Frankreich: Ardennen Tal der Maas

Frankreich: Ardennen Tal der Maas


Wunderschönes Vallée de la Meuse

Eine Rundfahrt durch Belgien, Frankreich, die Ardennen, Belgien, Luxemburg, die Rureifel, das Bergische Land und den Naturpark Hohe Mark.

Faszinierend und eindrucksvoll

Die Maas (La Meuse) zählt zu den bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Der 925 Kilometer lange Fluss entspringt auf dem Plateau von Langres (F) und durchfließt auf seinem Weg in die Nordsee Frankreich, Belgien und die Niederlande. In den 60er Jahren habe ich Dinant zweimal während meiner Dienstzeit in Belgien, besucht und war von dieser Stadt fasziniert. Eindrucksvoll zeichnet sich an der Maasbrücke die Stiftskirche Notre-Dame von dem schroffen Kalksteinfelsen ab, auf dem die Zitadelle der Stadt thront. Cafés und Biergärten säumen die Uferpromenade.

Samstagabend fasste ich den Entschluss zu fahren und die angekündigten Sonnentage zu nutzen, Sonntag ging die Reise los. Anreise nach Aachen individuell über die Autobahnen oder Bundestraßen. Von der A44 auf die A3 (E40) in Richtung Liège. Hinter Liège in Richtung Namur auf die A15 (E42) wechseln. Die Autobahn an der Ausfahrt 10 "Fernelmont" verlassen und auf der N80 bis Namur-Jambes fahren. Nach der Einfahrt in die Hafenstadt Namur links fahren, die Meuse überqueren und rechts weiter Richtung Jambes die Stadt durchqueren. Nach ca. 2 km kommt ein Hinweisschild nach "Dinant". Dort rechts abbiegen und bis zur Meuse-Brücke fahren, ein Foto von der oben liegenden Festung machen und im Cafe rechts den Anblick der ehemals bedeutenden Festung und einen Kaffee genießen. Anschließend die Brücke überqueren und links abbiegen, ganz entspannt das Umfeld genießend, über die N 92 und Wèpion nach Dinant weiterfahren.

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In Dinant

Über die Meuse-Brücke erreicht man in Dinant die Kirche und die Uferpromenade. Zwei Runden sollte man schon fahren, d.h. die Uferpromenade flussaufwärts bis hinter dem rechts liegenden Ibis-Hotel, dann drehen und durch die Stadt zurück, zur Promenade runter und über die Promenade wieder flussaufwärts. Die Parkmöglichkeit an der Stiftskirche "Notre-Dame" beachten und sich im gegenüberliegenden Bistro stärken. Den Musikern unter Euch sei gesagt, dass hier 1814 "Adolphe Sax", der Erfinder des Saxophons geboren wurde. Die Handwerker unter Euch sollten sich für die "Dinanderien", die getriebenen Messing- und Kupferwaren interessieren und die Fotografen für das beeindruckende Photomuseum in der Zitadelle.

Natürlich sind für die Zweirad fahrenden Damen auch noch Dinanter Spezialitäten geblieben, die "Coques" -Bisquitkuchen- und die "Flamiches" -der Eier-Käse-Kuchen. Denkt aber nicht ihr währet alleine dort, auch Belgier und Franzosen fahren BMW, Honda, Suzuki etc. Eine Bootsfahrt im selbst gesteuerten Elektroboot oder mit dem Flussdampfer bzw. eine Fahrt zur, hoch über Dinant liegenden, Zitadelle bieten sich auch an.

Übernachtung eventuell im erwähnten Ibis-Hotel, je nach eigener Preisvorstellung oder weiterfahren über die N96/N51 nach Givet (F). Hier habe ich im kleinen schnuckeligen Hotel "Le Roosevelt", direkt an der Maas gelegen, übernachtet. Das Einzelzimmer mit französischem Bett, sehr sauber, kostete 45,- Euro und das Frühstück 7,- Euro. Auf der kleinen Terrasse, dem Hotel gegenüber, direkt an der Meuse, kann man den schönen Tag Revue passieren lassen und das quirlige Leben hier genießen.

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Geschichtsträchtige Wälder

Am nächsten Morgen, nach einem französischen Frühstück, geht die Fahrt vorbei an der oberhalb von Givet liegenden Festungsanlage, weiter auf der N51 nach Fumay (tanken nicht vergessen) und über die D988 bis Revin. Hier überqueren wir wieder die Meuse und biegen links ab über die D1 nach Montherme, einem erstaunlich sauberen Städtchen in einer Flussschleife der Meuse gelegen.

Diese Straße führt den gruseligen Beinamen "Route de la Lègende de la Meuse et Semoy". Was die Sage der beiden Flüsse angeht, konnte ich sie nicht ergründen. Nach dem "Cháteau Regnault" und Bogny sur Meuse, erreichen wir Nouzonville und biegen dort links über die Brücke nach Neufmanil, auf die D22 ab. Wir befinden uns jetzt schon im "Ardenner Wald". Die D22 trifft kurz vor der belgischen Grenze, in Gespunsart, auf die D979, der wir links ab, in Richtung Pussemange (belgische Grenze) und Sugny (B) folgen, um dann über die N810(B) -D777(F)-N810(B) in Richtung Bouillon zu fahren. Rechts der französischen Grenze liegt der "Wald von Sedan". Seit der "Schlacht von Sedan" (1870) tobten auch 1914 und 1918 hier fürchterliche Kämpfe. Im 2. Weltkrieg, im Mai 1940, schlugen Panzerdivisionen der deutschen Wehrmacht die französische 9. Armee bei Sedan, womit die deutsche Invasion Frankreichs begann.

