Kawasaki ER-6f

Kawasaki ER-6f


Eine für alle

Kawasaki bietet mit der ER6-f schon immer eine Vollverkleidete Alternative zur der nackten Schwester ER-6n an. Anerkennung erntet aber meistens die andere. Für viele Motorradfahrer wirkt die nackte ER-6 aufregender, vor allem bei jungen Bikern kommt die ER-6n an. Damit tut man der verkleideten ER-6f unrecht. Bringt sie doch einige zusätzliche Qualitäten mit. Welche genau klären wir im Test.

Die Kawasaki ER-6f bekommt durch die Verkleidung ein ähnliches Gesicht wie die Supersportlerin ZX-6R. Der 649ccm große Zweizylinder bringt es auf 72 PS und 66 NM Drehmoment. Dieses liegt bereits bei 7.000 Umdrehungen an und verspricht guten Durchzug. Das Gewicht der ER-6f liegt vollgetankt bei 208 kg, die Sitzhöhe fällt mit 790 mm sehr moderat aus. Geschaltet wird über ein 6-Gang-Getriebe, das Hinterrad treibt eine Kette an. Der Preis für die ER-6f liegt bei 7.195 Euro. Das ABS ist erfreulicherweise serienmäßig. Kawasaki bietet für die ER-6f auch einiges an Zubehör an: niedrigere Sitzbank (261,10 €), höhere Scheibe (92,95 €), Akrapovic Auspuff (517,25 €), Kennzeichenhalten, Spiegelverlängerung, usw. Die ER-6f ist kein großes Motorrad, kommt eher gedrungen und kompakt daher. Dennoch finden sich auch Großgewachsene gut auf der Kawasaki zurecht. Die Sitzposition ist sportlich versammelt. Der Kniewinkel ist für Langbeinige eng, aber nicht spitz. Die Sitzbank fällt recht schmal aus, taugt aber auch für längere Strecken.

Der Motor

Kawasaki nahm sich die Kritik am Motor des Vorgängermodells zu Herzen und überarbeitete den Twin kräftig. Auch wenn sich die Eckdaten kaum geändert haben, sind die Ergebnisse deutlich spürbar. Vor allem die unangenehmen Vibrationen gehören der Vergangenheit an. Auch wenn die ER-6f nicht an die Geschmeidigkeit eines Vierzylinders heranreicht. Dafür schlägt sie diesen in Sachen Durchzug, und zwar deutlich. Wo die vierzylindrige Konkurrenz noch nach Drehzahlen lechzt, zieht die ER-6f schon mächtig an der Kette. Ab 3.000 Umdrehungen kennt die Kawasaki nur eines: Schub. Und zwar ohne das die Drehfreude darunter leidet. Auch hohe Drehzahlen verkraftet die ER-6f ohne Murren. Da gibt es absolut nichts auszusetzen. Im Vergleich mit einem Vierzylinder mit gleichen Eckdaten wirkt die ER-6f im täglichen Einsatz einfach kräftiger und antrittsstärker. Auch wenn sie es tatsächlich nicht ist.

Kawasaki ER-6F 05

Der Fahreindruck   

Kompaktes Motorrad, ein guter Motor, das verspricht viel Fahrspaß. Auch hier enttäuscht die Kawasaki ER-6f nicht. Im Vergleich zur Vorgängerin wurde die Er-6f straffer abgestimmt. Und das ist auch gut so. Die Er-6f lässt sich kinderleicht bewegen und folgt wie von selbst dem eingeschlagenen Kurs. Dabei wirkt sie keinesfalls nervös oder kippelig. Das Handling ist einfach sagenhaft. Durch die straffere Abstimmung hält die ER-6f jetzt auch auf schlechterem Untergrund tapfer den Kurs. Auch die Lenkpräzision hat gewonnen. Insgesamt hat Kawasaki eine tolle Abstimmung für die ER-6f gefunden. Die Anpassungsmöglichkeiten durch den Fahrer halten sich auch in Grenzen. Lediglich das Federbein lässt sich in der Federbasis einstellen. Der Windschutz der Vollverkleidung geht in Ordnung. Allerdings liegen Schultern und Kopf im Wind, was je nach Körpergröße zu unangenehmen Turbulenzen am Helm führen kann. Dennoch sind lange Strecken auf der Kawasaki ER-6f deutlich angenehmer als auf der unverkleideten Variante. Positives gibt es auch von der Bremsanlage zu berichten. Geringe Handkräfte, guter Druckpunkt und vor allem gute Verzögerung. Zusätzlich sehen die Scheiben im Wave-Design auch noch schick aus. Das ABS funktioniert, regelt aber recht grob. Da gibt es mittlerweile feinfühligere Systeme.

Kawasaki ER-6F 02