Cote d' azur Gardasee

Cote d' azur Gardasee


Atlantic Mannis große Roller-Reise

Mit dem Autozug fahre ich von Düsseldorf nach Fréjus an die Côte d`Azur. Von dort sind Rundfahrten in das Hinterland bzw. die Seealpen geplant. Anschließend ist die Weiterfahrt über die Küstenautobahn nach Genua, Piacenza, Brescia und weiter zum Gardasee vorgesehen. Die Fahrkarten hab ich übers Internet bei „DB Autozug“ gebucht; das Hotel Beau Site in Cap d´Antibes (F), beim ADAC gefunden und gebucht; Hotel Brenzone am Gardasee (I), gefunden über „tourenhotel.de“ und privat übers Internet gebucht.

Unterwegs

Die Verladung meines Rollers fand ab 17:00 Uhr am Hbf Düsseldorf, an der Schlägelstraße statt. Etwa einhundert Oldtimer aus England, Holland und Deutschland standen schon zur Abfahrt um 18:01 Uhr nach Verona (I) bereit, um an einer Italienrundfahrt, der berühmten Mille Miglia, teil zu nehmen. Mit mir, mit Reiseziel Fréjus, hatten sich immerhin einige Autos und genau vier Motorräder eingefunden. Mit 21 Minuten Verspätung, um 19:35 Uhr, fuhr der Autozug in Richtung Koblenz endlich ab. Es ging Rhein- und Mosel aufwärts, durch Luxemburg Richtung Frankreich. Am frühen Morgen fuhren wir durch das Rhônetal und erreichten Avignon und seine Brücken bei Sonnenschein und kühler Witterung mit 20 Minuten Verspätung. Durch die Provence, vorbei an Marseille und durch einen sehr langen Tunnel erreichten wir dann um 10:54 Uhr, Fréjus. Das Abladen der Fahrzeuge war zwar problemlos, dauerte aber ca. eine Stunde.

Frejus - Gardasee 2007 69

Kurvenreiche Bergstraßen

Gegen 12:00 Uhr begann dann schon meine 1. Rundreise. Über die Bundesstraße ging es nach Draguignan, einer Garnisonsstadt römischen Ursprungs. Ein sehr schmackhaften Essen in einem kleinen aber gut besuchten Restaurant dort – Essen hält Leib und Seele zusammen - fuhr ich über die D 562, eine erlebnis- und kurvenreiche Bergstraße, nach Grasse, dem bedeutenden Zentrum der Parfumherstellung. Von dort ging´s über die N 85 in Richtung Cannes und durch Juan-les-Pins zu meinem Hotel Beau Site, sehr schön in Cap d´Antibes gelegen. Wegen der ausgefallenen Wäsche im Zug, war jetzt natürlich großes Reinemachen angesagt. Den Abschluss bildete ein sehr langer Spaziergang durch den Ort mit einem Feierabend-Bier im Hotel.

Der Bauch der Côte d’Azur

Am nächsten Tag, dem 8. Mai, nehme ich mein Frühstück draußen im Garten ein. Eine tolle Atmosphäre. Anschließend bringt mich ein Bus nach Antibes Mitte - dem Bauch der Côte d´Azur - mit seiner gusseisernen Markthalle am Cours Masséna. Von dort führt mich mein Weg zum Meer, zur „Baie des Anges. Über die Stadtmauer und vorbei an Château Grimaldi, das heute als Picasso- Museum dient, erreiche ich das Hafengebiet. Am Horizont kann man die schneebedeckten Gipfel der Seealpen sehen, die morgen mein Ziel sein werden. Hier im Hafen liegen unzählige Segelboote und Yachten. In einem abgetrennten Teil des Hafens liegen 10 riesige Yachten von verschiedenen Inselstaaten aber größtenteils mit Heimathafen Hamilton. Zwei von ihnen haben sogar einen Hubschrauber auf dem Oberdeck. Quer durch die Stadt erreiche ich, auf der Cannes-Seite, Juan–les-Pins. Hier an dieser Strandseite ist der Jet-Set zuhause. Tolle Hotels mit Preisen zwischen 100,- und 900,- €. Hier fällt die Sauberkeit gegenüber Mallorca ins Auge. Im Hollywood-Plage, einem Speiserestaurant direkt an der Promenade gelegen, habe ich mir dann auf der Terrasse am Meer, gegrillten Lachs und ein Viertel Rotwein gegönnt. Der anschließende Espresso half mir wieder auf die Beine. Meine Wanderung führte mich dann an der Küste entlang weiter, zu meinem Hotel nach Cap d´Antibes. Insgesamt habe ich heute 15 km absolviert. Noch zwei Stunden am Pool, dann ging auch dieser schöne und erlebnisreiche Tag zu Ende.

