Motorradtour Teutoburger Wald

Motorradtour Teutoburger Wald


Zwischen Teuto, Weser und Wiehengebirge

Der Teutoburger Wald ist eine der geschichtsträchtigsten Gegenden Deutschlands. Wo 9 n. Chr. die Varus-Schlacht getobt haben soll, befindet sich noch heute eine recht gebirgige Landschaft, die mit dem angrenzenden Wiehengebirge eine herrliche Motorradszenerie bietet.

Wir reisen über die A 1 an, die wir bei Tecklenburg verlassen. Über Brochterbeck geht’s an den Dörenther Klippen mit dem Steinmonument „Hockendes Weib“ und an der Sommerrodelbahn vorbei nach Ibbenbüren rein. Als erstes begrüßt uns im Kreisverkehr ein überdimensionaler Brummkreisel, auf münsterländisch Platt „Hüüldopp“ genannt. In Sichtweite dazu der „Pietschendopp“, sein mit einer Peitsche getriebenes Pendant.

Dem Wegweiser zum Motorradmuseum folgend, erreichen wir nach ein paar hundert Metern im Schatten der A 30 gelegen das wahre Kleinod der Motorradgeschichte. Über 120 Exponate beherbergt der alte Bauernkotten, allesamt betriebsfähig und für 3 € zu bestaunen! Nach seinem Besuch ist man froh, dass der moderne Reihen-Vierzylinder willig elektrisch startet und wir mit sauberen Fingern und ohne lahmgekicktes Bein wieder Richtung Tecklenburg starten können.

Rast im Knast

Nach steiler Anfahrt kommt als erstes der Bismarckturm in Sicht, bevor nur wenige Meter weiter eine Aussichtsterrasse einen sagenhaften Weitblick über das nördliche Münsterland bietet. Die darauffolgenden Serpentinen quer durch den Ort in Richtung Habichtswald sind nicht von schlechten Eltern. Über malerische, sanft geschwungene Landsträßchen mit kaum Verkehr geht’s nach Georgsmarienhütte. Weiter über Borgloh und Melle nach Bad Essen, quer über den Bergrücken gibt’s Gelegenheit genug zum Kurvenräubern.

Via Preußisch Oldendorf kommen wir über Lübbecke und Espelkamp nach Petershagen. Hier gibt’s für 2-Tagesfahrer die Möglichkeit, im alten Gefängnis des Amtsgerichts zu übernachten. Rast im Knast für Puristen, mit minimalem Komfort und super Frühstück.

Kaiserdenkmal

Die nächste Etappe geht nach Minden, zum Wasserstraßenkreuz, einfach der Beschilderung zur "Schachtschleuse" folgen. Ein Besuch der Kreuzung von Weser und Mittellandkanal ist allemal lohnend, bevor wir unseren Weg über den Höhenzug des Wiehengebirges gen Porta Westfalica fortsetzen. Wer sich dort den Weg rauf zum weithin sichtbaren Monumentalbauwerk machen möchte, sollte nach den Wegweisern zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal Ausschau halten und nicht nach der Porta Westfalica, die es nur als Städtenamen gibt und nicht als Denkmal!
Wieder in den Niederungen der Weserauen angekommen, bleibt es dem eigenen Geschmack und der Richtung zum heimischen Zielort überlassen, ob man die nahegelegene A 2 oder über Bad Oeynhausen die A 30 für den Heimflug wählt.

  

Text & Fotos: wingleader