Hessen: Rhön

Hessen: Rhön


Rhöner Rundtour

"Mitten drin im deutschen Garten liegt verträumt die hohe Rhön, reich an Kuppen, reich an Matten...herb und rau und dennoch schön."

Gemütliches Fleckchen

Dieser Reim ist frei nach Oskar Lukas getextet und beschreibt treffend die wesentlichen Merkmale dieses Deutschen Mittelgebirges. Die Rhön ist ein gemütliches Fleckchen mit ruhigen Straßen und selbst in den Ferienzeiten ist kein nennenswerter Verkehr auf den kurvigen Straßen unterwegs. Diese sind allerortens gut ausgebaut und motorradfreundlich glatt geteert, zumindest im Bayerischen Teil der Rhön, in dem wir ein Wochenende lang Reifengummi ließen. Denn die Rhön liegt im Dreiländereck Hessen, Thüringen und (Nord-)Bayern.

Das Schwarze Moor

Am Frühstücksbuffet frisch gestärkt, starten wir unsere kleine Rundtour an der Hochrhönstraße in Hausen/Roth. Sie führt über einen Bergrücken dicht gesäumt von den im September reichlich in lila blühenden Lichtnelken und bietet links und rechts des Asphaltbandes einen herrlichen Weitblick über den Naturpark Rhön. An der ersten Kreuzung liegt auch schon unser erster Stopp, das schwarze Moor. Perfekter Ort für einen Bikertreff, mit Parkplatz und Pommesbude, aber noch trifft man sich hier nur vereinzelt. Das Torfmoor ist Naturschutzgebiet und der einstündige Rundwanderweg führt daher auf einem Knüppeldamm aus Holzbohlen durch das 60 ha umfassende gefährliche Nass.

Absolut high

Nach einer kleinen Pause folgen wir weiter der Hochrhönstraße, halten uns Richtung Poppenhausen (Teil der Motorradstraße Deutschland) und schlängeln uns von der B284 (Teil der Deutschen Alleenstraße) aus die Wasserkuppe hinauf. Auf dem Gipfel angekommen erwarten uns Motorradparkplätze und ziemlich viel Rummel. "Die Kuppe" ist fest in Fliegerhand. Der leicht abfallende Hang eignet sich prima für Segel-, Motor-, Modell- und Gleitschirmflieger und natürlich für Zuschauertribünen. Sogar Raketenflüge fanden anno 1928 auf der Wasserkuppe statt. Mit der Sommerrodelbahn kann jeder den Hang ganz für sich erkunden. Auf dem Rückweg bergab lohnt ein Stopp an und Schluck aus der Fuldquelle.

Das Rote Moor

Wir verlassen den höchsten Berg der Rhön und machen uns auf den Weg zum zweitplatzierten Kreuzberg. An der B278 Richtung Bischofsheim liegt das südlichste der vier Rhönmoore: das Rote Moor. Fünfmal so groß wie das Schwarze Moor und damit größte der Rhöner Hochmoore, wurde es schon Anfang des 19. Jahrhunderts ausgebeutet und ist bis zur Hälfte torfleer gefördert. Auch hier führt ein Bohlenpfad durch das Moorrandgebiet, die Torfabbaufläche und die in Europa einzigartigen Karpatenbirkenwälder.

Hoch & heilig

Nach all der frischen Luft und den einheizenden Kurven sind wir nun richtig hungrig und eilen dem Kreuzberg entgegen, denn im dortigen Kloster soll es traditionelles Käsebrot mit selbstgebrautem Klosterbier geben. Der "Heilige Berg der Franken" empfängt uns mit 1 Euro Parkgebühr (am Tag) und einem motzenden Mönch (darf der das?), aber das gerühmte Klosterbier zieht nicht umsonst scharenweise "Pilger" an! Nach Obatzter und einem Maß Kreuzbergbier für die Sozias kann man über die sogenannte "Kniebreche" geradewegs zu den klösterlichen Braukesseln wandern. Doch da wir lieber fahren wollen, als uns letztendlich mit dem Taxi abholen zu lassen, nehmen wir nocheinmal beherzt die Serpentinen bergab unter die Räder.