Frejus - Gardasee 2007 56

Hinein in die Seealpen

Nach einem guten Frühstück fahre ich schon um 9:00 Uhr in Richtung Seealpen. Hinter Grasse, auf der N 85, muss ich schon bis Castellane 4 Pässe absolvieren, der höchste von ihnen, Col de Valferrière, ist 1169 m hoch. Die Streckenführung, die Gegend und die Straße selbst, sind schon ein Erlebnis für sich. Von Castellane - auch gut als zentraler Standort für Motorradtouren (siehe auch ADACmotorradtouren MP8) zu nutzen - begleitet mich der Fluss Verdon, der in der Nähe des Col d´Allos entspringt und nach 177 km in die Durance mündet, in den „Grand Canyon du Verdon“. Dieser Canyon ist in Europa nahezu einzigartig. Zwischen den mehrere hundert Meter (240 – 700 m) hohen Felswänden ist die Schlucht an verschiedenen Stellen nur wenige Meter breit. Da es noch früh ist, ändere ich meine Fahrroute und versuche den „Col de Bonette“ (2802 m), den höchsten befahrbaren Pass der Alpen zu erreichen. In Moustiers-Ste-Marie biegt man auf die D 957 ab, die am Stausee Lac de Ste-Croix entlang verläuft. Einen tollen Ausblick auf die Schlucht hat man, wenn man über die Brücke den Verdon überquert. Nach ca. 2 km erreicht man den Abzweig der D 71, die Straße auf der linken Seite der Schlucht (Fließrichtung), die mit vielen Aussichtspunkten über Aiguines und Trigance zurück nach Castellane führt. Von dort fahre ich über die D955/908, vorbei am fast 20 km langen Stausee des Verdon, dem Barrage de Castillon. Weiter führt mich diese wundervolle Straße mit teilweise 11% Steigung über den Wintersportort „La Foux d´Allos“ zur Passhöhe des Col d´Allos, in 2247 m Höhe. An der PKW-breiten Straße waren überall größere und kleinere Schneefelder. Erstaunlich war, dass viele Murmeltiere hier ohne Scheu herumliefen. Zwei dort oben anwesende Motorradfahrer berichteten mir, dass der „Col de la Bonette“ wegen Schneefall gesperrt sei. Also Fahrroute ändern und mit 11% Gefälle auf die D902 „Route des Grandes Alpes“, abbiegen. Diese landschaftlich wunderschöne Strecke durch grandiose Schluchten - auf der Nordseite als „Gorges du Bachelard“ und auf der Südseite als „Gorges de Daluis“ gekennzeichnet - führt mich anschließend mit 11% Steigung auf den „Col de la Cayolle“ in 2326 m Höhe. Auch hier im Randbereich wieder viele Schneefelder. Von hier begleitet mich der Var, der am Col de la Bonette entspringt und nach 135 km bei Nizza ins Meer mündet. Die Streckenführung der „Route des Grandes Alpes“ (2202/N 202) ist einfach großartig. Im Flussbett des Var, stellenweise breiter als 80 m, ist sehr viel Geröll mitgeführt und abgelagert worden. 20 km vor Nizza beginnt der alltägliche Stau, mir diesen wunderschönen Tag zu vermiesen. Ebenfalls Stau bis Antibes aber ich erreiche wohlbehalten, nach einem exklusiven Essen in Cap d´Antibes, an der „Baie de la Garoupe“ mein Hotel. Ein anstrengender Tag mit einer Fahrleistung von 520 km.

Frejus - Gardasee 2007 24