Yamaha XJR 1300

Yamaha XJR 1300


Muskeln fürs neue Jahrtausend!

Die XJR 1300 gibt es ja nun schon seit einigen Jahren, der luftgekühlte Vierzylinder tat schon in der 1200er Version seinen Dienst. Nun kommt er frisch renoviert mit Einspritzanlage im 2007er Modell daher. Mit Euro3 Kat und einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern ist die XJR gut gerüstet.

Viele geänderte Kleinigkeiten

Das Design erinnert immer noch an die klassischen Superbikes der 70er und 80er Jahre, trotz moderner Stilelemente wie Doppel-Led Rücklicht und Digitalanzeigen im Cockpit. Gerade das Heck mit dem Doppel Rücklicht sieht einfach nur geil aus. Neue Seitendeckel, andere Cockpitbeleuchtung und viele geänderte Kleinigkeiten, fallen erst auf den zweiten Blick auf und passen sich gut ins klassische Gesamtbild der XJR ein. Über jeden Zweifel erhaben ist das Fahrwerk, 43mm Gabel und Öhlins Dämpfer hinten, beides voll einstellbar, schlucken jeden Huckel weg.

Auch für Grobmotoriker

Als Teststrecke haben wir uns kleine Eifelsträßchen rund um das Städtchen Kyllburg ausgesucht, dort auf den engen und oft auch huckeligen Straßen, konnte die XJR nichts aus der Ruhe bringen. Sie folgte jeder Schräglage willig und leicht, beschleunigte aus jeder Kehre ohne schlagen im Antriebsstrang oder Rucken. Schnelle Schräglagenwechsel sind auch für Grobmotoriker wie mich leicht zu realisieren, da sich die vollgetankten fast 250 Kilo im Fahrbetrieb kaum bemerkbar machen. Überhaupt kann ab ca. 40 km/h der 5. Gang drin bleiben, die 1300er zieht sauber und wie am Gummiband gezogen kurz über Standgas los, ab 2.000 U/min werden dann auch langsam die Arme lang, der Durchzug des Vierers ist einfach nur Klasse. Beim kleinen Beschleunigungsrennen auf einer Geraden kurz vor Manderscheid, konnte die GSX 1400 des „janz schnellen Jörchs“, die auch noch mit 106 PS und anderer Übersetzung auf Beschleunigung getrimmt ist, der XJR nur zwei Meter abnehmen.

Blockadeneigung

Die Bremsen packen bissig und gut dosierbar zu, das Hinterrad neigt allerdings schnell zum Blockieren. Nicht so schön sind die fehlenden Abdeckungen der Bremssättel, so dass man freien Blick auf die Bremsbeläge hat. Eine Kunststoffabdeckung wäre da sicher schöner gewesen. Die Auspuffanlage ist nun mit 3 G-Kats gespickt. Die 4 in 1 gibt einen schönen sonoren Ton ab. Für meinen Geschmack allerdings etwas zu leise. Bei den Geräuschbestimmungen heute, wahrscheinlich nicht anders zu machen. Schön ist auch, dass der Endschalldämpfer nicht wie in letzter Zeit üblich, riesengroß und dreieckig geraten ist, wie etwa bei der Fazer aus gleichem Hause. Der Dämpfer ist wirklich gelungen. Das Cockpit ist weiterhin klassisch schön, allerdings mit Digitalanzeige. Diese beinhaltet Tankuhr, Kilometerzähler und zwei Tripzähler. Die Tankanzeige zeigte bei unserem Testbike nach 260 Kilometern wild blinkend das Ende der Spritvorräte an, beim Nachtanken faßte das Spritfass dann allerdings nur ca. 16 Liter, bei 21 Liter Fassungsvermögen schon etwas merkwürdig.

Tourentauglich

Auch für die größere Tour eignet sich die XJR. Mehrere Befestigungspunkte, zwei davon zum Ausklappen für Spannriemen und auch ein Metalltank ( längst nicht mehr selbstverständlich) für die Befestigung des Magnettankrucksacks erfreuen den Tourenfahrer. Ebenso ein Staufach unter der Sitzbank für Regenkombi und Bordwerkzeug. Die Sitzposition ist auch für längere Strecken in Ordnung, nur ab 160 km/h aufwärts wird es bei der aufrechten Sitzposition durch den Winddruck etwas anstrengend. Für den Autobahnheizer gibt es im Zubehör aber bestimmt die ein oder andere Tourenscheibe oder Lenkerverkleidung für die XJR zu erstehen.

Fahrzit

Einstellbare Handhebel, Leichtmetallschwinge, saubere Verarbeitung toller, durchzugsstarker Motor, hochwertiges Fahrwerk und einen Preis von 9782,- Euro machen die XJR 1300 zu einem genialen Bike für Liebhaber der klassischen Linie, die nicht auf Errungenschaften der heutigen Technik, wie Einspritzanlage und G-Kat verzichten wollen.