Kawasaki Versys 2010

Kawasaki Versys 2010


Einsteiger oder Alleskönner?

An der alten Versys war wirklich nichts verkehrt, sie brauchte nur ein paar kleine Verbesserungen, die Kawasaki jetzt umgesetzt hat. Das größte Problem waren die Motor-Vibrationen, die nun reduziert wurden. Ein paar kosmetische Neuerungen und extra Zubehöroptionen wie Heizgriffe gab´s obendrauf. Die Versys ist mit unter 7.995 Euro ein Schnäppchen und zudem ein allem gewachsener Allrounder.

Es sei allen verziehen, die denken bei der Versys sei es mit der Leistung nicht weit her, aber sie liegen falsch. Der Paralleltwin hat ordentlich Schub und leistet auf dem Papier 64 PS. Es steht genügend Drehmoment zur Verfügung, um das Vorderrad in die Luft zu befördern und durch den Stadtverkehr zu flutschen. Genauer gesagt: 61 NM. Und der Großteil davon schon bei niedrigen Drehzahlen. Aber der Twin der Versys kann auch ordentlich ausgedreht werden und erreicht dann locker Höchstgeschwindigkeiten um 185 km/h. Über den Paralleltwin sind uns keine Horrorstories  bekannt, einige haben sogar die Mini-Twin-Rennserien erfolgreich ohne große Probleme absolviert.

Das exzellente Handling bei geringen Geschwindigkeiten macht Kawasaki´s Versys zur idealen Begleiterin. Sie ist handlich wie ein Mountainbike, hat einen engen Wendekreis, man kann einfach aufsitzen und Spaß haben. Der Anfänger fühlt sich nicht überfordert und der Fortgeschrittene lotet mit der Versys seinen Grenzbereich aus. Wie auch immer, jenseits der gesetzlichen Geschwindigkeitsbegrenzung stößt das weiche Fahrwerk schon an seine Grenzen. Aber in der Regel sind die meisten Motorradfahrer auch schon an den eigenen angelangt. Die Bremsen sind sehr gut, sehen super aus und haben ABS serienmäßig dabei. Aufgrund der eher weichen Grundabstimmung der Gabel, taucht die Front der Versys bei starken Bremsungen schon heftig ab.

Kawasaki Versys 12

Neben dem ABS hat es aber noch weitere Ausstattungsdetails. Die neue Scheibe ist dreifach verstellbar, die Spiegel und Blinker sind größer geworden und ganz besonders wichtig, Kawasaki hat den Motor endlich gummigelagert um die lästigen Vibrationen zu reduzieren – ein einfacher Trick den sie letztes Jahr schon bei der ER-6N und F schon wirkungsvoll angewandt haben. Das Heck ziert jetzt schicke LED-Leuchten und das Frontdesign hat sich geändert. Im Optionenpaket finden sich dann auch noch Handprotektoren, höhere Scheiben, Gepäcksystem usw.. Kawasaki hat mit ein paar kleinen Änderungen am Design den Look und das Qualitätsgefühl der neuen Versys wesentlich verbessert. Sie fühlt sich nicht mehr nach Sonderangebot an, wie es bei einigen anderen Bikes dieser Kategorie der Fall ist. Für den Basispreis von 7.995 Euro gibt es ein wirklich wertiges Motorrad. Wer in der Versys lediglich ein Einsteigermotorrad sieht, tut ihr Unrecht. Sicherlich kommt ihr leichtes Handling und der durchzugsstarke Twin Anfängern entgegen. Aber dies gilt ebenso für geübte Fahrer, die mit der Versys heftig um die Ecke wedeln können. Wir tendieren klar in die Richtung Alleskönner der auch für Einsteiger geeignet ist.

Kawasaki Versys 07

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