Motorradinsel Rügen

Motorradinsel Rügen


Urlaubsfeeling

Während meines diesjährigen Familienurlaubes, den wir mit einer befreundeten Familie verbrachten, hatte es mich auf die Insel Rügen verschlagen. Mehr oder weniger spontan hatten Robert ( der andere Vater ) und ich entschlossen für einen Tag zwei Motorräder zu mieten, um eine Rundfahrt über die Insel zu machen.

Da es auf Rügen selber keine Motorräder zu mieten gab mussten wir nach Stralsund, wo der ortsansässige Kawasaki Händler Motorrad Total Leihmaschinen im Angebot hat. Dort bekamen wir dann eine ältere EN 500 und eine ER 6f zur Verfügung gestellt. Weitere Infos dazu gibt es unter www.motorrad-total-hst.de/setvermietung.htm. Nach einer kurzen Einweisung durften wir dann endlich losfahren.

Deutsche Alleenstraße

Direkt hinter der Stralsundbrücke zweigten wir nach rechts ab in Richtung Garz, um der Deutschen Alleenstraße in umgekehrter Richtung zu folgen. Diese beginnt nämlich im Ostseebad Göhren und endet am Bodensee. Es ist schon beeindruckend durch so eine echte, alte Allee zu fahren. Aber auch nicht ganz ungefährlich. Die Lichtverhältnisse wechseln andauernd, die Straßen sind sehr schmal und man muss immer mit der Unaufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen. Trotzdem lässt es sich entspannt dahin gleiten. Kurz vor Göhren bogen wir nach rechts ab, um den Inselteil Mönchgut unter die Räder zu nehmen. Hier kam ich mir vor wie an der französischen Atlantikküste. Auf der linken Seite war der Dünengürtel mit dem Kiefernwald und auf der rechten Seite ein Campingplatz nach dem anderen. Da kommt bei mir echtes Urlaubsfeeling auf. Am Ende der Straße, in Klein - Zicker genehmigten wir uns erst einmal einen Kaffee und genossen den Blick auf den Rügischen Bodden. Mangels Alternative ging es dann auf überwiegend derselben Straße wieder zurück und weiter ins Ostseebad Binz. Wer den Rummel a la Biarritz liebt wird hier sich hier bestimmt wohl fühlen. Binz glänzt mit einem traumhaften Badestrand und einer tollen Strandpromenade, auf der jeden Abend was los ist. Besonders die Musikfreunde werden hier auf ihre Kosten kommen. Ob Rock, Pop, Blues, Disco oder Blasmusik, es wird alles geboten. Von Binz aus fuhren wir weiter in Richtung Sassnitz und kamen dabei an dem alten KDF-Bad Prora vorbei. Hier gibt es für den

Kraft durch Freude

Technikinteressierten gleich zwei Museen zu besichtigen. Zum einen das DDR-Museum, wo unter anderem auch die gesamte Palette an Motorrädern zu besichtigen ist, die es in der ehemaligen DDR zu kaufen gab und zum anderen das Eisenbahn- und Technikmuseum Rügen. Hier kommen vor allem die Eisenbahn- und Autoliebhaber auf ihre Kosten. Von Prora aus ging es dann weiter nach Sassnitz. Da es gerade Mittagszeit war, gönnten wir uns am Hafen eine Portion Fish and Chips, stilecht in der Papiertüte serviert. Wem dies zu einfach ist, der kann auf dem ein oder anderen Fischkutter auch andere Köstlichkeiten aus dem Meer genießen. Von Sassnitz aus ging es dann in den Nationalpark Jasmund, wo die Straße durch einen wunderschönen Buchenwald geht. Wer will und gut zu Fuß ist, der kann hier einen Abstecher zum Königstuhl und den berühmten Kreidefelsen machen. Über die Schaabe fuhren wir dann weiter zum Inselteil Wittow. Die Schaabe ist die im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Verbindung zwischen den einstigen Inseln Wittow und Jasmund. Hier finden sich die natürlichsten Strände Rügens und diejenigen, die mit dem Trubel in Binz nichts anfangen können, sind hier bestens aufgehoben. Auf Wittow gibt es zudem die Möglichkeit einen Abstecher zum Kap Arkona zu machen. Aber auch hier muss man wieder gut zu Fuß sein. Wir hingegen fuhren weiter über Wiek zur Wittower-Fähre. Die Überfahrt erinnerte mich an zu Hause, da die Fähre unseren Rheinfähren glich. Danach ging es nach Schaprode, von wo aus man auf die Insel Hiddensee fahren kann. Nach einem kleinen Päuschen machten wir uns dann so langsam auf den Rückweg nach Stralsund, da der Tag so langsam zu Ende ging.

Nix für Sportler

Alles in allen sind wir knapp 220 gemütliche Kilometer über die Insel gefahren und haben einiges gesehen. Aufgrund der Straßencharakteristik ist die Insel eher was für Cruiser oder Enduristen. Unsere Straßenmaschinen waren allerdings bei einigen Kopfsteinpflastereinlagen am Rande ihrer Dämpfungseigenschaften. Der echte Sportler wird, allein schon wegen der vielen Geschwindigkeitskontrollen, auf Rügen nicht glücklich werden.

Text & Fotos: Dirk Bruchhausen