Kurz vor dem "Chateau-Fort de Bouillon" und der Stadt Bouillon, die bereits zur belgischen Provinz Luxemburg gehört, biegen wir rechts ab in Richtung Florenville; erst über die französische N58 (Sedan), dann bis zum Abzweig der N83 nach Florenville, dort geht es links ab. Gottfried von Bouillon (um 1061-1100) war französischer Adliger und Führer des 1. Kreuzzuges 1089 mit 20.000 Mannen. Gottfried war auch 1099 führend an der Belagerung und Eroberung von Jerusalem beteiligt, allerdings hat er die fettarme Brühe "Bouillon" nicht erfunden.

Nach Florenville verlassen wir die N83 und erreichen über die N891 Les Bulles, Rosignol und Rulles Habay-la-Neuve. Über die N87 passieren wir Heinstert und im weiteren Verlauf über die Autobahn N4 erreichen wir Martelange. Im Stadtgebiet, am Ende der Gefällstrecke verlassen wir Belgien - die Tankstellen auf der A 4 dort haben schon günstige luxemburgische Spritpreise - und fahren rechts über die luxemburgische Grenze, kurzfristig über die N23 und verlassen diese in Richtung Rindschleiden (L) und Esch-sur-Süre (N15) mit seiner Burgruine, die uns von den Bergen grüßt und zu einer Fotopause animiert. Der weitere Verlauf ist über die N12 nach Wiltz, Troisvierges und Richtung St.-Vith (B).

Die "Hammer"-Strecke

Keine Panik, vor der belgischen Grenze direkt ist keine Tankstelle aber dahinter, beim Kreisverkehr, kann man preiswert tanken. Den Bütgenbacher Stausee bei Büllingen erreichen wir in gerader Linie über die N676/N658. Wenn man in den Ort oder an den See will, muss das Fahrzeug auf den oberen Parkplätzen abgestellt werden. Es ist der gleiche Vorgang wie in Monschau, wo auch das ganze Stadtgebiet gesperrt ist und man nur von den umliegenden Parkplätzen die Stadt erreichen kann. Durch das Hohe Venn und Elsenborn erreichen wir über die N647/N669 Kaltenberg an der deutschen Grenze und umfahren Monschau auf der B399. Am Ende der Serpentinenstrecke hinter Monschau, Richtung Simmerath, an der rechts liegenden Tankstelle scharf rechts nach "Hammer" abbiegen. Die Strecke ist ein "Hammer" und führt bis Einruhr am Rurstausee. Die Rur ist ein 248 km langer Nebenfluss der Maas. Sie entspringt im Hohen Venn in Belgien. Durch die Talsperre bei Schwammenauel in der Eifel wird der Rurstausee gebildet. Er ist der zweitgrößte Stausee Deutschlands. Bei Roermond in den Niederlanden mündet die Rur in die Maas. Sollte beim Eintreffen am Rurstausee dort Wochenende sein, haben Knieschleifer keine Chance, dann sind die meisten Straßen um den Stausee für Mopeds gesperrt. Links geht's weiter über die B266 bis zum Abzweig Weidenbroich, Buhlert bis zur Ortschaft Schmidt. Vor der Ortseinfahrt Schmidt beim Hotel "Haus Seeblick", befindet sich rechts ein Parkplatz, von dem man noch einmal einen Blick auf das herrliche Panorama des Stausee´s unterhalb, werfen kann. Im Haus Seeblick habe ich übernachtet. Eine sehr gute, bürgerliche Küche und Frühstücksbuffet. Es kann als Standort für Rundfahrten genutzt werden. Einzelzimmerpreis 30 Euro mit Frühstücksbuffet.

Auf dem Heimweg

Bei der weiteren Rückfahrt am anderen Tag sollte man Nideggen mit seiner Burg nicht verpassen. Tiefen Einblick in das Leben der alten Ritter vermittelt das Burgenmuseum in Nideggen, dessen Stadtmauer gut erhalten ist. Über Düren oder die B56 kann man die A4 und auch die A44 erreichen. Die 477 führt direkt nach Neuss. Meine Strecke führte mich weiter durch Erftstadt, Hürth(B 265) und über die A 4 bis Overath. Ein bisschen kreuz und quer über Lindlar, Kürten und Wipperfürth zur Bevertalsperre. Nach einer kleinen Pause an diesem wunderschönen Fleckchen Erde, wurden dann Schwelm, Ennepetal, Hagen und über die A 43 Haltern angefahren. Laevesum, Klein Reken, Schermbeck und Hünxe waren die letzten Stationen, bevor ich nach 1012 km zuhause in Spellen (Voerde) ankam.

Es war eine wunderschöne erlebnisreiche Fahrt bei tollem Reisewetter.

Ich hoffe euch hat dieser Ausflug gefallen und alle sind wieder heil zuhause angekommen. Vielleicht erhalte ich ja mal eine Rückmeldung über die BS.

Text & Fotos: Manfred Höltken