Motorradtour Salzburger Land

Motorradtour Salzburger Land


In Mozarts prächtiger Heimat

Das Salzburger Land zählt zweifelsohne zu den landschaftlich begnadeten Flecken Europas, große Dichter und Komponisten schwärmten ihr Leben lang davon. Dass auch wir Biker allen Grund für wahrlich exzessive Schwärmereien haben, möchte ich Ihnen mit dieser Geschichte beweisen. Darf ich bitten …

Ganz gleich ob Zwei- oder Vier-, ob Dreiviertel- oder Vierachtel-Takt – Sie sollten auch die beiden tagesfüllenden Touren dieser Geschichte unbedingt gepäckbefreit genießen und sich deshalb einen zentralen Ausgangspunkt suchen. Zum Beispiel das geschichtenreiche Städtchen Hallein im Herzen unseres Themas. Salzburg selbst ist zwar auch ein wahrlich prächtiger Ausgangspunkt, hat aber einen großen Nachteil: den erheblichen Berufsverkehr morgens und abends.

Und falls auch Sie sich für Hallein als Tourenstandort entscheiden, darf ich gleich hier meinen TIPP bezüglich einer zünftigen Unterkunft erwähnen - den berühmten Hohlwegwirt von Hallein Ernst Kronreif – übrigens das „K“ von KTM. Alle Details dazu im Infoteil.

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Eine pralle Reiseroute bitte

Nach einem Frühstück mit herrlich frischem Butterzopf und köstlicher Marillenmarmelade starten wir zu unserer ersten Runde. Es ist Samstagmorgen und ein kurzer Abstecher auf den sehenswerten Wochenmarkt der alten Salzstadt Hallein ist obligatorisch. Dann aber geht es gen Süden ab in die Landschaft. Kurvenhatz vom Feinsten inmitten der mehr als prächtigen Bergwelt Halleins berauscht uns umgehend. Zwar werden wir die Strecke Richtung Sulzau wohl selten ganz für uns allein haben, dafür kehrt bereits kurz hinter dem sehenswerten Städtchen Bischofshofen umgehend Ruhe ein. Rasch den Blinker rechts gesetzt und dem Wegweiser nach Mühlbach in Hochkönigs Reich folgen. Der imposante Felsblock trägt mit seinen 2941 m bis weit in den Mai hinein alljährlich eine strahlend weiße Wintermütze, während das kurvenreiche Land um seine Südflanke bereits in allen Farben des Frühlings erblüht ist. 

Schwungvoll wedeln wir über den eher unscheinbaren Dientner- und Filzensattel durch Maria Alm am Steinernen Meer – welch ein Ortsname! - und Saalfelden und umrunden hierbei den Nationalpark Berchtesgaden, dem wir uns am Ende dieser Runde noch genauer widmen werden. Kurz hinter dem beschaulichen Städtchen Lofer wartet zunächst aber ein Abstecher auf uns, den auch Sie sich unbedingt gönnen sollten: das liebliche Heutal, eine herrliche Sackgasse mitten hinein in die Südflanke der Chiemgauer Alpen.

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Für ein weiteres fahrerisches Highlight der gesamten Region müssen wir nun Österreich ganz kurz verlassen und bei Schneizlreuth Richtung Berchtesgaden abzweigen. Zu dessen Naturschätzen zählt natürlich der berühmte, unergründliche und geheimnisvolle Königssee, den wir aber auch als Biker nur zu Fuß erreichen können. Bereits der alte Ludwig Ganghofer fand sein privates Paradies hier zu Füßen des Watzmann-Massivs. Eine Bootsfahrt über den für sämtlichen privaten Schiffsverkehr gesperrten See ist ein unvergessliches Erlebnis, nicht nur wegen des herrlichen Bergechos, wenn der Kapitän ergreifend die Trompete bläst. 

Wahrlich ergreifend ist aber auch das letzte Highlight unseres Tourentages – die Fahrt über Deutschlands höchste Panoramastraße. Dazu folgen wir in Berchtesgaden den Wegweisern zur „Rossfeld Panoramastraße“. Gut drei Euro kostet die Bikermaut inklusive herrlichen Ausblicken auf Watzmann und Hagengebirge, eine Investition, die sich von Frühling bis weit in den hier besonders goldenen Herbst mehr als lohnt.

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Ab geht die Post

Die nächste tagesfüllende Runde beweist uns die unendliche Vielfalt der Region. Über St. Kolomann geht es abseits jeglichen Verkehrs zunächst einmal hinauf zur Trattberg Panoramastraße, einer der schönsten alpinen Sackgassen im Tennengau mit herrlichen Ausblicken auf das umliegende Tennengebirge. Die Straße ist zwar offiziell erst ab ca. Mai geöffnet, sofern Sie allerdings früher im Jahr bereits vor einer durchaus befahrbaren Piste stehen, lautet mein TIPP: Versuchen Sie’s. Notfalls kann man auf der auskömmlich breiten und gut geteerten Straße auch vor dem Scheitelpunkt wieder wenden. Und falls dort oben die Enzianhütte geöffnet ist, gibt’s viele Gründe für einen kleinen Boxenstopp.

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Intensives Kurvenschrubben steht für den Rest des Tages auf unserem Roadbook. Dazu wenden wir uns dem unter Bikern bekanntesten „Geheimtipp“ des Salzburger Landes zu, der Mautstrecke zur Postalm zwischen Voglau und Strobl. Vor allem an Wochenenden geht hier regelrecht die Zweirad-Post ab - in des Wortes kühnster Bedeutung. Das Ganze garniert mit grandiosen Ausblicken auf Dachstein- und Tennengebirge. Oben an der bewirtschafteten Postalm, dem Treffpunkt aller Biker des Salzburger Landes sollten auch Sie unbedingt einen Einkehrschwung zelebrieren. Leckere Almenküche kombiniert sich hier mit unzähligen Benzingesprächen zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dann geht es weiter gen Osten, mitten hinein in das Land der herrlichen Seen und sattgrünen Hügel. Das Südufer des berühmten Wolfgangsees möchte uns anschließend mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten von der Piste locken. Wir geben den Verlockungen nach und gönnen uns eine kleine Einkehr mit herrlichen Ausblicken auf den See. 

Nicht minder herrlich sind die Ausblicke von der Sommerterrasse des edlen Schlosshotels „Fuschl“ am gleichnamigen Gewässer. Hier kostet der Eisbecher-Einkehrschwung zwar ein paar Euro mehr, dafür bekommen Sie aber auch eine satte Portion einmaliges Ambiente. Über Elsenwang und Ebenau sowie den idyllischen Wiestalstausee erreichen wir spätabends wieder unseren Ausgangspunkt Hallein.

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Text & Bilder: Heinz E. Studt