BMW F650GS

BMW F650GS


Aus Eins mach Zwei

Die BMW F650GS verbinden die meisten von mit dem legendären und langlebigen Einsteiger-Single F650. Gut informierte Interessierte wissen indes längst, dass die aktuelle F650GS auf der F800GS basiert. Und damit 2 Zylinder ihr Eigen nennt. Damit die Verwirrung komplett wird, hat die F650GS denn auch knapp 800 Kubik und nicht wie der Name einem Glauben machen will derer 650. Verwirrung komplett? Wir bringen jedoch Licht ins Dunkel und klären alle Mysterien um die BMW F650GS auf, versprochen.

Die aktuelle BMW F650GS ist ein Derivat der F800-Reihe. BMW hat mit der neuen Modellreihe den 1-Zylinder beerdigt und setzt nun voll auf den 800er-Zweizylinder. Der Name blieb jedoch. Damit steht F650GS immer noch für den Einstieg in die Reiseendurowelt bei BMW und hält gebührenden Abstand zu F800GS. So ist der 798 ccm große Reihenzweier etwas zahmer abgestimmt. Als Resultat sinkt die PS-Zahl von 85 PS auf 71 PS, das Drehmoment von 83 auf 75 NM. Auch das Fahrwerk blieb nicht unangetastet. Bei der großen Schwester F800GS kommt eine Upside-Down-Gabel mit 45er Rohrdurchmesser zum Einsatz, die „kleine“ F650GS muss mit einer Telegabel mit 41er Durchmesser auskommen. Auch die Federwege der BMW F650GS wurden gekappt: Statt 230 und 215 mm kommt die 650er auf 180 und 170 mm vorne und hinten.

Dadurch sinkt bei der F650GS die Sitzhöhe auf 820 mm, sage und schreibe 60 mm niedriger als die große Schwester. Durch eine niedrigere Sitzbank und die optional Tieferlegung kann man insgesamt auf 765 mm runterkommen. Für Fahranfänger oder Kurzbeinige ein unschlagbares Argument für die F650GS. Auch die Bremsen mussten für die F650 Federn lassen. So verzögert bei der F650GS nur eine Scheibe im Vorderrad. Was kostet der Spaß? BMW verlangt 7.990 Euro für die F650GS. Wie bei den Bajuwaren üblich kann man den Preis durch allerlei Zubehör in die Höhe treiben. Das optionale ABS sollte man unbedingt dazu nehmen. Vom Sicherheitsaspekt abgesehen, macht es sich spätestens beim Wiederverkauf positiv bemerkbar.

Der erste Eindruck

Auch wenn die BMW F650GS uns die Wüstentauglichkeit vorgaukeln möchte, ist das Fahrwerk mehr Straßen und weniger Wüstentouren orientiert als beim großen Bruder F800GS. Das Vorderrad ist kleiner und breiter und das Motorrad insgesamt eher auf gut ausgebaute Straßen abgestimmt. Erinnert die F650GS in Punkto Sitzposition und schierer Größe des Motorrads sehr an die große Schwester, geht sie in Punkto Leistungsentfaltung eher in Richtung ihrer Vorgängerin. Die Leistung wird sehr sanft und fast linear abgegeben. Der Abstand zur 800er bleibt damit größer als es die Papierform erwarten lässt. Damit ist die BMW F650GS tatsächlich wie geschaffen für Einsteiger, überfordert sie doch keinesfalls mit rüdem Leistungseinsatz. Die F650GS ist dabei keinesfalls langsam unterwegs, allerdings durch den linearen Verlauf eben eher unspektakulär.

BMW F650GS 06

Der Fahreindruck

Ähnliches gilt für das Fahrwerk. Es spricht sensibel auf Unebenheiten an und bügelt so ziemlich alles glatt was ihm unter die Räder kommt. Dabei liegt die F650GS immer stabil und hält den eingeschlagenen Kurs tapfer ein. Der Anfänger ist nicht überfordert und findet sich auf Anhieb zurecht. Der Fortgeschrittene ist überrascht wie fehlerverzeihend die BMW F650GS ist. Die Kehrseite dieser Abstimmung ist ein doch etwas träges Handling. Beim sportlichen Ritt wirkt alles wie in Watte gepackt, wünscht man sich mehr Rückmeldung vom Fahrwerk. Auch hier bewahrt die F650GS brav den Abstand zur F800. Kommen wir zu den Bremsen. Nicht überraschend: das gleiche Bild. Die Bremse funktioniert gut, verlangt allerdings nach hohen Handkräften. Dies dürfte ein Zugeständnis an die Einscheibenanlage sein. Nicht gerade Einsteigerfreundlich. Umsomehr sollte man in das optionale ABS investieren.

BMW F650GS 10

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