Niedersachsen: Das Emsland

Niedersachsen: Das Emsland


Schiffbau, Torf und Transrapid

Immer nach Norden, und dann geradeaus. Wie der Spruch aus der Dornkaat-Werbung könnte das Rezept für unsere Tagestour lauten. Aber wir kommen diesmal nur bis auf den halben Weg zur Küste.

Malerischer Routenverlauf

Auf unserem Weg zu den Jahrtausende alten Torfmooren im oberen Drittel unserer Republik nutzen wir die Mutter aller Autobahnen, die A1. Vor dem 2. Weltkrieg als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gebaut, dient sie nach laufender Erweiterung und Modernisierung auch heute noch als wichtige Nord-Süd-Verbindung dem Fernverkehr. Kurz hinter Osnabrück, gerade auf niedersächsischem Gebiet angekommen, biegen wir auf die B68 nach Bramsche ab. Die zunächst vierspurige Trasse wird in Richtung Bersenbrück schnell zur gut ausgebauten Bundesstrasse. Je weiter wir jedoch auf Quakenbrück zukommen, desto schmaler, geschwungener und malerischer wird der Routenverlauf. Wir passieren idyllische Orte mit ihren niedrig bauenden Häusern wie Essen (Old.) und Cloppenburg. Reetdeckung ist hier an der Tagesordnung.

Fremde Ansichten

Die sich anschließende B72 ist über Friesoyte nach Rhauderfehn als Überland-Verbindung schnellstraßenmäßig ausgebaut. Hier beginnt sie, die Fehn-Gegend. Was nichts anderes bedeutet als Torfmoore, Kanäle und Wälder. Der nährstoffreiche Boden wird, zum Beispiel an der Straße nach Papenburg, auf riesigen Flächen mit modernen Maschinen industriell abgebaut. Längst vorbei die Zeit, als Arbeitsdienstler hier kaserniert wurden, um mit Spaten und Schubkarre den Torf, die geologische Vorstufe der Braunkohle, zu stechen.

 

An scheinbar endlos langen, schnurgeraden Kanälen geht es an kleinen Yachthäfen vorbei nach Papenburg, dem Juwel des Emslandes. Piekfein herausgeputzt die Grachten und Häuschen, manch einer hat sogar ein Segelschiff vor seiner Haustür liegen. Man kommt sich vor, als wenn man durch eine lebensgroße Puppenstube mit angrenzendem Park fahren würde. Überall gegenwärtig ist die enge Verbindung der Stadt mit dem Schiffsbau, welcher hier eine lange Tradition hat. Bekanntestes Zeugnis dafür ist wohl die Meyer-Werft, welche immer wieder durch die Schlagzeilen geistert, wenn ein neuer Luxusdampfer der Nobel-Kategorie das werfteigene Hafenbecken über die eigens dafür angestaute Ems in Richtung Dollart verlässt. Kaum zu glauben, dass in den riesigen Werfthallen fern der Küste Ozeanriesen gebaut werden, deren Überführung in die offene See selbst ohne Innenausbau oft nur eine Handbreit Emswasser unter dem Kiel lässt!

Transrapid testen

Nachdem wir uns an diesem Kleinod binnenmaritimer Kulturlandschaft satt gesehen haben, setzen wir unseren Weg südwärts über die B70 Richtung Meppen fort. Zwischen Dörpen und Lathen verkehrt auf einem Versuchsareal direkt neben der Bundesstrasse die Magnetschwebebahn Transrapid. Hinweisschilder zeigen den Weg zu verschiedenen markanten Punkten an der Strecke. So gibt's z.B. einen Aussichtshügel. Wer mag, kann in Lathen auch selbst zu einer Testfahrt starten. Zu bestimmten Zeiten werden Besucherfahrten angeboten, meist kommen jedoch geschlossene Gruppen. Für den Rückweg lohnt sich ab Meppen die Tour über Land via Haselünne und Fürstenau auf Mettingen und Ibbenbüren zu. Hier erreichen wir über gut ausgebaute, schön gekurvte Landstraßen die A30. Alternativ nehmen eilige Zeitgenossen den Weg über die breite, gerade B70, um das westliche Ruhrgebiet zu erreichen. In beiden Fällen sehnt man sich nach Erreichen eines Ballungsraums nach der Ruhe und Weite des platten Landes zurück!

 

Text & Bilder: Wingleader

 

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