsqualität deutlich gestiegen ist.   Die Gladius ist für 6.890 Euro mit ABS ein wirklich guter Deal und den Preis absolut wert. Die Zielgruppe ist riesig, vom Anfänger bis zum Wiedereinsteiger, für jeden jat die Gladius was zu bieten. Der V2 hat genügend Leistung und einen in dieser Hubraumklasse ordentlichen Punch aus dem Drehzahlkeller. Mit Sicherheit fühlt sich die Suzuki jedenfalls nicht wie ein Billigbike an, ist aber dennoch günstiger als die Konkurrenz. Vielleicht wird die Gladius mal das meist verkaufte Bike?

Suzuki Gladius 03

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