Buell XB 9 SX

Buell XB 9 SX


Transluzent

Buell erkennt den Trend der Zeit. Die XB9SX „City Cross“ ist ein fein dosiertes und bedingungslos handliches Motorrad für Stadt und Land. Aber sie ist noch mehr: Sie ist das richtige Motorrad für „DIE MISSION“.

Das rote Telefon

Es war ein heißer Sommertag. Die Büroluft war stickig, der Ventilator an der Decke alterschwach und heillos überfordert. Draußen hatte es 35 Grad. Kein Lufthauch erreichte meinen Schreibtisch. Die Sonne gleißte erbarmungslos durch die Ritzen der dunkelgrünen Jalousien. Der Ventilator machte flapp, flapp, ich kritzelte gelangweilt kleine Männchen aufs Papier. Flapp, flapp. Meine Laune war schlecht, die Kollegen waren auch nicht besser drauf. Nicht einmal der Eiscafe im Kühlschrank konnte für Abhilfe sorgen. Da läutete das Telefon. Nicht irgendeines, sondern das rote. Das besondere. Die Kollegen sahen mich an.

Ich ging hin und nahm den Hörer ab. Die Stimme des Chefs war streng und klar: „Es ist dringend. Mach dich sofort auf den Weg. Zögere nicht, du weißt, warum.“ Ich hatte verstanden und legte auf. Es war Zeit zu gehen. Heute war ICH dran. Ich hatte sie erhalten, die Mission. Es gab kein Zurück mehr. Die Kollegen sahen mich an und nickten. Schweigend nahm ich Helm und Mantel, schaute noch einmal in die Runde, atmete tief durch und verließ dann festen Schritts den Raum. Einige wünschten mir Glück, andere sagten nichts, einer blickte betreten weg, manche klopften mir auf die Schulter. Mein Chef stand an der Tür, runzelte sorgenvoll die Stirn und sah mir fest in die Augen. Ich wusste, er war auf meiner Seite.

Ich trat hinaus

Da stand sie, die Buell. Schwarze Felgen, gerader Sitz, 45-Grad-V-Motor, 984 Kubik, transluzente, blau schimmernde Plastikteile, breiter Lenker, mächtige Handprotektoren, an den Füßen Pirelli Scorpion. Es war zu schaffen. Am Zündschlüssel prangte mein Name. Sie hatten an alles gedacht. Offenbar hatten sie schon lange Bescheid gewusst. Jetzt auf einmal schien alles klar, der Plan lag offen da. Wie lange hatte ich auf diesen Augenblick gewartet, wie viel musste ich ertragen, um hierher zu gelangen? Die Uhr hatte bereits zu laufen begonnen, es war Zeit für den Zündfunken. Beherzt startete ich an. Brahummmm! Braaahummmm! Ich schloss kurz die Augen, alles war gut. Der digitale Tacho der Buell XB9SX zeigte 15 Uhr 47, als ich den ersten Gang einlegte und Gas gab. Ein Blick nach links, einer nach vorne, ich erkannte die Lücke, ordnete mich eilends ein in den fließenden Verkehr der Großstadt. Das Fahrwerk der Buell entpuppte sich als extrem handlich, kein Wunder bei dem kurzen Radstand, der Erste ging bis 90, im Zweiten kamen wir auf lockere 120, der rote Bereich begann bei 6.500 Umdrehungen.

Es war 15 Uhr 49

Ich hatte noch elf Minuten. Die Ampel sprang auf Grün und ich ließ die Kolonne der Autofahrer weit hinter mir. Satt und ruckfrei beschleunigte die Buell aus dem Keller heraus, der Zahnriemenantrieb sorgte für Geschmeidigkeit auch bei harten Manövern. Rechtzeitig erinnerte ich mich an die Abkürzung über den alten Bahnhof, bog an der Kreuzung scharf ab. Vorbei an der Remise, im Augenwinkel sah ich eine handvoll Menschen, die ihre Bierdosen in die Höhe hielten, so, als ob sie mir zuprosten wollten. Doch ich hatte keine Zeit zu grüßen, schon kam die Schikane, links, rechts, links, hinaus auf das Kopfsteinpflaster, uih, rutschig, aber der Reifen hält. Noch sieben Minuten. Beim Abbiegen auf die Hauptstraße verlor ich wertvolle Zeit, der Verkehr war mehr als dicht und die Hitze des Asphaltdschungels enorm. Unverzagt wählte ich die Straße entlang des Flusses, ich wusste, der Belag war frisch, und nur wenige kannten diesen Weg. Die Entscheidung war richtig, im Dritten rauschte ich ungehindert am Ufer vorbei, gut, dass es keine Anrainer gab. Um 15 Uhr 55 bog ich auf die Autobahn ein, am rechten Fahrstreifen tobten die LKWs, in der Mitte sammelten sich die Bürgerkäfige und links außen die Motivierten. Es war eng hier um diese Zeit, doch dann eröffnete ich den vierten Fahrstreifen neben dem Mittelbankett. Ich erreichte die Abfahrt, die mich ins Zentrum der Stadt bringen würde. Vor mir lagen noch fünf Kilometer im dichten Nachmittagsverkehr. Noch drei Minuten. Es zog mich hinein ins Geschäftsviertel, vorbei an den großen Banken, an Versicherungsgebäuden und U-Bahn-Stationen, Kaffeehäusern, Modegeschäften, Juwelieren und Supermärkten. Doch mir blieb keine Zeit mich umzusehen.

Ich musste rechtzeitig ankommen

Als ich um die letzte Ecke winkelte, zeigte die große Uhr des Kirchturms 15 Uhr 59. Im Drift bog ich ein auf den Platz, auf den letzten Metern stieg mir das Vorderrad auf, nicht jetzt, dachte ich mir, nicht jetzt. Es ging um Sekunden. Ich bremste hart neben der Steinkante des Brunnens, Seitenständer raus, Motor ab, Helm weg, raus aus den Stiefeln, weg mit dem Mantel, weg mit den Strümpfen. Der Minutenzeiger der Turmuhr begann zu wanken, jeden Moment würde er umspringen, Schweiß bildete sich auf meiner Stirn. Es war knapp. Doch dann setzte ich die nackten Füße in das kalte Wasser, seufzte auf, die Spannung fiel an mir ab wie ein Stein, ich konnte mich eines zufrieden Lächelns nicht erwehren. Der Zeiger sprang um, die Kirchenuhr schlug vier Mal, und ich war glücklich. 16 Uhr ist Büroschluss. Wer da nicht seine Zehen ins kalte Wasser stecken kann, ist selber schuld. Mein Chef wusste was wichtig war, und er hatte mir alle Mittel in die Hand gelegt, um meine Mission erfüllen zu können. Morgen würde ich frisch und ausgeruht in der Arbeit erscheinen, doch morgen war ein anderer Tag. Bis dahin war noch viel Zeit, und ich würde sie nützen ... Tomorrow never comes!