Ducati Multistrada 1200

Ducati Multistrada 1200


Es geht auch ohne S

Ducati stellt mit der Multistrada 1200 eine günstigere Variante zu Multistrada 1200 S zur Seite. Während sich die Motorradwelt mit der omnipräsenten Ducati Multistrada 1200 S-Modellen beschäftigt hat, ist die Ankunft der Basisversionen der Multistrada fast untergegangen. Ob die Multistrada 1200 auch ohne „S“ begeistern kann? Die nächsten Zeilen verschaffen Klarheit.

Preislich liegen 3.000 Euro zwischen den Multistrada Varianten. 14.990 Euro kostet die Ducati Multistrada 1200 ohne S. Serienmäßig hat sie das ABS und die Traktionskontrolle an Bord. Die teurere Variante bringt dafür das elektronische Fahrwerk, in der Touringvariante Hauptständer und Kofferset, in der Sportvariante edle Karbonteile mit. Jede Variante der Ducati Multistrada lässt mit optionalem Zubehör wie Windschild, andere Sitzbänke, Topcase etc. weiter aufwerten.

Der Motor

Der Motor der 1200er Ducati Multistrada basiert auf dem 1198 Kubik V-Twin aus den Supersportmodellen, hat aber eine veränderte Ventilführung, wodurch das Ansprechverhalten sanfter und die Leistungskurve satter geworden ist. Einstellbare Fahrmodi mit dem neuen Mikuni Ride-by-wire-System und eine Anti-Rutsch-Kupplung gehören ebenfalls zum Paket. Da der Motor unverändert zur teureren S-Variante übernommen wurde, bleibt hier alles beim alten. Im Klartext: Der Motor hat Kraft im Überfluß und zwar in (fast) allen Lagen. Unter 3.000 Umdrehungen ist der V2 der Multistrada 1200 noch zurückhaltend. Über dieser Marke gibt es allerdings kein Halten. Die Ducati Multistrada 1200 hat einen phänomenalen Schub. Dazu kommt noch das Dank der Überarbeitung geschmeidigere Ansprechverhalten – da kann die „Adventure-Bike“-Konkurrenz aktuell nicht mithalten. Ob GS, Tiger, Super Tenere oder sonstwer. Die Multistrada 1200 hängt die Konkurrenz motorseitig mehr als locker ab. Dies gilt auch für den Sound. Der V2 klingt – wie bei eigentlich allen Ducatimodellen – stark suchtfördernd.

Ducati Multistrada 1200 01

Das Fahrwerk und der Fahreindruck

Auch fahrwerkseitig gibt sich die Ducati Multistrada keine Blösse. Man hat zwar kein elektronisch verstellbares Öhlins-Fahrwerk wie bei der Multistrada1200 S, dafür bekommt man eine voll einstellbare Marzocchi-Gabel und ein ebenfalls einstellbares Sachs-Federbein. Die Einstellungen der Multistrada 1200 müssen allerdings manuell vorgenommen werden, während die S-Variante dies elektronisch per Knopfdruck tut. Für den Fahrbetrieb reicht das manuelle Fahrwerk der Multistrada 1200 völlig aus. Auch ohne die teuren Öhlins-Komponenten bleibt die Multistrada 1200 einen echter Landstraßenfeger. Insgesamt reagiert das manuelle Fahrwerk nicht ganz so sensibel wie das der Multistrada 1200 S, aber die Unterschiede liegen auf einem sehr hohen Nieveau. Die Multistrada S kann alles ein Quentchen besser, allerdings lassen sich die Unterschiede tatsächlich nur im direkten Vergleich erfahren. Ob mit oder ohne direkten Vergleich, die Multistrada 1200 ist eine extrem handliche und bärenstarke Fahrmaschine.

Ducati Multistrada 1200 09

Grundsätzlich bringt die Multistrada 1200 eine straffe Abstimmung mit, was der Kurvenhatz natürlich entgegenkommt. Die Gabel reagiert dabei deutlich sensibler als das Federbein. Dies ist auch in der soften Einstellung immer noch sehr straff abgestimmt. Eine Komfortsänfte will die Ducati Multistrada 1200 aber ja auch nicht sein. Dennoch ist die Ducati kein bockhartes Gerät und taugt auch für die lange Strecke. Die Sitzposition ist angenehm entspannt und komfortabel, sogar der Beifahrer findet ein gutes Plätzchen. Für die Fahrt auf langen Strecken könnte der Windschutz allerdings besser sein, die Scheibe ist schlichtweg zu kurz. Über jeden Zweifel erhaben sind die Bremsen. Gute Dosierbarkeit, guter Druckpunkt und eine Verzögerung wie ein Wurfanker. Das ABS funtkioniert gut, regelt allerdings etwas ruppig.

Ducati Multistrada 1200 05