Nordrhein Westfalen: Münsterland

Nordrhein Westfalen: Münsterland


Schlösser und Burgen des Münsterlandes

„Der hat nah am Wasser gebaut!“ Eine besondere Bedeutung kommt diesem Spruch im Münsterland zu. Denn die früheren Landesfürsten pflegten ihre teils schmucken, teils wehrhaften Behausungen stets mit einem feuchten Graben zu umgeben. Fast für die Ewigkeit gebaut, trotzen eine Vielzahl davon auch heute noch den Unbilden der Witterung.

Tourstart

Wir beginnen unsere Wasser-Tour allerdings mit einer Sehenswürdigkeit anderer Natur: Dem in unmittelbarer Nähe der A2-Abfahrt Castrop-Rauxel gelegenen historischen Schiffshebewerk in Henrichenburg. Das unter Kaiser Wilhelm II erbaute heutige Industriedenkmal steht nämlich den Schlössern und Burgen des Münsterlandes an Pracht nicht nach. Noch heute werden nach dem gleichen Prinzip nebenan im modernen Nachfolger des zum Museum mutierten Originals Schiffe zwischen Ober- und Unterwasser des Kanals transponiert.

„Westfälischen Versailles“

 Über Waltrop und Selm geht´s weiter nach Nordkirchen. Vorbei am Bikertreff und der alten Mühle befindet sich das Schloss Nordkirchen auf einer Insel, umgeben von Gräften in einem riesigen Park. Die Einheimischen schwärmen gern vom „Westfälischen Versailles“. Freunde des barocken Baustils kommen hier voll auf ihre Kosten.

Nach einer Pause nehmen wir die Route durchs Dorf nach Lüdinghausen, wo seit dem 13. Jh. die Burg Vischering mitten aus der Stever ragt. Gut ausgeschildert wird der ehemalige Sitz der Drosten zu Vischering heute als Restaurant/Café bewirtschaftet. Der Wirt freut sich immer wieder über Ledermenschen im Biergarten des Innenhofs - er fährt selbst Chopper. Sein Vorteil: Wenn er bei schönem Wetter schon nicht selbst fahren kann, kommen die Biker wenigstens zu ihm. Wer übrigens aufgrund eines Handicaps bisher keinen Motorradführerschein erworben hat, kann sich bei ihm eine Menge Tipps holen, wie´s trotzdem geht.

Schloss an Schloss

 Die nächste Etappe führt uns über Senden und Bösensell nach Havixbeck zum Schloss Hülshoff, dem 1545 fertiggestellten Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff („O schaurig ist‘s übers Moor zu gehn...“). Auch hier wieder die Gräfte direkt außen rum. Kein Wunder, dass die Leute in den feuchtkalten Gemäuern damals nicht alt wurden. Faszinierend auch die adretten Eigenheime der schmucken Nachbarschaft. Eine Wohltat für gestresste Städter-Augen.Weiter über Billerbeck nach Borken-Gemen. Immer hübsch querfeldein, abseits der breiten Trampelpfade. Empfehlenswert ist dabei die Route über die L 581 via Osthellen, Westhellen, Coesfeld, Hochmoor und Velen. Die Burg Gemen wird heute als Jugendherberge genutzt und liegt in einem großzügigen Parkgelände. Wir verlieren jedoch nicht viel Zeit und begeben uns über die B 70 nach Raesfeld, wo uns ein wunderschönes, voll erhaltenes Wasserschloss erwartet. Heute werden die ehemaligen Gesindehäuser an der Zufahrt zum Antiquitätenhandel und als Gastronomie genutzt. Nachdem wir uns im Schlosspark die Beine vertreten haben, gehen wir auf die zunächst letzte Etappe unserer Schlösser-Reise. Über die B70, in Erle links ab, am Motorrad-Treff Checkpoint vorbei gelangen wir über Rhade nach Lembeck, wo wir im Ort rechts abbiegen zum Schloss. Unmittelbar an der Zufahrt des Anwesens, das heute noch dem Grafen v. Merfeldt als Wohnsitz dient, gibt es eine Besonderheit: Eine Milchtankstelle, an der man kuhfrische Milch in ein mitgebrachtes Behältnis zapfen kann. Eine angenehme Erfrischung für den Heimweg, den wir über Wulfen zur A 43 in Haltern antreten oder über Deuten zur A 31. 

Text & Fotos: wingleader

 

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