Honda CBR1000RR Fireblade

Honda CBR1000RR Fireblade


Geschärfte Klinge!

Die große Neuerung an der Honda CBR1000RR Fireblade sind nicht etwa die neuen, ovalen Blinker, sondern das revolutionäre elektronische Combined ABS-System. Damit ist die Honda Fireblade das weltweit erste mit ABS ausgestattete Superbike. Dieses System beeinträchtigt den Fahrspaß mit diesem unglaublichen Superbike in keiner Weise. Alles fühlt sich genauso an wie bei einer normalen Blade – sogar auf der Rennstrecke.

Das Bremssystem hält sich im Hintergrund bis zum dem Moment, in dem man in eine brenzlige Bremssituation kommt, dann erst greift das „brake-by-wire“ein. Definitiv ein Meilenstein auf dem Motorradmarkt und setzt sicher Maßstäbe für Dinge die da kommen werden. Warum wollten wir überhaupt je Superbikes ohne ABS? Oder wollten wir das garnicht?

Sie mag mit ihren 1000er Konkurrenten in Sachen Leistungsmaximum nicht ganz mithalten, aber die Magie der Honda Fireblade sind ihr Drehmoment und die mächtige Beschleunigung. Honda´s 178 PS Reihenvierzylinder mit 999,8 Kubik Hubraum katapultiert die Blade auf die dunkle Seite jenseits der 290 km/h, beeindruckender sind jedoch die 112 Nm Drehmoment. Die Leistung ist durch alle Drehzahlbereiche hindurch gut kontrollierbar und die Gasannahme perfekt. Die große Stärke des Fireblade-Motors ist zweifelsohne seine Allroundfähigkeit. Andere haben vielleicht eine spitzere Leistungsenfaltung für die Rennstrecke oder noch besseren Durchzug. Aber keine verbindet die Spitzenleistung und das Drehmoment so perfekt wie die Fireblade. Wo andere untenrum röcheln, geht die Fireblade schon heftig ab. Auch wenn die Konkurrenz in der Leistung etwas vor der Blade liegt, wo will man diese denn ausreizen? Auf der Landstraße zählen andere Werte und die hat die Honda Fireblade en masse. Dies ist definitiv einer dieser Motoren, die noch in allen Zeiten als unvergessen großartig gelten werden.

Auf der Rennstrecke fühlt sich die flinke, aber stabile Blade etwas wie die RC212V Moto-GP-Maschine an, nach der sie auch gestylt ist. Die Federung ist aus sportlicher Sicht relativ weich und saugt Bodenwellen auf der Straße förmlich auf. Auf der Rennstrecke vermittelt sie viel Feedback und Kontrolle. Schon die Standardbremse agiert feinfühlig und kraftvoll, aber das C-ABS-Modell katapultiert Bremsen auf ein ganz neues Level. Das ABS greift ein, wenn die Räder zum Beispiel bei einer Schreckbremsung blockieren, aber anders als die mechanischen Systeme spürt man kein Pulsieren am Hebel, sondern nur konstanten Bremsdruck. Unter Normalbedingungen verteilt das System, auch wenn nur die Vorderradbremse genutzt wird, einen kleinen Teil der Bremskraft auf die Hinterradbremse, um ein Schwimmen der Maschine zu verhindern, was die Stabilität beim Einlenken in eine Kurve enorm erhöht. Funktioniert perfekt, als hätte es noch nie etwas anderes gegeben. Umgewöhnung? Fehlanzeige. Note 1, setzen!

Honda CBR1000RR Fireblade 03

Die Blade ist mit allem Schnickschnack den man für schnelles Fahren braucht ausgestattet. Neben dem aufregendem C-ABS-System, hat sie ein voll einstellbares Fahrwerk, Radialbremsen und eine Anti-Rutsch-Kupplung. Das einzige was zur großen Liebe noch fehlt ist eine Traktionskontrolle, wie sie zum Beispiel an der Ducati Streetfighter, Ducati 1198S und 1098R zu finden ist. Mit der liesse es sich noch flotter und natürlich auch sicherer aus der Kurve rausbeschleunigen. Aber man kann sicher sein, spätestens die nächste Version der Fireblade hat so etwas zu bieten. Ansonsten: alles beim alten. Und dies im absolut positiven Sinn! Die Sitzposition ist für einen Supersportler fast schon kommod, alles passt auf Anhieb wie angegossen. Fast schon erschreckend wie einfach so ein Gerät wie die Honda Fireblade zu fahren ist. Wer dachte Supersportler sind Folterbänke und Patientenbeschaffer für den Orthopäden, hat noch nie eine Fireblade gefahren. Und sollte es dringend tun. Natürlich ist bei dem Gebotenen auch stets die freiwillige Selbstkontrolle gefragt. Soviel Leistung gepaart mit einfachstem Handling führt zwangsläufig zu einem sehr zügigen Fahrstil.

Honda CBR1000RR Fireblade 04

Was die Verarbeitung der Fireblade betrifft: Honda hat die Begriffe „Qualität“ und „Haltbarkeit“ quasi erfunden. An der Honda Fireblade lässt sich dies alles gut auf Herz und Nieren überprüfen. Die Lackierung ist tief wie ein Swimmingpool, die Kontrollelemente sind solide gebaut und alles funktioniert wie bei einer gut geölten Maschine. Auch in der Vergangenheit war die Fireblade bei guter Behandlung und Pflege ein Musterschüler. Dies sollte sich bei der aktuellen Version nicht geändert haben. Knapp 15.990 Euro sind ein angemessener Preis für eine der besten Maschinen ihrer Klasse. Wer 1.000 Euro sparen will, kann das ABS weglassen. Wir raten jedoch dringend davon ab. Der Aufpreis für das C-ABS ist zwar ordentlich, aber es ist auch ein phantastisches System, was in keiner Weise den Fahrspaß beeinträchtigt, aber einem eines Tages vielleicht die Haut retten könnte.  

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