Österreich Leserreise

Österreich Leserreise


Unbekanntes Österreich

Immer schon wollte ich mal eine organisierte Motorradreise mitmachen. Gehört und gelesen hatte ich ja öfter davon. Einerseits reizte mich die Möglichkeit, mit einer Gruppe zu fahren, die sich alle untereinander nicht kennen und die wie ein mehrfaches "blind date" zusammengestellt war.

Gruppe neuer BMWs

Andererseits die Befürchtung, was ist, wenn die anderen so überhaupt nicht zu mir und meiner Fahrweise passen. Verlockend die Möglichkeit, alle neuen BMW Motorräder in einer Gruppe dabeizuhaben und ein jedes davon testen und fahren zu können. Aber hatte ich nicht bisher meine Touren selbst zusammengestellt und war gut damit gefahren? Hin und her. Also dann doch. Einfach so.

Auf eigene Faust

Der erste Blick ins Internet, Katalog angefordert, angerufen: Der gewünschte Termin war frei. Gleich festgemacht und bestätigt um ja nicht wieder rückfällig zu werden. Buchungsbestätigung samt Infos und Tipps zur Tour erhalten, gelesen und dann endlich am Treffpunkt am Samstag um 8:00 Uhr. BMW Halle, Autos werden geparkt, Kofferraum auf, Kofferraum zu, Motorradkoffer werden beladen. Anonyme Geschäftigkeit. Viele Leute in Lederkombis, fahren die alle mit? Ich gehe in die Halle, stehe am Counter und werde gleich begrüßt. Werde nach meinem Namen gefragt, fülle die Papiere aus, unterschreibe und schon bin ich bei "meiner" Gruppe: 8 Fahrer, davon 1 Frau und weitere zwei Sozias. Zwei Tage Österreich. Der Reiseleiter stellt sich vor, erzählt von der Strecke, sagt wie gefahren werden soll und erklärt die Motorräder. Zwischenfragen, Lachen, Erklärung, - die Spannung legt sich.

Auf geht's

Vor der Halle steigen wir auf und fahren zur Straße, biegen ab und schon sind wir unterwegs. Mehr und mehr lernen wir die Maschine kennen, spielen an den Knöpfen, beschleunigen, bremsen, legen uns übertrieben in die Kurve. Ich schaue in den Rückspiegel: noch alle da. Irgendwann kommt der Moment: ohne es zu merken macht es Spaß. Ein Stück Schnellstraße, Landstraße, Nebenstraße, noch kleinere Straße.... Gerade waren wir doch noch in München. Wo sind wir eigentlich? Mitten in der Prärie bleiben wir stehen. Zigarettenpause. Erste Fragen und Gespräche kommen auf. Schöne Strecke, gut, dass es nicht regnet, wie ist das Motorrad? Ein Keks gefällig ?


Es geht weiter. Gemütlich durch eine Landschaft fürs Auge und Herz. Kleine Straßen, romantische Dörfer, Hügel und Kurven. Das erste Grün des Frühlings schimmert auf den Wiesen. Würzige Luft, Motorengeräusch, das Empfinden der Beschleunigung, Leute drehen sich nach uns um. Fröhlich grüßen wir. Mittlerweile habe ich ein sicheres Gefühl auf meinem Motorrad. Und es macht Spaß. Der Reiseleiter rast nicht, obwohl er zügig fährt. Irgendwie merkt er wenn einer etwas weiter zurückliegt und wird langsamer.

Freies Fahren

Nächste Pause. Mehr Fragen, mehr Gespräche. Gelegenheit zum Motorrad-Tauschen. Die einzelne Frau tauscht ihre RT gegen meine RS. Fotos werden gemacht. Späße und Lachen. Motor anlassen, der Berg ruft. Langsam aber stetig wird es steiler, die Kurven enger. Die Motoren spielen ihre Kraft aus. Locker geht es hinauf. Anbremsen, ausschwenken, reinziehen, beschleunigen. Wir treffen uns oben am Parkplatz hat der Reiseleiter gesagt. "Freies Fahren". Jeder fährt wie er will. Oben am Gipfel glühende Augen. Riesiges Panorama. Berge vorne und hinten. Jetzt sind wir eine Gruppe die zusammengehört. Der Reiseleiter hat Erfahrung. Er läßt uns abkühlen. Fahrt zum Mittagessen.

Vollpension

Wir sitzen gemütlich, jeder wählt aus der Karte was er möchte. Der Reisepreis beinhaltet Vollpension. Alles außer Benzin und Bier sagte einst der Chef. Leute die schon öfter dabei waren warnen: "Abends gibt es mehr als ausreichend". Trotzdem ziehe ich mir nach der Fritattensuppe und der Ochsenlende noch einen Eisbecher rein. Man kann ja nie wissen. Abends weiß man's. Der Mann hatte recht. Nochmaliger Motorradtausch. Wunderbare Straßen, herrliche Landschaft. Die Sonne meint es gut mit uns. Wir sind die einzigen auf der Straße. Wälder und Wiesen, - wir folgen einem Bachlauf. Plötzlich taucht ein Haus auf. Der Reiseleiter parkt und sagt etwas von Kaffee. Wir sitzen im Freien am großen Tisch und freuen uns, dass es uns gibt und dass wir hier sind.