Motorradtour Spessart

Motorradtour Spessart


Der Ruf des Waldes

Wer die A66 von Frankfurt in Richtung Fulda fährt, hat dabei etliche Möglichkeiten die Bahn in Richtung Spessart zu verlassen und in Deutschlands laubwaldreichste Region einzufahren.

Egal, wo auf dem genannten Stück der Highway verlassen wird, befindet man sich zunächst in Hessen und landet kurze Zeit später in Bayern. Das sollte wiederum dort nicht allzu laut erwähnt werden, denn wir sind in Franken. Diese als Bayern zu bezeichnen, ist vergleichbar mit der Beglückwünschung eines Fans des 1. FC Nürnberg zur Deutschen Meisterschaft des FC Bayern München.

  

Der hessische Teil des Spessarts ist durch seine Kurorte Bad Orb und Bad Soden – Salmünster, sowie durch die Märchenstraßenstädte Hanau und Steinau bekannt. Im Gegensatz zum bayerischen Spessarttourismus, bietet man in Hessen gute und brauchbare Tourentipps für den Motorradurlaub in der waldreichen Region.

  

Wir starten in Aschaffenburg, der Mainperle Unterfrankens. Das tolle Schloss, eine besuchenswerte Altstadt und das Kulturhighlight „Urban Priols Hofgarten“ sind die Trümpfe der unterfränkischen Metropole. Lohr ist das erste Ziel unseres Ausflugs. Je nach Lust und Laune wählt man zur Anreise die kurvenreiche B26 oder die teilweise holprige Anfahrt über die nördlichen Nebenstraßen. Mit dem Sportler oder Cruiser ist die Bundesstraße auf jeden Fall der bessere Tipp. Das vorhandene Bike ist auch entscheidend für die weitere Streckenwahl. Verlängerte Bedenkzeit bietet der Besuch im Motorradmuseum Nantenbach.

  

Schotter oder Asphalt lautet jetzt die Frage? Da wir alle mit Reise-Enduros unterwegs sind gehen beim Wort „Schotter“ die Daumen hoch. Gut 10km lang lassen wir dann auf der öffentlichen Straße Richtung Sinntal die Steine spritzen, ohne das uns auch nur ein einziges Fahrzeug entgegen kommt. Kein Wunder, wer außer uns Verrückten, würde sich das verschleisstreibende Vergnügen gönnen?

  

Kurvenreich und nicht gerade langsam nähern wir uns dem Ort Sterbfritz. Verflucht, wer war dieser Fritz, den es hier wohl erwischt hat? Mit dem seltsamen Gefühl, Fritz wäre mit dem Moped zu schnell unterwegs gewesen, lassen wir es etwas langsamer angehen und fahren in Schlüchtern ein. Eine nette Eisdiele wartet bereits.

  

Wieder Richtung unserem Ausgangspunkt Aschaffenburg unterwegs, spielen die Straßen des Spessarts ihre Trümpfe aus. Wenig Verkehr, knackige Kurven und abwechslungsreiche Landschaftsbilder. Aber Achtung, die ständig wechselnden Lichtverhältnisse und die nicht immer einwandfreien Straßenbelege, erfordern Erfahrung und richtige Geschwindigkeitseinschätzung.

Wir erreichen Aschaffenburg und fühlen uns wie die berühmtem Räuber aus dem Spessart. Wenn wir auch „nur“ Kurven geräubert haben.

  

Text: Klaus Hinterschuster

Fotos: Road Concept