Ducati Streetfighter

Ducati Streetfighter


Beste Leistung an der Basis

Jetzt hat Ducati der Streetfighter S eine Basisversion ohne zusätzlichen Buchstaben zur Seite gestellt. Basisversion klingt irgenwie nach Verzicht, nach Einschränkung. Bei einem Auto nach schlappem Motor und nicht vorhandener Ausstattung. Kann man bei der Ducati Streetfighter getrost vergessen, davon ist die Duc meilenweit entfernt.

Ok, die Streetfighter ohne S hat keine Traktionskontrolle, kein Öhlins-Fahrwerk und keine Marchesini Räder – aber wenn diese Basisvariante der Streetfighter mit ihrem überarbeiteten 1098-Kubik Superbike-Motor loslegt, bricht immer noch die Hölle los. Wir fanden die Erkenntnis: Diese Super-Naked-Bikes machen eigentlich mehr Sinn auf der Straße, als die winzigen, für normal Gewachsene unbequemen Race-Replikas. Bei der Ducati Streetfighter treffen sich High-Performance, super Handling und bissige Bremsen mit komfortablerer Fahrposition und gesunden Bandscheiben. Das macht die Streetfighter aber insgesamt noch lange nicht zu einem komfortablen Motorrad. Zu weit muß man sich über den Tank beugen um den weit vorne montierten Lenker zu erreichen. Beim Bremsen drückt das Körpergewicht auf die Handgelenke und nach einiger Zeit fangen da auch die Schmerzen an.

Der Motor

Der wassergekühlte 1099 Kubik V-Twin Testastretta Motor der Streetfighter leistet 155 PS und 115 Nm am Hinterrad, also exakt soviel wie in der Streetfighter S. Die Gasannahme ist direkt, verlustfrei und dank der 169 kg Trockengewicht ist die Beschleunigung geradezu angsteinflößend. Hier hat sich also schonmal garnichts geändert. Die Performance ist atemberaubend, es steht Power in Hülle und Fülle zur Verfügung. In der Regel mehr als man einsetzen kann. Gerade denkt man da kann doch nicht noch mehr kommen, dann tritt die Streetfighter einmal nochmal ins Kreuz. Wo soviel Licht ist, findet sich allerdings auch Schatten. Den Drehzahlkeller mag die Ducati Streetfighter überhaupt nicht. Hier zickt sie wie die Diva auf dem roten Teppich. Erst überhalb von 3.000 Umdrehungen wendet sich das Blatt. Dann wechselt die Duc von Schon- auf Schleudergang, ist die Streetfighter in ihrem Element. Der fulminante Sound des V2 verstärkt diesen Eindruck noch. Egal in welchem Drehzahlbereich, der Klangteppich sorgt immer für ein dreckiges Grinsen im Gesicht.

Ducati Streetfighter 05

Das Fahrwerk

Das Fahrwerk der Ducati Streetfighter ist auch in der Basisversion exzellent, das Handling nicht für die Straße, sondern auch für die Rennstrecke gut genug. Die zahllosen Einstellvarianten des Fahrwerks lassen einen schnell vergessen, dass man kein Öhlins-Fahrwerk und keine leichten Räder hat. Auch wenn die Streetfighter dadurch 2 Kilo mehr auf die Waage bringt, auf der Straße merkt davon kein Mensch was. Die Streetfighter will schnell bewegt werden. Die Kurve hart anbremsen und dann mit ordentlich Speed durch die Kurve ziehen. Die Streetfighter liegt wie das sprichwörltiche Brett, ist gerade in Schräglage unglaublich stabil und bietet eine super Lenkpräzision. Erst auf Straßen zweiter Ordnung gerät Unruhe ins Fahrwerk. Ducati-üblich ist auch die Streetfighter in der Gabel eher weicher und an der Hinterhand etwas härter abgestimmt. Daher nimmt sie Unebenheit vorne noch gelassen, während sie mit dem Hintern schon bockt. Immer Verlass ist auf die Bremsen. Die Brembo-Stopper gehören zum Besten was derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Die Verzögerung ist brutal, die Dosierung gut, die Bedienkräfte vielleicht etwas hoch. ABS ist leider nicht zu haben, hier muß Ducati nachlegen.

Ducati Streetfighter 02