USA - The Ride Home

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Von San Francisco nach Millwaukee

Mit unseren fünf eigenen Harleys und einem gemieteten Van starteten wir 7 Ruhrpottbiker von San Francisco nach Millwaukee zur "100 Jahre Harley Party" am 31.August 2003. Wir durchquerten insgesamt 11 Bundes-Staaten und legten rund 6.500 km zurück.

Amerikanische Luft

Geplant waren bei Ankunft drei entspannte Tage in San Francisco um sich dort erst mal so einiges anzusehen und amerikanische Luft zu schnuppern. Wir fanden ein Motel ziemlich zentral in San Francisco und konnten somit die Stadt gut zu Fuß erkunden. Innerhalb der geplanten 3 Tage war das Sehenswerteste zu schaffen, darunter die Golden Gate Bridge, Fishermans Wharf, Alcatraz , China Town und eine Fahrt mit dem Cable Car.

Zollizei

Es kam aber alles anders und leider wurden daraus 6 Tage wegen einer Verzögerungen beim Zoll. Die Zeit saß uns etwas im Nacken, denn die Strecke war durchgeplant und wir wollten unterwegs auch noch hier und da etwas Zeit verbringen. Die Stimmung war zeitweise gereizt, denn wir konnten nicht viel unternehmen oder Ausflüge planen , da wir täglich zum Zoll, zum Flughafen oder zum Frachtunternehmen mussten. Am 13. August 2003 durften wir dann endlich in San Francisco starten. Das erste Highlight war natürlich die Überquerung der Golden Gate Bridge mit den eigenen Motorräder. Der erste Tag führte uns eine lange Strecke am Pacific, die Küstenstraße 1 und die 101 entlang, Richtung Eureka, Oregon. Eine wunderschöne Kurvenreiche Straße, links der Pacific, rechts Berge und Felsen. Die Strecke war mindestens 400 km lang und ein Traum für Motorradfahrer. Die frische Seeluft, super Wetter und endlich Räder unterm Hintern entschädigten uns für die vergangenen 3 Tage. Bei Cresent City fuhren wir dann ins Landesinnere über die 199 durch den Redwood State Park bis nach Cave Junction. Die Redwoods sind die "kleinen" Verwandten der Riesensequoien. Der größte misst immerhin 112m und sie stehen, dank der Californier, seit einigen Jahren unter Naturschutz.

Poker Run

Durch den ersten Ausfall eines unserer Motorräder lernten wir in Cave Junction an einer Tankstelle die ersten amerikanischen Harley Biker "Sons of Good" kennen. Mit ihnen fuhren wir am nächsten Morgen einen Poker-Run und anschließend fand ein Grillfest am Clubhaus statt. Beim Poker Run werden in kleinen Gruppen verschiedene Stationen angefahren und dort muss jeder eine Spielkarte ziehen. Wer am Ende der Tour das Beste "Poker-Blatt" hatte, war der Sieger. Das Startgeld wurde bei diesem Poker Run für eine High School gespendet. Als Sieger fühlten wir uns sowieso, denn wir hatten dadurch viele nette und hilfsbereite Menschen kennen gelernt.

Crater Lake

Doch die Zeit rannte und so mussten wir am Nachmittag unseren Weg Richtung Crater Lake fortsetzen, denn wir hatten ja noch einige Meilen vor uns. Am Crater Lake angekommen. genossen wir eine Zeitlang die schöne Aussicht auf den irreal leuchtend blauen See, der umgeben ist von hohen Bergen und Tannenwäldern. Der Crater Lake ist mit 590 m der tiefste See der USA und auf dem Grund des Sees sind warme Quellen. Entstanden ist er vor 20 Jahren aus einem Krater nach einem Vulkanausbruch, hat einen Durchmesser von 9 km und in der Mitte befindet sich die kleine vulkanische Insel "Wizard Island". Die Nächte verbrachten wir in Zelten oder wir suchten uns in den Orten ein Motel. In den Nationalparks zogen wir wegen der Landschaft und des Abenteuerfeelings das Zelten vor, obwohl die Plätze dort nicht besonders komfortabel sind. Kein Licht, kein Wasser, kein WC und mit dem Essen war es auch nicht immer so einfach. Auch in der Nähe des Crater Lake schlugen wir die Zelte auf. Oftmals versuchten wir unterwegs einen Badesee zu finden um uns von der Hitze abzukühlen.

Wenn wir keinen fanden, dann musste wenigstens das Motel einen Pool haben. Unsere nächste Sehenswürdigkeit Klamath Falls konnten wir leider nicht anfahren, da die Straßen dorthin weitläufig gesperrt waren. Der Umweg war zu groß, also fuhren wir weiter bis Lakeview, übernachteten dort und fuhren am kommenden Tag Richtung Boise, Idaho über den Highway 395. An dem Tag war es besonders heiß und wir wussten schon nicht mehr wie wir auf den Motorrädern sitzen sollten. Zu sehen gab es unterwegs nicht viel, rechts und links ödes Land und Hitze pur. Die Straßen wie im Film, endlos und leer, nur ab und zu eine einsame Tankstelle, welche wir nicht verpassen durften. An diesem Tag waren wir froh, als wir nach 600 km von den Bikes runter kamen und sofort in den Pool am Motel springen konnten.

 

Shopper

In Boise konnten wir dann am nächsten Tag endlich in einem der typisch amerikanischen Outlet Stores shoppen gehen. So überbrückten wir die Zeit in der das eine Motorrad mal wieder repariert wurde. Nachmittags setzten wir unsere Fahrt fort Richtung "Craters of the Moon, mit einem Abstecher durch einen Nationalpark in den Bergen. Dort wurden wir durch einen Waldbrand in den Bergen aufgehalten und mussten am Anfang des Brandgebietes warten bis uns ein Service Car sicher durch die Wälder bringt. Es roch sehr verbrannt, teilweise glühten noch die Bäume und die Feuerwehrmänner kämpften sich durch die Glut. Wir fuhren einige km hinter dem Service Car, bis wir endlich unseren Weg fortsetzen konnten. In den Bergen erreichten wir nach einiger Zeit dann den wunderschönen kleinen Ort "Stanley". Sofort am Ortseingang fanden wir ein "Beauty and Spa Motel" , ganz aus Holz gebaut, super schön eingerichtet und nachdem wir in dem kleinen Westernstädtchen Essen waren genossen die Frauen ein Bad im heißen Whirlpool unter freiem Himmel. Es war lausig kalt in den Bergen, doch wir lagen schön im warmen Pool, mit Sekt und hatten einen traumhaften Blick in den Sternenhimmel und konnten den "Milky Way " sehen.