Triumph Speed Triple

Triumph Speed Triple


Der Grinsemacher

Die Speed Triple wollte anfangs so gar nicht etabliert sein. Mittlerweile kann sie sich aber genau dessen nicht erwehren – und zwar im positiven Sinn. Genießt sie doch in der Zweiradgemeinde seit Jahren einen kultigen Ruf und gilt allgemein als sehr spaßiges Fahrgerät. Die in 2011 erschienene Neuauflage kommt dann auch eher als Evo- denn Revolution rüber. Macht nix – wir hatten Spaß beim Test. Soviel steht mal fest.

Äußerlich fallen zuerst die geänderten Scheinwerfer der Triumph auf. Nicht mehr rund sondern eckig. Zum Glück ersparen uns die Kollegen von der Insel den Karl-Dall-Blick, beide Scheinwerfer strahlen gleichzeitig. Stünde einer Z1000SX oder einer Fireblade auch besser. Ansonsten ist alles wie gehabt. Guter Knieschluss, bequeme Sitzbank und –position, einfache Bedienung und gut ablesbare Instrumente. Fußrasten- und Lenkerposition ergeben eine sportlich-entspannte Haltung für den Fahrer, die sowohl für den Sprint auch für lange Strecken taugt. Lediglich die Sicht nach hinten könnte besser sein, ist bei der Konkurrenz in der Regel leider auch so. Was bleibt ist die freie Sicht auf den wunderschönen Rahmen, das knackig kurze Heck und die schwingen lose rechte Seite. Triumph widerstand glücklicherweise dem aktuellen Trend zu kurzen Auspuffstummeln im Quasimodo-Style und hat es bei den beiden hochgelegten Endtöpfen gelassen. Toll in der Ansicht, schlecht für den Beifahrer und Gepäck. Aber wer will schon unnötigen Ballast rumschleppen. 11.360 Euro ruft Triumph für die Speed Triple aus. ABS ist nicht serienmäßig aber für 600 Euro optional zu haben. Addiert man noch die Instrumentenabdeckung für 229 Euro und die 89 Euro für Scheibe dazu, kommt unsere Testmaschine auf 12.278 Euro. Damit liegt die Speed Triple preislich exakt zwischen den Modellen aus Fernost und Bayern.

Motor Triumph Speed Triple

Ein alter und sehr beliebter Bekannter. Flüssigkeitsgekühlter Reihendreizylinder mit 1.050 Kubik, 135 PS Spitzenleistung und einem maximalen Drehmoment von 111 NM. Liest sich schon gut – fährt sich aber noch besser. Für uns bleibt der Motor der Triple die Referenz unter den Naked Bikes. Zieht unten raus wie ein Stier und lässt sich gleichzeitig wunderbar nach oben ausdrehen. Läuft angenehm ruhig, vibriert aber noch genug um nicht als Nähmaschine durchzugehen. Dazu kommt noch der suchtfördernde Dreizylindersound. Wie gesagt, für uns das stimmigste Gesamtpaket in dieser Klasse. Was man der Maschine vorwerfen kann? Uns fällt nix ein. Reichlich Power, Vortrieb ohne Ende, charaktervoll mit einem tollen Sound. Das Getriebe funktioniert, ist aber wie bereits bei der Vorgängerin etwas hakelig.

Triumph Speed Triple 07

Fahreindruck Speed Triple

Die Lobeshymnen gehen weiter. Da Triumph die Speed Triple jetzt mit ABS liefert, kann man nicht einmal mehr hier meckern. Doch: bringt es gefälligst als Serienausstattung! Davon abgesehen, gibt es an der Performance wenig zu bemängeln. Ob Sprint auf der Hausstrecke oder ausgedehnte Tour – die Speedy ist immer der passende Partner. Wurde früher das Fahrwerk stellenweise als zu bockig bemängelt, hat Triumph beim aktuellen Modell nachgebessert. Die Abstimmung tendiert zwar noch immer eindeutig in die Kategorie Sportlich-Straff, dafür liegt die Fuhre aber auch in allen Lagen wie das oft genannte Brett. Wie an der Schnur auf Schienen gezogen, zieht sie ihre Bahn.

Triumph Speed Triple 02

Enge Kehren, schnelle Wechselkurven oder langgezogen Speed Kurven. Die Kurve anpeilen, an- oder reinbremsen und durch. Alles einfach und spielerisch. Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten weitgehend weg. Bevor es an seine Grenzen stößt, hat der Pilot in der Regel seine schon überschritten. Zur sportlichen Performance passt auch die ebensolche Bremse. Guter Druckpunkt und sehr gute Verzögerung bei geringen Bedienkräften. Wie gesagt, zumindest optional mit ABS.
Wo liegen denn die Schattenseiten? Ein Fall für zwei ist die Speed Triple wie gesagt nicht. Wer auf Koffer und Topcase steht, sollte sich auch was anderes zulegen. Komfort-Junkies ist die Abstimmung sicher zu straff – sind aber auch nicht die Adressaten der Triple.

Triumph Speed Triple 04