Im Land der Seen und Berge

Im Land der Seen und Berge


Perfekt Biken

Unter dem Motto „Gemeinsam noch mehr Spaß erleben“, in Verbindung mit einem „Dualen-Perfektions-Training“, bat Honda 2007 für seine Motorrad-Kunden vier 4-tägige Touren im Großraum Sauerland an. Bei der dritten Veranstaltung „Perfekt Biken“ vom 15. - 18. Juli 2007 erlebten die Teilnehmer bei den beiden Ausfahrten die Gegend um den Aabach Talsperre und der Sackpfeife.

Walter Saure ist engagierter Hotelier, Koch und bekennender Biker. Wenn er Zeit hat, begleitet er gerne seine Gäste, wenn er in der Küche stehen muss, liegen auf dem Hoteltresen zahlreiche Tourenvorschläge zum Nachfahren bereit. „Tage und wochenlang könnte ich mit meinen Hotelgästen durch das Sauerland und die angrenzenden Gegenden fahren und wir würden keine Straße zweimal sehen. Es gibt sogar noch Ecken, die habe selbst ich noch nicht erkundet. Eine kleine Einschränkung muss ich allerdings machen“, lässt der Willinger mit einem verschmitzten Schmunzeln wisse, „zum Pflichtprogramm gehört ein Besuch des Diemelsees. Von Willingen bis zum Stausee ist es nur ein Katzensprung und vom Biker-Treff an der Sperrmauer haben fast alle schon einmal etwas gehört. In der Saison und besonders bei schönem Wetter tanzt hier der Bär. Wer bei uns im Sauerland ist, sollte unbedingt da mal vorbeischauen. Aber auch Wasserratten kommen auf ihre Kosten. Der Diemelsee und die Umgebung ist ein herrliches Erholungsgebiet.“

Basicamp Sauerländer Hof 

Für die Honda-Touren 2007 wurde der Sauerländer Hof in Willingen als Basisunterkunft gewählt. Ein Familienhotel, in dem Biker herzlich willkommen sind.

Wer nach dem Frühstück im Sauerländer Hof zum Diemelsee tourt, ist gut 15 Minuten unterwegs. Genau die richtige Zeit um den Motor, die Reifen und sich selbst warm zu fahren. Die Diemeltalsperre wurde vor rund 90 Jahren gebaut, das Fassungsvermögen beträgt 22 Millionen Kubikmeter. Zahlreiche Cafes und natürlich der Biker-Treff laden zur Rast ein. Ein wunderschöner Streckenabschnitt ist der Straßenverlauf über die Sperrmauer und weiter direkt am See vorbei nach Heringhausen. Adorf, ursprünglich als "Dorf am Wasser" bezeichnet, liegt gut sechs Kilometer vom Diemelsee entfernt. Geologie-Fans kommen hier auf ihre Kosten. In den Klippen zwischen Adorf und Giershagen wurden 300 Millionen Jahre alte Fossilfunde gemacht. Das Adorfer Eisenerz-Bergwerk wird 1273 erstmalig urkundlich erwähnt. Der 1600 m lange Stollen war bis 1962 in Betrieb und ist heute zum Besucherbergwerk umfunktioniert.

Waldecker Windkraft 

Voll im Trend liegen die Waldecker beim Stromerzeugen via Naturkraft. Die Windkraftwerke stehen auf den Berghöhen von Adorf. Das Ferienland Waldeck - Willingen, der Diemelsee und das Upland liegen im westlichen Teil - ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nach Bauplänen vom Reißbrett entstand 1719 die Stadt Arolsen und nach Versailler Vorbild ein prachtvolles Schloss. Das im Spätbarock- und Rokokostil gebaute Städtchen war ab 1728 Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums, und bis zum 1. April 1929 blieb das Fürstentum Waldeck sogar selbständig.

Vom heutigen Bad Arolsen aus gelangt man über eine wunderschöne waldreiche Nebenstrecke über Kohlgrund, Marsberg, Essentho und Fürstenberg zur Aabach-Talsperre. Den vollkommen von Wäldern umschlossene Stausee gibt es erst seit 25 Jahren, Straßenverkehr ist um den See tabu. Dafür wirkt das Naherholungsgebiet mit dem gut 9 Kilometer langen Rundweg auf Wanderer, Radfahrer und Inlineskater wie ein Magnet.

Natur pur bieten sich dem Biker auf der Weiterfahrt über Bleiwäsche, Madfeld, Messinghausen, Hoppecke und Bontkirchen zurück nach Willingen.

Vonne Sackpfeife zum Kahlen Asten 

Quer durch das Sauerland und das Ederbergland führt unser zweiter Tourenvorschlag in den Nachbarlandkreis Marburg-Biedenkopf zur Sackpfeife. Die Strecke führt wie erwartet fast ausschließlich über kleine Nebenstraßen. Von Willingen geht es über Usseln, Oberschledorn, Medebach, Münden, Neukirchen, Hallenberg, vorbei an Allendorf/Eder und ein Stück über die B253 hinauf auf die 674 Meter hoch gelegene Sackpfeife. Fußfaulen Bikern, die mit ihrer Rüstung ungern kilometerweit laufen, kommt der nahe des Berggipfels gelegene Parkplatz sicherlich entgegen. Zwar muss man eine Parkgebühr entrichten, dafür ist dann der Fußmarsch zur Berghütte nicht der Rede wert. Ob Sommer oder Winter, die Sackpfeife ist immer ein besuchenswertes Ausflugsziel.

Zurück auf der B253 wird zunächst ein Stück Richtung Allendorf gefahren, in Eifa geht es dann links ab nach Hatzfeld und immer an der Eder entlang bis Bad Berleburg. Wenig Verkehr und verwinkelte Straßen lassen das Bikerherz höher schlagen. Richtung Hochsauerland wird zunächst ein Stück über die B480 getourt, aber schon nach ein paar Kilometern über die Nebenstrecke, durch Girkhausen und Neuastenberg, zu einer beschaulichen Kaffeepause der Kahle Asten bei Winterberg angesteuert. Die Winterberger, die Sauerländer und alle andern, die den Kahlen Asten kennen, sowieso, sind stolz auf ihren Berg, der immer wieder als der höchste Berg bezeichnet wird. Auch wenn sie es nicht gerne hören, das ist er aber nicht. Der höchste Berg in der Region ist mit 843,2 Metern der Langenberg, dann kommt mit 842,9 Metern der Hegekopf und erst an dritter Stelle mit 841,9 Metern folgt der Kahle Asten. Sei es wie es will, dafür ist der Kahle Asten mit Abstand der bekannteste. Motorradfahrer sind hier herzlich willkommen, sie dürfen mit ihren Bikes bis vor das Bergrestaurant fahren. Der Parkplatz ist deutlich und gesondert ausgeschildert. Über Küstelberg ist man je nach Fahrweise in gut einer halben Stunde zurück in Willingen und wenn die Gäste Lust haben, organisiert Walter Saure einen Grillabend.

Text & Fotos: Winni Scheibe