Triumph Sprint GT 2010

Triumph Sprint GT 2010


Schlanker Reisebegleiter

Man nehme die hervorragende Triumph ST (Sport Touring), mache sie etwas tourenaffiner, gestalte sie soziusfreundlicher und was kommt am Ende dabei raus? Richtig, eine Triumph Sprint GT (Grand Touring). So einfach ist das. Oder vielleicht auch nicht, denn Triumph hat ordentlich Hand angelegt um die Sprint GT auf die Räder zu stellen.

Der Hubraum bleibt mit 1050 ccm identisch. Durch ein neues Auspuffsystem und eine Überarbeitung der ECU steigt die Leistung um 5 PS auf insgesamt 130 Pferdchen. Auch das Drehmoment wächst, nämlich um 5 auf 108 NM. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass das maximale Drehmoment jetzt 1.200 Umdrehungen früher anliegt. Dies verspricht einen deutlich besseren Durchzug aus niedrigen Drehzahlen. Auch das Fahrwerk wurde in die Mangel genommen. Durch eine längere Schwinge und einen Stahl-Heckrahmen wird die GT stabiler, wenn sie mit bis zu 220 Kilo Gepäck, Sozius und vollgetankten 20 Litern Sprit bestückt ist. Aber es geht noch weiter: niedrigere Sitzhöhe, breiterer komfortablerer Soziusplatz, integrierte Haltegriffe die im (optionalen) Top-Case münden, verstellbare Fußrastenanlage… und vieles mehr. Ob das funktioniert? Das tut es! Ob es für Fahrer und Sozius bequem ist? Kurz und knapp: Ja!

Der Motor

Der Motor in der Sprint ST war schon agil und hat es durchaus verstanden Freude zu verbreiten. Die Überarbeitung des Dreizylinders für die Sprint GT ist aber noch mal ein großer Schritt nach vorne. Der Dreier geht wie eine Rakete, die Leistung liegt wunderbar linear an. Im Fahrbetrieb macht sich vor allem das höhere Drehmoment bemerkbar. Die Triumph Sprint GT zieht wunderbar kraftvoll aus dem Keller und gibt ihrer Vorgängerin ST deutlich das Nachsehen. Und die war ja schon auch nicht gerade schwachbrüstig. Zusätzlich zieht die Sprint GT mit diesem einzigartigen Dreizylindersound in ihren Bann. Einfach herrlich was sich da soundmäßig aus Ansaug- und Auspuffgeräusch entwickelt. Geräusch ist sicherlich der falsche Ausdruck: geiler Sound trifft es schon deutlich besser. Das Getriebe harmoniert prächtig mit dem Motor, auch wenn die Gänge mit etwas Nachdruck eingelegt werden wollen.

Triumph Sprint GT 07

Das Fahrwerk

Was beim Motor so überaus positiv beginnt, setzt sich beim Fahrwerk fort. Die Sitzposition für Fahrer und Beifahrer passt gut. Der Fahrer sitzt leicht nach vorne gebeugt, die Beine finden einen angenehmen Winkel. Eben eine sporttourige Position. Nicht ganz aufrecht, aber bequem für etliche Kilometer. Die Gabel wurde von der ST übernommen, jedoch stärker gedämpft. Das Federbein ist dagegen komfortabler als in der Vorgängerin abgestimmt. Dank Verstellmöglichkeit findet sich aber auch hier eine ausreichend sportliche Abstimmung. Insgesamt bietet die Triumph Sprint GT genau was man von einem Sporttourer erwartet. Guten Komfort für die viele zügige Kilometer und genug Sportlichkeit für die Kurvenhatz. Wer allerdings das Handling einer Speed Triple erwartet, wird enttäuscht. Mit der Sprint GT lässt es sich hervorragend über Landstraßen und Kurven aller Art fegen. Das Fahrwerk bietet gute Reserven auch auf Straßen zweiter und dritter Ordnung. Allerdings bringt die Triumph Sprint GT auch 268 kg auf die Waage. Und die stehen bei hartem sportlichen Einsatz einfach im Weg. Aber die Sprint GT will ja auch Sporttourer sein und nicht Supersportler. Einen tollen Job machen auch die Bremsen. Vorne zwei schwimmend gelagerte 320mm Scheiben mit 4 Kolben, hinten eine 255mm Scheibe mit 2 Kolben. Mittlerweile Standard in dieser Klasse: das serienmässige ABS.

Triumph Sprint GT 04