Holland

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Grenzlandtour

Seit der Realisierung des Schengener Abkommens sind die Grenzen zu unseren europäischen Nachbarn praktisch verschwunden. So auch im holländischen Grenzgebiet um Enschede, Gronau und Doetinchem.

Malerische Landschaft

Je nach Herkunft reisen wir über die A 30 von Osnabrück kommend oder per A 31 aus dem Großraum Ruhrpott an. Aus beiden Richtungen erreicht man nach ein paar Kilometern Bentheim, zentraler Ort und Herrensitz der Grafschaft Bentheim. Die, bis auf einem Ausläufer des Teutoburger Waldes, in ansonsten eher flacher Landschaft erbaute Stadt mit eigener Spielbank, umrahmt malerisch das felsgegründete Burggemäuer im Zentrum.

Grenzenlos

Nachdem wir die Stadt mit Ziel Gronau verlassen haben, umschließt uns ländliche Idylle. Die im Grenzgebiet angesiedelten Bauern kämpfen derzeit gegen Subventionsabbau für ihr Überleben. Allerorten sieht man bäuerliche Protest-Mahnmale aus Strohballen.
In Gronau selbst, der Heimatstadt Udo Lindenbergs, steht zur Zeit alles unter dem Zeichen der Landesgartenschau, welche erstmals in ihrer Geschichte grenzübergreifend mit dem holländischem Losser präsentiert wird. Alles ist fein herausgeputzt, lediglich die leerstehenden Fabriken zeugen vom Glanz einer ehemaligen Textil-Metropole. Fast unbemerkt überqueren wir die Grenzlinie bei Glanerbrug, um auf der Schnellstraße nach Enschede zu gelangen.

Typisch Holland

Ein kurzer Abstecher über den Cityring zeigt, dass von dem schweren Feuerwerksunglück vor ein paar Jahren keine Wunden mehr zu sehen sind. Wir halten uns in Richtung Haaksbergen. Bereits mit Verlassen der Stadtgrenze zeigen sich erste Unterschiede zwischen den einzelnen Baustilen. Holländische Eigenheime sind kleiner und weniger aufwendig gebaut als deutsche. Aber auch hier gilt: Wer etwas auf sich hält, deckt sein Dach mit Stroh, was in Holland noch bezahlbar zu sein scheint. Auf der Fahrt über Eibergen und Lichtenvoorde nach Doetinchem, stets fast nur einen Steinwurf von Deutschland entfernt, scheinen sich alle Klischees über die Niederlande zu bestätigen: Windmühlen säumen den Weg ebenso wie Frittenbuden und Wohnwagenhändler, selbst eine kleine Anhöhe des platten Landes wird zum Bau eines gemauerten Wasserturms genutzt. Typisch holländische Idylle eben. Wir verlassen die Schnellstraße an der Ausfahrt 4 bereits vor Doetinchem mit Fahrziel Gendringen, um bei Anholt wieder deutschen Boden zu erreichen. Von hier aus ist die A3-Auffahrt Isselburg nicht weit, um später bei Oberhausen wieder den Ballungsraum Ruhrgebiet zu erreichen. Wer mag, kann jedoch seine Tour auch auf holländischer Seite bis Arnheim oder sogar Nimwegen ausdehnen, und erreicht dann später auch wieder über A 3 oder A 57 heimische Gefilde.